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Religion am Mittwoch

Auch in diesem Semester müssen die "Religion am Mittwoch"-Veranstaltungen online stattfinden.

Sie können unsere Reihe unter folgendem Link besuchen: https://webconf.hrz.uni-marburg.de/b/sus-nxf-a6x

Statt der japanischen Maneki-neko Katze begleitet dieses Mal ein anderes Objekt der Religionskundlichen Sammlung unsere Reihe. Togog ist eine Figur des indonesisch-javanischen Schattentheaters. Er gilt als unsterblich und von göttlicher Herkunft. Der Legende nach scheiterte er an der Aufgabe, einen Vulkan zu verschlucken. Deshalb muss er nun unter den Menschen leben, sie bewachen und positiv beeinflussen.

"Religion am Mittwoch" ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe des Fachs Religionswissenschaft und der Religionskundlichen Sammlung. Wissenschaftler:innen und Vertreter:innen von religionsbezogenen Projekten sowie Religionsgemeinschaften stellen ihre aktuellen Arbeitsbereiche in Vorträgen, Reiseberichten, Filmen oder über Diskussionsrunden vor.
Studierende können die Vorträge der Veranstaltungsreihe im Rahmen der Ringvorlesung "Religion und Gesellschaft" besuchen.

PROGRAMMVORSCHAU

13.10.2021, 18:00 s.t.: Dr. Marion Steinicke (Koblenz-Landau)
Maliya – die christliche Gottesmutter in China
Wie die Jesuiten, die gegen Ende des 16. Jahrhunderts nach China kamen, bald einsehen mussten, war mit Christus als einem zum Tode verurteilten Rebellen im Reich der Mitte buchstäblich kein Staat zu machen. Die Mission konzentrierte sich daher auf die Gestalt der christlichen Gottesmutter, die buddhistischen und konfuzianischen Vorstellungen angepasst und entsprechend akkulturiert wurde.

03.11.2021, 18:00 s.t.: Dr. Martina Kepper (Marburg)
1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland? Kritische Würdigung zu einem Beitrag der Erinnerungskultur
Der Titel des Vortrags nimmt Bezug auf die von der Bundesregierung unterstützte Aktion „Festjahr 2021 – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Die Wahl dieses Datums kann als Versuch der Konstruktion eines positiven Narrativs zur Bedeutung jüdischen Lebens in Deutschland gewertet werden. Wenn man überhaupt pauschal von „dem jüdischen Leben“ sprechen darf, so zeigt der Blick durch die Jahrhunderte indes unmissverständlich, dass es immer in der Gefahr stand, zum Erlöschen gebracht zu werden. In einem Ausblick wird im Vortrag exemplarisch erläutert, wie jüdisches Leben vor Ort, in kleinen Gemeinden und Städten ausgesehen hat.

01.12.2021, 18:00 s.t.: Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Rinke (FU Berlin)
Die Conquista Mexikos und ihr Mythos oder: 500 Jahre und kein bisschen weise?
Tausendmal erzählt und dennoch bis heute umstritten ist die Geschichte des Falls des Aztekenreichs vor 500 Jahren. Was damals geschah, bewegt die Gemüter zumal in Mexiko und Spanien bis heute. Wie man die Geschehnisse erzählt und bewertet, ist Teil der Geschichtskultur und muss im jeweiligen historischen Kontext analysiert werden. So war und ist der 13. August 1521 für die einen ein Fanal für den Untergang einer reichen Kultur und für die anderen ein Symbol für das Ende einer barbarischen Blutherrschaft und den Beginn von Zivilisation und Christentum. Ein Abend zum Gedenken an diese Ereignisse.

12.01.2022, 18:00 s.t.: Gerrit Lange (Marburg)
Religion, Landschaft und Verwandtschaft: Die Reise einer Hindu-Göttin
Den ganzen Subkontinent umspannt ein Netzwerk von Orten, die als Schauplätze mythischer Ereignisse und als Heimstätten von Hindu-Gottheiten gelten. Im Zentralhimalaya ist dieses Netz besonders fein gesponnen: Jedes Tal und jedes Dorf hat sein eigenes Ensemble an Gottheiten. Manche von ihnen gehen auf Reisen, um ihre menschlichen Verwandten zu besuchen und sich die Herrschaft über ihr Territorium zu sichern. Durch die religiöse Praxis bekommt eine Gegend Gestalt: Nicht nur als „Mind-Map“ im kognitiven Sinne, sondern auch durch körperliche, sinnliche und emotionale Erfahrung.

02.02.2022, 18:00 s.t.: Jenny Vorpahl (Potsdam)
"Der kleine Prinz geht immer" – die (Re-)Produktion von Konsens über Ehe in standesamtlichen und kirchlichen Trauansprachen
Anlässlich einer Hochzeit wird in Glückwunschkarten, Gästebüchern, Ratgebern und Ansprachen gern auf Sprichworte, Redewendungen und Zitate zurückgegriffen, oft mit weisheitlichem Charakter, manchmal humoristisch. Anhand von Trauansprachen soll gezeigt werden, was während einer standesamtlichen Eheschließung oder einer kirchlichen Trauung gesagt werden kann und was nicht. Daran schließt sich die Frage nach möglichen Gründen für Ähnlichkeiten und Unterschiede an.

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