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Grundlegende Richtlinien zur Corona-Infektionsvermeidung an der Philipps-Universität Marburg

Präambel

Im Frühjahr wurden die Präsenzlehre und -arbeit an der Philipps-Universität durch das Auftreten der ersten COVID-19-Infektionswelle zunächst stark reduziert. Seit dem Frühsommer hat die Philipps-Universität wieder eine deutlich erhöhte Präsenz in allen Bereichen der Universität realisiert.

Für das Wintersemester war und ist es das Ziel, Forschung, Studium und universitären Betrieb in hybriden Arbeitsformaten mit möglichst hohem Präsenzanteil zu ermöglichen. Digitale Formate und gezieltes mobiles Arbeiten sind dafür unverzichtbare Bestandteile, aber Arbeit und Interaktion in Präsenz sind ebenso wichtig. Sie erleichtern und befruchten die Zusammenarbeit in einer Weise, die ausschließlich digital nicht erreicht werden kann. Dies gilt in besonderer Weise für Studierende und Beschäftigte, die neu an die Universität kommen. Deren Hineinfinden in die universitären Strukturen und Arbeitsformen sowie das Kennenlernen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen bzw. Arbeitskolleginnen und -kollegen wird in Präsenz wesentlich erleichtert. Im Übrigen können bestimmte Kompetenzen nur in Präsenzveranstaltungen wie z.B. Praktika vermittelt werden.

Um ein Hybridsemester mit Arbeitsformen in Präsenz zu ermöglichen, hat die Universität frühzeitig begonnen, allgemeine Regelungen sowie spezifische Konzepte für Veranstaltungen und Arbeitsbereiche zu entwickeln, die die Ausbreitung von Infektionen innerhalb der Universität vermeiden sollen. Um ein hohes Maß an Sicherheit zu erreichen, wurden bei der Entwicklung, Prüfung und Genehmigung dieser Regelungen und Konzepte von vornherein strenge Maßstäbe angelegt. Sie sind generell so ausgerichtet, dass infizierte Studierende oder Beschäftigte, die ohne sich ihrer Infektion bewusst zu sein in der Universität studieren oder arbeiten, andere Personen in der Universität nicht anstecken. Daher ist eine hohe Infektionszahl für sich kein Anlass, wesentliche Änderungen an den Infektionsschutzregelungen vorzunehmen. Ungeachtet dessen werden die Regelungen fortlaufend unter Berücksichtigung der aktuellen Infektionslage, des aktuellen Forschungsstands zu SARS-CoV-2/COVID-19, der jeweiligen politischen Vorgaben und der Erfahrungen an der Philipps-Universität angepasst und weiterentwickelt.

Entscheidend für den Erfolg des hybriden Ansatzes mit wesentlichem Präsenzanteil ist, dass die Regelungen der Universität konsequent eingehalten werden. Das ist schwierig. Je länger die Einschränkungen andauern, die die Infektionsschutzregelungen mit sich bringen, desto mehr werden sie als belastend oder sogar kaum erträglich empfunden. Die Corona-Pandemie lässt uns täglich immer mehr spüren, dass direkte soziale Interaktionen einen wesentlichen Teil unserer Lebensqualität ausmachen. Deshalb ist es nachvollziehbar, dass auch Beschäftigte und Studierende, die die Einschränkungen grundsätzlich für berechtigt halten, diese im Alltag dann doch nicht einhalten, vergessen oder sich Ausnahmen für kurze Aktivitäten zugestehen.

Dennoch: Das konsequente Einhalten der infektionsvermeidenden Regelungen ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass an der Philipps-Universität hybrides Forschen, Studieren und Arbeiten mit einem möglichst hohen Präsenzanteil aufrechterhalten werden kann. Das erfordert ständige Aufmerksamkeit und Disziplin.

