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Klimaschutzkonzept

Die Philipps-Universität Marburg verfolgt die Themen Umweltschutz und Energieeffizienz mit großem Ehrgeiz: Im Zuge des Projekts „CO2-neutrale Philipps-Universität“ setzt sie sich das Zwischenziel, den Ausstoß des klimaschädlichen Gases bis 2020 auf die Hälfte zu reduzieren. Bei den weiteren Aufgaben des Klimaschutzes erhält die Universität nun Unterstützung vom Bund: Ein Zuschuss ermöglichte die Erstellung eines umfassenden Klimaschutzkonzeptes.

Das Präsidium der Universität hat am 23.07.19 das Klimaschutzkonzept verabschiedet und den Aufbau eines Controllingsystems, sowie die Schaffung einer Stelle für das Klimaschutz-Umsetzungsmanagement beschlossen.
Eine Zusammenfassung des Konzeptes wurde in den Gremien vorgestellt und soll auch hier bald verfügbar sein.

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Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, und nukleare Sicherheit (BMU) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Im Rahmen der 2008 initiierten Nationalen Klimaschutzinitiative werden soziale, kulturelle und öffentliche Einrichtungen gestärkt, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemission leisten. Realisiert wird die Fördermaßnahme durch den Projektträger Jülich (www.ptj.de), der im Auftrag des BMU Forschungs- und Innovationsförderprogramme umsetzt.

Bausteine eines nachhaltigen Klimaschutzkonzeptes

Grundlage für gezielte und langfristige Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen ist eine differenzierte Energie- und Treibhausgasbilanz.  Eine Erhebung nimmt sämtliche Gebäude der Universität mit ihrem Strom-, Wärme- und Kälteverbrauch einzeln in den Blick. Auf dieser Grundlage wurden Optimierungspotenziale analysiert und weitere Schritte abgeleitet. Mit in die Betrachtung einbezogen wurde aber auch der Bereich Mobilität, der einen erheblichen Anteil an den Emissionen aufweist.
Teil des Klimaschutzplans ist außerdem ein verfeinertes, auf die Bedürfnisse der Universität zugeschnittenes Konzept zur Erfassung, Dokumentation und Auswertung von Verbrauchsdaten.

Zu einer nachhaltigen Energiepolitik gehört auch die feste Verankerung der Aktivitäten in den organisatorischen Strukturen der Universität. Sämtliche Klimaschutzmaßnahmen laufen im Dezernat IV für Gebäudemanagement und Technik zusammen. Dort wurden mit fest angestelltem, fachlich qualifiziertem Personal dauerhafte Zuständigkeiten geschaffen.

Darüber hinaus möchte die Universität auf die Kompetenzen ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zurückgreifen, um neue Ideen zu entwickeln. Letztlich betrifft das Thema aber alle Angehörigen der Philipps-Universität. Auch Angestellte und Studierende sollen in aktuelle und mögliche Klimaschutz-Aktivitäten eingebunden werden.

Ziel der Universität ist schließlich nicht nur ein eigener Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes, sondern zugleich die Ausübung einer Vorbildfunktion: Studierende sollen Aspekte des Klimaschutzes später auch in die berufliche Praxis mitnehmen.

Hintergrund: Projekt „CO2-neutrale Philipps-Universität“

Die Philipps-Universität erstreckt sich räumlich auf mehr als 110 Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 385.000 Quadratmetern. Entsprechend hoch ist der Energiebedarf: Rund 44.000 Tonnen betrug der CO2-Ausstoß im Jahr 2008, davon 37.500 Tonnen im Gebäudebereich. Seitdem wird jährlich eine universitätsumgreifende CO2-Bilanz erstellt. Im Wintersemester 2009/10 wurde zudem das Projekt „CO2-neutrale Philipps-Universität“ ins Leben gerufen. Die Maßnahmen zur Erreichung dieses ambitionierten Ziels sind vielfältig. Wo möglich, soll Energie gespart werden – einerseits durch bewussteres Nutzerverhalten, andererseits durch die Sanierung der Universitätsgebäude und energieeffizientere Neubauten.

In zunehmendem Maße soll der Energiebedarf darüber hinaus durch regenerative Energiequellen gedeckt werden. Ein Beispiel:

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Foto: Ulrich Rustige

Auf dem Parkdeck des Neubau Chemie wurde im November 2016 mit 135 kWp die größte Solaranlage auf einer Landesliegenschaft in Hessen eingeweiht.Geplant ist außerdem eine Ergänzung des universitätseigenen Fernheizwerkes Lahnberge durch ein Biomasse-Heizwerk, um fossile Brennstoffe noch umfassender ersetzen zu können.

Nicht zuletzt tragen kleine Details zur nachhaltigen Reduzierung von CO2-Emissionen bei. So stehen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dezernats Gebäudemanagement und Technik 16 E-Bikes für Dienstfahrten zur Verfügung; im Botanischen Garten und im Fahrdienst sind die ersten vier Elektrofahrzeuge im Einsatz.

Studierende können mit ihrem Semesterticket das Fahrradverleihsystem von nextbike nutzen.

Erste Erfolge auf dem Weg zur CO2-neutralen Universität zeichnen sich so bereits ab.