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Informationen für Lehrende

Stand: 20.07.2020

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Kontakt zur Hochschuldidaktik und Zukunftswerkstatt

Das Team der Hochschuldidaktik und der Zukunftswerkstatt ist gern für Sie da. Wenn Sie Kontakt aufnehmen wollen oder Fragen haben, schreiben Sie uns einfach an unsere E-Mail-Adresse:

Online-Seminare und Workshops

Die Zukunftswerkstatt und die Hochschuldidaktik bieten regelmäßig Online-Seminare an.

Online-Seminare für Lehrende

Lernplattform ILIAS

In diesem Sommersemester kommt der Lernplattform ILIAS eine besondere Funktion zu, die eine Vielzahl an unterschiedlichen Tools für Ihre Lehre beinhaltet.

Webkonferenzen und Medientechnik

Hinweise zu barrierearmen Lehr- und Prüfungsformaten

Wir möchten Sie ermutigen, auch bei Ihrem digitalen Lehrangebot auf eine gleichberechtigte inklusive Teilhabe für alle Studierenden zu achten. Besonders Studierende mit einer Seh- und Hörbeeinträchtigung sind auf barrierearme Lehr- und Prüfungsformate angewiesen. Im Folgenden hat die Servicestelle für behinderte Studierende (SBS) und das Projekt V#d – Vielfalt digital stärken eine Auswahl an Handreichungen und Leitfäden zur barrierearmen Umsetzung verschiedener Formate (Word, PowerPoint, Videos etc.) zusammengestellt, die ständig aktualisiert wird. Falls Sie Fragen haben oder Unterstützung benötigen, können Sie sich gern per Email an die SBS wenden:

Als Einstieg möchten wir die Checkliste für barrierefreie Worddokumente (auch für PowerPoint) empfehlen, da sie eine kompakte Erläuterung bietet.

Hinweise zum Diskriminierungsschutz in der digitalen Lehre

Die digitale Lehre stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Die Antidiskriminierungsstelle hat Hinweise für den respektvollen Umgang miteinander in digitalen Lernräumen und den Schutz von Persönlichkeitsrechten zusammengestellt.

Lehrveranstaltungsplanung aus didaktischer Sicht

Die Lehrplanung für eine „Lehre auf Distanz“ unterscheidet sich nicht grundlegend von der „klassischen“ Präsenzlehre. Lehren, Lernen und Prüfen sind auch in der Lehre auf Distanz konsequent aufeinander abzustimmen. Das bedeutet, dass eine Veränderung in den Lehr-/Lernmethoden, beispielsweise durch den Einsatz von Medien und E-Learning, gleichermaßen eine Veränderung des Prüfungsarrangements hin zu E-Assessments erfordern kann. Zahlreiche Anregungen, Tipps und Hilfestellungen für die Gestaltung digitaler Lehre finden Sie im virtuellen Ideenraum der Zukunftswerkstatt.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Lehre planen mit Constructive AlignmentLehre planen mit Constructive Alignment

    Zur Planung und Gestaltung von Lehre bietet sich das Konzept des Constructive Alignment (Biggs/Tang 2007) an. Das Constructive Alignment beschreibt, dass (intendierte) Lernziele, Prüfungen sowie Lehr-/Lernaktivitäten einer Lehrveranstaltung konsequent aufeinander abgestimmt werden sollten, um den Lernerfolg der Studierenden möglichst gut zu fördern. Die folgenden didaktischen Überlegungen zur Planung von Lehre sind daher universell anwendbar und beziehen sich auf alle Formate von Lehrveranstaltungen.

    In den (intendierten) Lernzielen legen Sie fest, was die Studierenden am Ende des Lernprozesses können sollen. Im Lehr-/Lernprozess werden daran anknüpfend Lerngelegenheiten geschaffen, die es den Studierenden ermöglichen, eben diese Lernziele zu erreichen. Die Prüfung und Überprüfungen im Semester kontrollieren, ob die Studierenden die von Ihnen gesetzten Lernziele erreicht haben. Dabei steht die Prüfungsform (schriftlich, mündlich) in Beziehung zu Lernzielen und Lehr-/Lernmethoden.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Lernziele als Ausgangspunkt: Lehre vom Ende her denkenLernziele als Ausgangspunkt: Lehre vom Ende her denken

    Was sollen die Studierenden am Ende der Lehrveranstaltung können? Welche Kompetenzen sollen die Studierenden in der Lehrveranstaltung erwerben?


