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Mensch — Maschine — Gesellschaft. Transhumanistische Zukünfte

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Poster: Katja John, Grafik: Colourbox.de

Wir erleben gegenwärtig eine fundamentale Veränderung des Menschen: Gentechnik, Pränatalmodifikation, Künstliche Intelligenz, Mindupload – ist der Mensch heute noch das, was er vor 30 Jahren war? Was wird er in weiteren 30 Jahren sein?
Der Posthumanismus hinterfragt die traditionellen Konstruktionen und Ideen der Gattung Mensch. Transhumanismus propagiert die Verschiebung der Grenzen menschlicher Entwicklung. Diese Entwürfe kritisch zu diskutieren war Ziel der interdisziplinären Veranstaltung „Mensch – Maschine – Gesellschaft. Transhumanistische Zukünfte“ am 16. Januar 2020.

Zum Auftakt führte Prof. Dr. Stefan Lorenz Sorgner, einer der führenden post- und transhumanistischen Philosophen ins Thema ein. Er befasst sich mit transhumanistischen Zukunftserwartungen, insbesondere mit den Auswirkungen der modernen Technik auf Überwachung und Privatheit. Bei der sich anschließenden Podiumsdiskussion wurden die aufgeworfenen Fragen interdisziplinär vertieft. Mit Prof. Sorgner diskutieren die Marburger Professoren Bernhard Seeger (Informatik), Markus Schroer (Soziologie) und Thomas Noetzel (Politikwissenschaften). Marcell Sass (Evangelische Theologie) moderiert die Diskussion. Die Diskutanten werden die Standpunkte der verschiedenen Fachdisziplinen erläutern, Prognosen über die Zukunft des menschlichen Zusammenlebens wagen und erörtern, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen.

Die Oberhessische Presse schrieb am 18. Januar 2020 dazu: "Die mit Rasanz und Verve vorgetragenen pointierten Thesen waren sicher für das Marburger Uni-Publikum gewöhnungsbedürftig.
[...] Die Repliken auf Sorgner kamen dann auch postwendend, [bei einem] aufmerksam von dem Evangelischen Theologie-Professor Marcel Sass moderierten unterhaltsamen akademischen, verbalen Schlagabtausch."

Nach der Podiumsdiskussion war bei einem Empfang im Vorraum des Vortragsraums der Universitätsbibliothek Gelegenheit, die kontroversen Gespräche informell fortzuführen. Ein Kolloquium mit Studierenden und Promovierenden der Philipps-Universität Marburg am Tag nach der öffentlichen Abendveranstaltung beschloss den Besuch Stefan Sorgners in Marburg.

Der Diskurs zum Thema Post- und Transhumanismus wird an der Philipps-Universität aber weiter geführt. Es ist eine fächerübergreifende Lehrveranstaltung geplant, weitere öffentliche Vorträge zum Themenkomplex werden sich anschließen.