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Global lokal. Kolonialismusdiskurs und Politische Ikonographie in der Bundesrepublik am Beispiel des Marburger Zollamts (1949-50)

Beteiligte

Das Projekt wird geleitet von Prof. Ingo Herklotz (Fb 09, Kunstgeschichte), Prof. Thomas Noetzel (Fb 03, Politikwissenschaft) und Dr. Jörg Probst (Fb 03, Politikwissenschaft). Zusätzlich zu den beteiligten Fachbereichen 03 und 09 sucht das Projekt Kontakt zu Studierenden und Lehrenden der Zeitgeschichte (Fb 06). Das Forschungsvorhaben wird im Rahmen eines interdisziplinären Projektstudiums durchgeführt und richtet sich an Master-Studierende.

Ziel

Das Vorhaben widmet sich der globalpolitischen Symbolik in der Bundesrepublik. Im Zentrum steht dabei das Marburger Zollamt (errichtet 1949-1951), dass wegen seines kolonialistisch zu interpretierenden Bauschmuckes kontrovers diskutiert wird. Das Projekt stellt das bisher kaum erforschte Bauwerk erstmals in den Kontext der Architektur der 1950er Jahre. So werden Parallelen des Reliefs am Marburger Zollamt zur polititischen Ikonographie von Wandbildern der frühen Bundesrepublik erarbeitet. Außerdem wird die Rezeptionsgeschichte des Marburger Zollamts als Teil des Kolonialismusdiskurses der Bundesrepublik von den 1950er Jahren bis zur Gegenwart rekonstruiert. Die Ergebnisse werden in einer Broschüre dokumentiert und der Öffentlichkeit in Form einer Ausstellung präsentiert.

Ablauf/Durchführung

Im Sommersemester 2019 beginnt das Projekt mit ersten Treffen Treffen, Exkursionen und einem Workshop. Neben der eingehenden Besichtigung des Marburger Zollamtes sollen Ausflüge nach Frankfurt (Main) und Kassel die Kenntnis von Baukunst der frühen Bundesrepublik vertiefen (von der Republikgründung 1949 bis zur Internationalen Bauausstellung 1957) . Im Wintersemester 2019/20 erarbeiten M.A.-Studierende der Fachbereiche 03 und 09 die kunst- und bildgeschichtlichen bzw. diskursgeschichtlichen Kontexte. Im Sommersemester werden die Studierenden mit den von ihnen erarbeiteten Materialien im Rahmen von Praktika eine Ausstellung und eine Projektdokumentation erstellen. Es ist geplant, die politische Ikonographie des Marburger Zollamtes in einer Arbeitsdatenbank abzubilden und für die Online-Recherche nachhaltig aufzubereiten (vgl. Digital-Humanities).

Zeitrahmen

Das Projekt startet im Mai 2019 und endet im Juli 2020. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Fragen der politischen Bild- und Ideenforschung soll im Anschluss an das Projekt fortgesetzt und durch geeignete Forschungsthemen und Formate der Lehre vertieft werden.

Ansprechpersonen

Weitere Informationen

Nähere Informationen laufend unter: https://www.uni-marburg.de/fb03/politikwissenschaft/pi-nip.

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Foto: Uwe Geese