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Transitional Justice im Filmjournal der BRD und DDR (1945-1950)

Beteiligte und Zielgruppe

Das Projekt wird durchgeführt von Dr. Wolfgang Form (Geschäftsführer „Internationales Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse, ICWC) und Dr. Vincent Fröhlich (Medienwissenschaft, FB09). Die Veranstaltung richtet sich vornehmlich an Master-Studierende der Fachbereiche 03 und 09.

Ziel

Die Studierenden sollen unter Anleitung Filmjournale der BRD und DDR (1945–1950) vergleichen, um mediale Kontexte und Aussagen zur Übergangszeit (Transition) nach dem Zweiten Weltkrieg herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem die Entwicklung von Auswertungsmodi (Metadaten) und die Strukturierung einer relationalen Datenbank helfen, neue Analysewege zu erschließen. Das Projekt wird auf diese Weise die medienwissenschaftliche Perspektive und Kompetenz mit der der Transitional Justice-Forschung an der Philipps-Universität Marburg verbinden.

Ablauf/Durchführung

In einer ersten Phase (SoSe 2020) wird das Material systematisch erschlossen und erste Forschungsfragen entwickelt. Unerlässlich hierbei ist die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Grundlagen und medienpolitischen Kontexten nach dem Zweiten Weltkrieg.

In einer zweiten Phase entwicklen die Studierenden gemeinsam mit der Expertise der Übungsleiter (v.a. Wolfgang Form) ein Datenbank-Layout, um anschließend einschlägige Journale nach vorgegebenen Auswertungsmustern zu erheben. Dabei werden insbesondere Genauigkeit und regelgerechtes Eingabeverhalten erprobt. Eine Zwischenevaluierung wird zeigen, ob die gesteckten Ziele mit dem Erhebungswerkzeug zu erreichen waren. Ggf. gibt es Anpassungen und Nacherhebungen. Diese Praxisphase ist ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts. Studierende werden lernen, mit Misserfolgen bzw. Ungenauigkeiten in der Vorbereitungsphase umzugehen.

In der dritten Phase (WiSe 2020/21) stehen Archivreisen nach Frankfurt zur Deutschen Nationalbibliothek im Fokus, um dort weitere illustrierte Filmzeitschriften einzusehen und die Metadatisierung, auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen, fortzuschreiben.

Die vierte Phase steht im Zeichen von Datenbankpflege, die vornehmlich die Konsistenz der generierten Daten sicherstellen soll. Unter Zuhilfenahme bewährter Überprüfungsroutinen lernen die Studierenden das Erhebungswerkzeug kritisch anzuwenden.

Schließlich sollen die Studierenden ihre Forschungsergebnisse in Phase vier in einem für Februar 2021 geplanten Workshop vor Experten/innen (bspw. Prof. Patrick Rössler aus Erfurt) präsentieren. Am Ende des Forschungs-Praxis-Seminars besteht die Möglichkeit für die Seminarteilnehmer/innen (gemeinsam mit den Übungsleitern) wissenschaftliche Beiträge im E-Journal PERIODicon zu veröffentlichen. Zudem wird die Datenbank auf Servern der Uni Marburg online gestellt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (Online-Repositorien).

Zeitrahmen

Das Projekt startet im SoSe 2020 mit einem zweisemestrigen Seminar, das in der Medienwissenschaft und am Zentrum für Konfliktforschung angeboten wird. Am Ende des WiSe 2020/2021 wird ein internationaler Workshop stattfinden – anschließend ist die Veröffentlichung der Datenbank sowie von Aufsätzen geplant (circa SoSe 2022).

Ansprechpartner

(Institut für Medienwissenschaft)

(Geschäftsführer Internationales Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse)