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Fachtag "Solidaritäten" am 23.06.26

In den letzten Jahren erlebten Menschen, die sich für die Bekämpfung von Diskriminierung und (struktureller) Gewalt eingesetzt haben, vielfältige Brüche in solidarischen Beziehungen. Diese Brüche passierten sowohl auf der individuellen Ebene als auch zwischen sozialen Bewegungen. Ausschlaggebend war dabei oft die Frage nach Solidaritäten, eigener Betroffenheit und Verantwortung.

Gleichzeitig erleben wir weltweit und auch in Deutschland eine Zunahme und Verstärkung autoritärer und antidemokratischer Bewegungen. Wissenschaftsfeindlichkeit, Antifeminismus, Queerfeindlichkeit, Antisemitismus, Rassismus und Ableismus gehen dabei selbstverständlich Hand in Hand, um emanzipatorische Errungenschaften zu bekämpfen.

Diese Angriffe treffen in besonderer Weise vulnerable und bereits von (struktureller) Diskriminierung betroffene Personen und Gruppen. Intersektionalität zeigt sich hier nicht nur als Konzept, sondern als erlebter und oftmals gewaltförmiger Alltag.

Ebenso lässt sich beobachten, wie solidarisches Miteinander, sei es in Form von praktischer Alltagsunterstützung oder ideeller Unterstützung, einen gewichtigen Unterschied macht, sowohl im Erleben marginalisierter Menschen als auch für die Erfolgsaussichten für das Gelingen der Kämpfe um Gerechtigkeit und Emanzipation.

Die Tagung will sich forschend der Frage widmen, wie solche Solidaritäten entstehen und wie sie in schwierigen Zeiten Bestand haben können:

    •  Was sind die Grundlagen solidarischen Miteinanders in Zeiten autoritärer Verschiebungen und Angriffe?
    •  Wie kann langfristige Solidarität gelingen und was lässt sie scheitern?

Eingeladen sind Menschen, die sich in unterschiedlichen Bereichen mit den genannten Fragen auseinandersetzen. Sei es wissenschaftlich, aktivistisch oder in der eigenen beruflichen Praxis.

Die Teilnahme ist kostenlos.

  • Programm

    Die geplante Veranstaltung ist keine wissenschaftliche Tagung. Vielmehr geht es um die Erprobung eines Dialoges auf Augenhöhe zwischen Theorie und Praxis. Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich forschend miteinander im Tagungsraum zu bewegen, sowie die eigenen Überzeugungen kritisch zu hinterfragen und neugierig Idee auszuprobieren. Dazu werden die traditionellen Formate von Panel, Podium oder Vortrag geöffnet und den inhaltlichen Bedarfen angepasst.

    Mit Beiträgen von Dr*in Inga Nüthen (Universität Kassel), Tarek Shukrallah (Justus-Liebig-Universität Gießen), Deborah Krieg (Bildungsstätte Anne Frank) Karin Zennig (medico international), Prof. Dr*in Ursula Birsl Philipps-Universität Marburg) und anderen. 

    Vorläufiges Programm (pdf)

  • Teilnahmevoraussetzungen

    Wir gehen davon aus, dass alle Menschen durch Prägung, Erziehung und das Leben in einer von Stereotypen und ungleichem Zugang zu Ressourcen geprägten Gesellschaft, Diskriminierung verinnerlicht haben. D.h. niemand ist frei von Vorannahmen und den eigenen Privilegien. Ebenso sind die Räume, in denen wir uns bewegen immer auch Ausdruck struktureller Ungleichheitsverhältnisse. Es kann also (momentan) keine Räume geben, die frei sind von (strukturellem) Rassismus, Sexismus, Antisemitismus usw.

    In diesem Wissen um das Potential für gegenseitige Verletzungen, gehen wir davon aus, dass die Teilnehmenden bereit sind, die eigenen Privilegien zu reflektieren und bei der Benennung von Diskriminierungen und Ausschlüssen, verantwortlich mit dem eigenen Tun und Sprechen umzugehen. In diesem Sinne versteht sich die Veranstaltung als braver space.

    Wiederholte und/ oder gezielte menschenverachtende Aussagen führen zum Ausschluss von der Veranstaltung.

    Für die Veranstaltung wird es ein Awareness Konzept geben, welches vorab hier veröffentlicht wird.

  • Hinweise zu Barrieren, Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten

    Die Veranstaltung ist in deutscher Lautsprache.
    Der Veranstaltungsort ist barrierereduziert durch Rollstuhlrampen.
    All gender WC’s sind vorhanden.
    Für die Veranstaltung wird es ein Awareness Konzept geben, welches wir vorab hier kommunizieren.

    Individuelle Lebensmittelunverträglichkeiten können leider nicht berücksichtigt werden, sodass betroffene Teilnehmende Verpflegung mitbringen sollten.
    Das von uns angebotene Catering ist vegetarisch und vegan.

    Interessierte, die nicht in der näheren Umgebung wohnen, sollten sich frühzeitig um einen Übernachtungsplatz kümmern, da Hotels bereits weitgehend ausgebucht sind. Neben AirBnB gibt es auch eine Jugendherberge und einen Campingplatz in Marburg.

  • Anmeldung

    Anmeldungen nehmen wir ab sofort per Email entgegen.

    Bitte machen Sie in Ihrer Anmeldung Angaben zu den folgenden Punkten: 
    - Vorname und Nachname
    - Organisation oder Arbeitegeber*in
    - Möchten Sie an der Lesung "Nicht die Ersten. Bewegungsgeschichten von Queers of Color in Deutschland" teilnehmen?
    Die Anmeldung für die Lesung ist aus organisatorischen Gründen verbindlich und kann nur in Ausnahmefällen während der Tagung nachgeholt werden.
    - Was benötigen Sie ggfs., um an der Veranstaltung teilnehmen zu können?
    Wir können keine umfängliche Barrierefreiheit bzw. ganztägige Kinderbetreuung anbieten, bemühen uns aber Lösungen zu finden, um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.


    Mit der Anmeldung erklären Sie Ihr Einverständnis mit den Teilnahmevoraussetzungen.

    Bitte schicken Sie Ihre Anmeldung an: