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Wissenschaft – Öffentlichkeit – Gesellschaft

Podiumsgespräch

19.05.2021, 13:00 Uhr

Ansprechpersonen

Prof. Dr. Ursula Birsl (Vorsitzende der Kommission Forschung und Verantwortung der Philipps-Universität Marburg)
Dr. Reiner Becker (Leiter des Demokratiezentrums Hessen, Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg)

Die SARS-CoV-2-Pandemie sorgt aktuell dafür, dass die Generierung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in einem bisher ungeahnten Maß kommuniziert wird. Wahrscheinlich hatte noch nie eine so breite Öffentlichkeit die Gelegenheit, wissenschaftliches Arbeiten „in Echtzeit“ zu beobachten.

Das bringt jedoch viele Wissenschaftler:innen in eine ungewohnte Rolle, denn die Kommunikation mit Presse und Öffentlichkeit funktioniert nach anderen Regeln als die innerhalb der Scientific Community. Zudem erfahren Wissenschaftler:innen nicht nur Zustimmung oder differenzierte Kritik an ihrer Arbeit, sondern auch Beleidigungen oder gar Bedrohungen. Sie werden als Teil eines zu bekämpfenden Systems gesehen oder werden (wie zuvor Teile der Medien) unter den Verdacht gestellt, Fake News zu verbreiten und Teil einer großen Verschwörung zu sein.

Diese in manchen Kreisen zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit ist nicht komplett neu, aber die Corona Pandemie wirkt wie ein Brennglas: Denn nicht nur Wissenschaftler:innen, die in der Epidemiologie oder Virologie arbeiten, werden angefeindet oder sogar bedroht, sondern auch solche, die zum Klimawandel oder zu Themen wie Gender oder Rechtsextremismus forschen und kommunizieren und mit ihren Ergebnissen politisch beraten.

Von diesem kurzen Befund ausgehend stellen sich zahlreiche Fragen, die im Rahmen des Podiumsgesprächs diskutiert werden sollen: Was ist die Aufgabe (universitärer) Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft? Welche Bedeutung hat die öffentliche Kommunikation für Wissenschaft? Welche Defizite legt die wissenschaftliche Kommunikation in der Corona-Pandemie offen? Welche Veränderungen zeigen sich darüber hinaus im Verhältnis von Politik und Wissenschaft?

Wie können Wissenschaftler:innen in dieser angespannten Situation ihrer öffentlichen Verantwortung bei der Kommunikation ihres Wissens gerecht werden? Sind Universitäten auf diese Formen der öffentlichen Kommunikation vorbereitet? Und wie können sie Wissenschaftler:innen bei Anfeindungen und/oder Bedrohungen unterstützen?

Beteiligte

  • Prof. Dr. Katharina Krause (Präsidentin der Philipps-Universität Marburg)
  • Prof. Dr. Stephan Becker (Institut für Virologe, Philipps-Universität Marburg und Sprecher des Pandemie Netzwerks Hessen)
  • Prof. Dr. Ursula Birsl (Institut für Politikwissenschaft und Vorsitzende der Kommission Forschung und Verantwortung der Philipps-Universität Marburg)
  • Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Leibniz-Institut Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung)
  • Dr. Reiner Becker (Leiter des Demokratiezentrums Hessen, Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg)
  • Moderation: Tina Dürr (Stellvertretende Leiterin des Demokratiezentrums Hessen)