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Der Rhündaer Berg bei Felsberg-Rhünda

Rhuendaer Berg Wallstrukturen 3 km südlich des Heiligenbergs liegt der 338 m hohe Rhündaer Berg unmittelbar über dem Zusammenfluss von Schwalm und Eder. Reste einer Wallanlage sind hier schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt (Lange 1913), doch lagen bisher nur einige wenige Lesefunde des Neolithikums und der Eisenzeit vor (Haarberg 1963, Gensen 1986). Zur Ausdehnung, Funktion und zeitlichen Stellung der Anlage konnten bisher keine gesicherten Aussagen getroffen werden, daher finden seit 2006 Grabungen auf der Anhöhe statt. Parallel dazu erfolgt eine detaillierte Aufmessung, um in naher Zukunft erstmals einen präzisen Gesamtplan der Anlage vorlegen zu können. 

Rhuendaer Berg Mauerschale

















Die bisherigen Grabungen führten bereits zu wichtigen Erkenntnissen hinsichtlich der Datierung und inneren Struktur der Anlage. Am Südrand des Gipfelplateaus konnten Teile einer nahezu vollständig ausRhuendaer Berg sog. Mehrener Keramik Basaltsteinen bestehenden Befestigung aufgedeckt werden. Nachweisbar war eine Zweischalenkonstruktion aus Trockenmauerwerk mit einer Breite von ursprünglich etwa 2,80 m. Im Inneren verlieh eine horizontale Holzrahmenkonstruktion der Anlage die notwendige Stabilität. Keramikfragmente aus dem Versturz weisen darauf hin, dass die Befestigung bereits in der Späthallstattzeit errichtet wurde.


Auf dem Gipfelplateau konnten zudem verschiedene Pfostengruben aufgedeckt werden, die zu mehreren Gebäuden gehören und eine zeitgleiche, planmäßige Errichtung andeuten. Die geborgene Keramik datiert die Befunde in die Späthallstatt-/Frühlatènezeit. 14C-Analysen bestätigen inzwischen diesen zeitlichen Ansatz (6. – 5. Jh. v. Chr).

 Rhuendaer Berg Pfostenloch mit Verkeilsteinen

Der Formenschatz der entwickelten Früh- und Mittellatènezeit des benachbarten Heiligenbergs fehlt auf dem Rhündaer Berg bislang völlig. Daher scheint es sich zu bestätigen, dass eine neu errichtete Befestigung auf dem Heiligenberg den Rhündaer Berg in seiner Funktion im Verlauf der Frühlatènezeit ablöste. Mit der Aufdeckung der Pfostengruben ist es zudem gelungen, mehrere der in der nördlichen Mittelgebirgszone äußerst seltenen Pfostenbauten auf einer befestigten Anlage der älteren Eisenzeit nachzuweisen (Müller-Karpe/Fuchs 2007).

Zuletzt aktualisiert: 29.10.2007 · fuchs

 
 
 
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