    Was sind Lernziele?
    Die in Studiengangs- oder Modulbeschreibungen definierten Qualifikationsziele werden auf Veranstaltungsebene in Lernziele überführt, also speziell auf die jeweilige Veranstaltung bezogen. Lernziele beschreiben zukünftige und beobachtbare Handlungen der Studierenden, die feststell- und beurteilbar sind und dadurch eine Einschätzung des Lernerfolgs der Studierenden ermöglichen.

    Wozu Lernziele?
    Lernziele bilden den Rahmen für Lehre. Sie sollen Klarheit und Transparenz schaffen. Lernziele bieten nicht nur für die Studierende eine Orientierung, sondern gleichermaßen auch für Sie als Lehrende, indem sie als Stütze für die Planung Ihrer Lehre und des Lernfortschrittes der Studierenden dienen.

    Beispiele für Lernziele auf Veranstaltungsebene
    Die Studierenden sind am Ende des Semesters in der Lage, ....
    … historisches Quellenmaterial selbstständig zu recherchieren und historisch-kritisch zu interpretieren. (Geistes- und Sozialwissenschaften)
    … die grundlegenden Mechanismen der Energetik von Zellen aufgrund von Kenntnissen über die Triebkräfte und Mechanismen hinter Selbstorganisationsprozessen bei Proteinen, DNA/RNA, Lipiden und Kohlenhydraten zu charakterisieren. (Lebens- und Naturwissenschaften)

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Prüfungen planen und gestaltenPrüfungen planen und gestalten

    Lehren und Lernen lässt sich in der Hochschullehre nicht ohne Prüfen denken. Im Sinne des Constructive Alignment ist es sinnvoll, anhand der intendierten Lernziele das eigene Lehrvorhaben mit der entsprechenden Prüfungsform abzugleichen. Ausgehend von den Lernzielen wird die Prüfung stimmig geplant. Dabei sind Entscheidungen bezüglich der Prüfungsform und der Gestaltung von Prüfungsaufgaben zu treffen. Die Prüfung muss den Studierenden die Möglichkeit geben, ihre erworbenen Kompetenzen zu zeigen.

    Welche Prüfungsform eignet sich, um die erworbenen Kompetenzen der Studierenden sichtbar zu machen? Woran kann ich in der Prüfung erkennen, inwiefern die Studierenden die Lernziele erreicht haben?

    Kleine formative Prüfungen, die im laufenden Lernprozess durchgeführt werden, geben den Studierenden Rückmeldung über ihren Lernstand. Ein Feedback zur Leistung trägt zur Motivation der Studierenden bei und zeigt Lücken sowie Möglichkeiten der Verbesserung und des Weiterlernens auf. Summative Prüfungen am Ende des Semesters schließen den Lehr-/Lernprozess ab. Sie dienen vorrangig der Überprüfung der Leistung und werden zumeist bewertet.
  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Prüfungen (digital) umsetzenPrüfungen (digital) umsetzen

    Fast jede Prüfungsform im „herkömmlichen“ Sinn kann auch durch eine gleiche oder ähnliche Prüfungsform elektronisch ersetzt werden. Relativ einfach ist dies bei schriftlichen Prüfungen, die nicht in Präsenz geschrieben werden, denn in diesen Fällen können die erstellten Dokumente digital eingereicht werden. Prüfungen, die in Präsenz stattfinden, wie z. B. mündliche Prüfungen, können z. T. durch asynchrone Formen der Kommunikation ersetzt werden.

    Die im folgenden genannten Prüfungsformen sind Beispiele für formative und summative Prüfungsformen.