Das Präsidium hält Meinungsfreiheit auch in Fragen des Infektionsschutzes für ein hohes Gut. Es kann sich jedoch nicht seiner Verantwortung entziehen, auf der Basis einer gründlichen Analyse aller ihm verfügbaren Informationen und unter Beachtung der jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben für die Philipps-Universität Regelungen und Ausführungsbestimmungen verbindlich festzulegen, die gleichermaßen den universitären Aufgaben und dem Schutz der Studierenden und Beschäftigten möglichst gut gerecht werden.

Das Präsidium erwartet von allen Mitgliedern, Angehörigen und Gästen der Universität, dass sie die nachfolgenden Grundsätze sowie alle weiteren darauf aufbauenden Regelungen und die zugehörigen Ausführungsbestimmungen konsequent einhalten. Dies gilt auch für den Fall, dass ein Hochschulmitglied oder Gast diese nicht für angemessen hält.

Grundlegende Verpflichtungen für Hochschulmitglieder und Gäste der Philipps-Universität

Alle Mitglieder sowie Angehörige der Philipps-Universität und ihre Gäste einschließlich der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Fremdfirmen sind verpflichtet,

  • die nachfolgenden grundlegenden Regelungen der Philipps-Universität sowie darauf aufbauende und darüber hinaus reichende Regelungen für spezifische Gebäude, Einrichtungen, Fachbereiche oder Veranstaltungen einzuhalten;
  • weitere Ausführungsbestimmungen und Informationen zu den Regelungen an der Philipps-Universität oder zu den Vorgaben des Landes zu beachten;
  • sich fortlaufend über die aktuell gültigen Regelungen und Ausführungsbestimmungen an der Philipps-Universität zum Umgang mit der Corona-Pandemie informiert zu halten;
  • aktiv auf die Einhaltung der gültigen Regelungen und Ausführungsbestimmungen hinzuwirken.

Auf den Corona-Seiten der Philipps-Universität sind die verbindlichen Ausführungsbestimmungen zur Arbeits- und Studienorganisation zusammengestellt. Dort finden sich auch Ausführungsbestimmungen sowie Informationen zu einschlägigen Vorgaben des Landes und zu spezifischen Regelungen für Angebote und Veranstaltungen der Einrichtungen und Fachbereiche.

Die Missachtung der Regelungen sowie der verbindlichen Ausführungsbestimmungen und Informationen der Philipps-Universität kann dienst- oder arbeitsrechtliche bzw. studienrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Für Fragen und Vorschläge steht das Pandemie-Organisationsteam über die E-Mail zur Verfügung.

Grundlegende Regelungen der Philipps-Universität

Die Regelungen gelten im Rahmen der dienstlichen Tätigkeit und des Studiums sowie für die gesamte Zeit des Aufenthalts von Mitgliedern, Angehörigen und Gästen auf dem Gelände der Philipps-Universität. Näheres ist in den Ausführungsbestimmungen zur Arbeits- und Studienorganisation festgelegt.

Präsenzpflicht für Beschäftigte

Grundsätzlich besteht für Beschäftigte der Philipps-Universität Präsenzpflicht. Aus Gründen des Infektionsschutzes wird situationsspezifisch vom Einsatz flexiblen Arbeitens Gebrauch gemacht. Detaillierte Informationen dazu finden Sie in den Ausführungsbestimmungen (unter dem Punkt "Generelle Bestimmungen" - "Besondere infektionsvermeidende Arbeitsvorgaben für den Zeitraum 2.11. bis 30.11.2020".) 

Verhaltenspflicht beim Auftreten einschlägiger COVID-19-Krankheitssymptome

Das Betreten von Gebäuden und Verkehrsflächen der Philipps-Universität mit unabgeklärten einschlägigen COVID-19-Krankheitssymptomen ist untersagt, bis eine Abklärung erfolgt ist. Die Abklärung entsprechend der Orientierungshilfe für Bürgerinnen und Bürger des Robert-Koch-Instituts ist unverzüglich anzustreben. Diese Verhaltenspflicht gilt analog für Personen, die nach der Definition des Robert-Koch-Instituts mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als Kontaktperson der Kategorie I mit engem Kontakt gelten, auch dann, wenn noch keine Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt erfolgt ist.

