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Geschichte

Landgrafenhaus 1927
Landgrafenhaus 1927

Als eine der vier Gründungsfakultäten wurde die Marburger juristische Fakultät neben der theologischen, der medizinischen und der philosophischen durch den Namensgeber des heutigen Landgrafenhauses, Landgraf Philipp der Großmütige, im Jahre 1527 durch die Stiftung des dem Protestantismus verpflichteten „universale studium Marpurgense“ errichtet.

Neben der „practic unsers Hoffgerichts“ waren zentrale Lehrinhalte, die in der Tradition der Rezeption des Römischen Rechts in Deutschland standen, die „Institutiones imperatorias und nach mittags [der] Codicem Justiniani sampt den büchern Pandectarum oder Digestorum“.

Herausragender Jurist der Gündungszeit war Johann Oldendorp (1488 – 1567), dessen Bedeutung in seiner Lehre von einem weltlichen Naturrecht und seiner Abhandlung über das Verhältnis von Billigkeit und Recht liegt.

1590 veröffentlichte Hermann Vultejus seine „Iurisprudentiae Romanae a Justiniano compositae libri II“, mit denen er versucht, ein geschlossenes System des römischen Rechts darzustellen.

Obgleich Christian Wolff als „professor mathesos er philosphiae primarius“ von 1723 bis 1740 in Marburg lehrte, übte er doch großen Einfluss auf die juristische Fakultät aus.

Portrait Savigny
Friedrich Carl von Savigny

Von 1800 bis 1804 wirkte der Begründer der Historischen Rechtsschule Friedrich Carl von Savigny (1779 – 1861) in Marburg. 1803 erschien sein Werk „Über das Recht des Besitzes“, dass ihn wegen der vorgeführten Methode der Quellenbehandlung berühmt machte. An der juristischen Fakultät gehörten Jacob und Wilhelm Grimm zu seinen Schülern. Im Wintersemester 1802/03 hielt Savigny seine berühmte Methodenvorlesung, in der er erstmalig eine historische und philosophische Bearbeitung der Gesetzeswissenshaft entwickelte. Ihm zu Ehren ist das Hauptgebäude des Fachbereichs „Savignyhaus“ benannt.

Mehr durch sein politisches Wirken, inbesondere als „Schöpfer“ der liberalen kurhessischen Verfassung von 1831, zog der Staatsrechtler Sylvester Jordan, der von 1822 bis 1839 in Marburg lehrte, die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich.

Mit der Berufung von Ludwig Enneccerus im Jahre 1873 wurde das Ansehen der Fakultät wesentlich gehoben. Als ordentlicher Professor für Römisches Recht und später auch für Deutsches Bürgerliches Recht gehörte er der Fakultät bis zu seiner Emeritierung 1921 an. Sein wissenschaftlicher Ruf beruhte auf seinem „Lehrbuch des sh Bürgerlichen Rechts“. Während Enneccerus' Zeit stieg die Zahl der Studenten auf 700 (1924) an. Zugleich erhöhte sich die Zahl der Lehrstühle auf neun (1926).

Nicht zu vergessen ist auch Franz von Liszt, der 1882 nach Marburg berufen wurde und in seiner Antrittsrede das „Marburger Programm“, seine nicht auf Vergeltung gestützte Strafrechtstheorie entwickelte, die neue kriminalpolitische, insbesondere präventive Ziele eröffnete. Etwas in Vergessenheit geraten ist v. Liszts Standardwerk "Völkerrecht. Systematisch dargestellt" mit dem mehrere Generationen von Juristen ihr völkerrechtliches Wissen erlernten.


Heute wird am Fachbereich Rechtswissenschaften, dem über 2000 Studenten angehören, durch 20 ordentliche Professoren und zahlreiche Honorarprofessoren sowie Lehrbeauftragte in den klassischen Disziplinen des Bürgerliches Rechts, des Strafrechts und des Öffentlichen Rechts ein weites Spektrum an Teilrechtsgebieten vertiefend gelehrt.


Ausführlich zur Geschichte in:
Werkmüller, Aus der Geschichte der Marburger Juristenfakultät bis zum Ende der preußischen Ära (1527 – 1918), JuS 1987, 920 - 922.



Zuletzt aktualisiert: 07.02.2013 · Milan W. Burgdorf

 
 
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