    Klassische Prüfungsformen Elektronische Möglichkeiten (mit Hinweis auf Tools zur Umsetzung in ILIAS)
    Klausur (offene oder geschlossene Fragen)
    • E-Klausur; Tool "Test"
    Seminararbeit
    • Elektronische Einreichung des Dokuments; Tool "Übung"
    Hausarbeit
    • Elektronische Einreichung des Dokuments; Tool "Übung"
    Protokoll
    • Elektronische Einreichung des Dokuments; Tool "Übung"
    • Einreichung und Möglichkeit der Kommentierung und Überarbeitung durch Studierende; Tool "Wiki"
    Exzerpt
    • Elektronische Einreichung des Dokuments; Tool "Übung"
    • Einstellen des Exzerpts für die Seminargruppe zur Einsicht; Tool "Wiki"
    Essay
    • Elektronische Einreichung des Dokuments; Tool "Übung"
    • Einreichung und Möglichkeit der Kommentierung und Überarbeitung durch Studierende; Tool "Wiki"
    Rezension
    • Elektronische Einreichung des Dokuments; Tool "Übung
    • Einreichung und Möglichkeit der Kommentierung und Überarbeitung durch Studierende; Tool "Wiki"
    Zeitungsartikel
    • Elektronische Einreichung des Dokuments; Tool "Übung
    • Einreichung und Möglichkeit der Kommentierung und Überarbeitung durch Studierende; Tool "Wiki"
    Lexikonbeitrag
    • Erstellung des Beitrags; zusätzliche Möglichkeit der Kommentierung und Überarbeitung; Tool "Wiki"
    Studientagebuch
    • Elektronische Einreichung des Dokuments; Tool "Übung"
    • Erstellung eines Weblog (öffentlich); Tool "Blog"
    • Erstellung eines Portfolios (nicht-öffentlich) mit Möglichkeit der Veröffentlichung; Tool "Portfolio"
    Portfolio
    • Elektronische Einreichung des Dokuments; Tool "Übung"
    • E-Portfolio; Tool "Portfolio"
    Gruppenpräsentation (schriftlich)
    • gemeinsame Erstellung eines Wikis oder einer Wiki-Seite; zusätzliche Möglichkeit der Kommentierung durch andere Studierenden; Tool "Wiki
    Mündliche Prüfung
    • Prüfungsgespräch über ein ConferenceTool
    • Adaptives Testen
    Mündliche Mitarbeit
    Referat
    • Digital Storytelling
    • Podcast
    • Screencast
    • Elektronische Einreichung der Medien; Tool "Übung"
    • Einreichung und Möglichkeit der Kommentierung und Bewertung; Tool "Wiki"
    Posterpräsentation
    • Präsentation mit Bildschirmfreigabe im Conference Tool
    • Screencast
    • Elektronische Einreichung der Medien; Tool "Übung"
    • Einreichung und Möglichkeit der Kommentierung und Bewertung; Tool "Wiki"

    Beispiele für digitale Prüfungen
    Ein klassisches Referat, das üblicherweise zur Überprüfung der "Darstellung eines Themas sowie Präsentationsfähigkeit" eingesetzt wird, könnte im digitalen Raum durch einen Podcast (wenn es rein um die mündliche Darstellung geht) oder einen Screencast (mit einer visuellen Unterstützung) ersetzt werden. Möchten Sie überprüfen, inwiefern Studierende "Inhalte zusammenhängend darstellen" können, so ist beispielsweise eine Concept Map eine geeignete Form zur Überprüfung. Die Concept Map kann handschriftlich erstellt und abfotografiert digital eingereicht werden. Sie kann jedoch auch mit einem digitalen Tool (z. B. Cmap Tools) erstellt werden. Auch die Erstellung eines Wikis könnte in diesem Fall als Prüfungsform eingesetzt werden.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Gestaltung des Lehr-/LernprozessesGestaltung des Lehr-/Lernprozesses

    Anschließend werden Lehr-/Lernaktivitäten geplant, die auf die Lernziele der Veranstaltung und auf die Prüfungsform abgestimmt sind. Die Studierenden benötigen Lerngelegenheiten zum Erwerb der intendierten Kompetenzen und zur Vorbereitung auf die Prüfung.

    Welche Lehr-/Lernaktivitäten unterstützen das Erreichen der intendierten Lernergebnisse und den Kompetenzerwerb? Wie bereiten die Lehr-/Lernaktivitäten die Studierenden auf die Prüfungen vor?

    Beispiele
    Wenn die Prüfungsform eine schriftliche Hausarbeit ist, so benötigen die Studierenden im Laufe der Lehrveranstaltung Lerngelegenheiten, in denen sie bereits Schreiberfahrungen sammeln können. So könnten beispielsweise im Lehr-/Lernprozess eine Literaturrecherche mit Erstellung eines kommentierten Literaturverzeichnisses, das schriftliche Exzerpieren, die Erstellung eines Essays, die Erörterung einer These und das Verfassen eines Abstracts passende Lernmethoden sein.
    Ist die Prüfung als Klausur gestaltet, so ist es relevant, ähnliche Fragetypen auch im Vorfeld im Lernprozess zu üben. Dazu eigenen sich beispielsweise alte Klausuren aus vorherigen Semestern. Eine andere Möglichkeit ist, die Studierenden während des Lernprozesses selbst Prüfungsfragen entwickeln und diese gegenseitig zum Üben beantworten zu lassen.