Pflicht zur Abstandswahrung

In den Gebäuden und auf den Verkehrsflächen der Philipps-Universität ist grundsätzlich ein Abstand zu anderen Personen von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung entbindet nicht von dieser Pflicht. Ausnahmen gelten für genehmigte Arbeiten, die aufgrund ihrer Eigenart keine Abstandswahrung zulassen, und spezielle Lehrveranstaltungen mit entsprechend genehmigten Infektionsschutzkonzepten.

Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung (Alltagsmaske)

In den Gebäuden der Philipps-Universität ist grundsätzlich eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Ein Gesichtsvisier ist keine zulässige Alternative. Sofern keine weitergehenden Regeln für die Organisationseinheiten oder Veranstaltungen erlassen sind, gilt die Pflicht mindestens bis zum Einnehmen des eigenen Arbeits- bzw. Sitzplatzes.

Sofern keine weitergehenden Regeln für die Organisationseinheiten oder Veranstaltungen erlassen sind und die Mindestabstände eingehalten werden können, darf für die unmittelbare Dauer des Trinkens die Mund-Nasen-Bedeckung kurz abgesetzt werden.

Sofern keine weitergehenden Regeln für die Organisationseinheiten oder Veranstaltungen erlassen sind und die Mindestabstände eingehalten werden können, dürfen in dafür gesondert ausgewiesenen, öffentlichen Bereichen der Philipps-Universität und unter Wahrung des Mindestabstands kleine Speisen zu sich genommen werden. Dabei darf die Mund-Nasen-Bedeckung nur für die Zeit des aktiven Essens, jedoch nicht länger als für 10 Minuten, abgenommen werden.

Pflicht zur Beachtung von Hygienemaßnahmen

Beim Husten oder Niesen ist ein maximaler Abstand zu anderen Personen einzuhalten. Von umstehenden Personen muss sich weggedreht und ein Taschentuch vor den Mund gehalten werden, das anschließend im Mülleimer entsorgt wird. Alternativ zum Taschentuch müssen Mund und Nase mit der Armbeuge bedeckt werden.

Jede/Jeder muss sich regelmäßig und gründlich für mindestens 20 Sekunden die Hände waschen.

Ferner ist es zu vermeiden, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.

Pflicht zur Belüftung von Räumen

Räume sind während ihrer Nutzung mindestens alle 30 Minuten für einige Minuten zu lüften. Dies gilt unabhängig von der Dauer des Aufenthalts oder etwaiger Umwelteinflüsse wie Kälte, Luftzug, Lärm, und kann auch eine kurzzeitige Unterbrechung der Arbeit oder Veranstaltung notwendig machen. Bei der Vorbereitung der Veranstaltung sind solche Unterbrechungen einzuplanen. Wenn die Räume über eine Belüftungsanlage verfügen, ist diese zu nutzen.

Weitere dringende Empfehlungen

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung sollte genutzt werden, um Infektionsketten schneller unterbrechen zu können.

Sofern nicht ohnehin durch Verordnungen oder Dienstanweisungen des Landes geregelt, sollte jede/jeder auch im privaten Bereich gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und durch das eigene Verhalten zur Verringerung der Infektionen und damit zum Gemeinwohl beitragen. Dazu ist es notwendig, sich regelmäßig über die aktuellen Regelungen und Empfehlungen des Landes sowie der jeweils relevanten Städte und Kommunen zu informieren.

Die Entwicklung der Pandemie zeigt eindrücklich, dass es auf das Verhalten und die Verantwortung einer jeden und eines jeden Einzelnen ankommt, um das Wohlergehen der Gesellschaft zu unterstützen. Es kommt darauf an, dass alle Mitglieder, Angehörigen und Gäste der Philipps-Universität bewusst Verantwortung für sich und andere übernehmen.