Faust – ein deutscher Mythos? Eine Podiumsdiskussion mit Dieter Borchmeyer und Manuel Bauer

Veranstaltungsdaten

12. Juli 2018 19:00 – 12. Juli 2018 20:30

Vortragsraum der Universitätsbibliothek, Deutschhaustraße 9, EG

Faust_Plakat.jpg

Der berühmte schwarze Magier und Teufelsbündler Doktor Faust zählt zu den großen Figuren der Weltliteratur. Johann Wolfgang Goethes „Faust“-Drama avancierte zur ‚deutschen Nationaltragödie‘, ihr Protagonist wurde zur wichtigsten mythologischen Figur der Deutschen erklärt.
In der frühen Stoffgeschichte ist Faust hingegen ein Negativexempel, sein im Teufelspakt kulminierender Drang nach Wissensmaximierung und Grenzüberschreitung wird im Zeitalter der Reformation als Sünde ausgestellt. Erst mit Gotthold Ephraim Lessing und im Sturm und Drang kommt es zu einer gravierenden Umwertung des Mythos und der Figur. Mit der Rezeption von Goethes Tragödie erreicht deren Idealisierung einen Höhepunkt. Von der literarischen Karriere kaum zu trennen ist Fausts Aufstieg zum nationalen und politischen Mythos – das ‚Faustische‘ wird im 19. Jahrhundert zur weltanschaulichen Kategorie erhoben.

Über Geschichte und Aktualität des ebenso kanonischen wie populären und belasteten Stoffes diskutieren die beiden als Faust-Spezialisten ausgewiesenen Literaturwissenschaftler Dieter Borchmeyer, Professor emeritus an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie u.a. Autor von „Was ist deutsch?“ (2017), und Manuel Bauer, Privatdozent an der Philipps-Universität Marburg und u.a. Autor von „Der literarische Faust-Mythos“ (2018). Flankiert wird die Podiumsdiskussion von kurzen Lesungen aus zentralen Dokumenten der Stoffgeschichte. Die Moderation übernimmt Friederike Wißmach.

Referierende

Prof. Dr. Dieter Borchmeyer
PD Dr. Manuel Bauer

Veranstalter

Institut für Neuere deutsche Literatur
Universitätsbibliothek Marburg
Marburger Literaturforum e.V.
Kulturelle Aktion Marburg - Strömungen e.V.

Kontakt