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PROMOTIONSPROJEKTE



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Axel Fischer (M.A.)


Das US-Filmprojekt zum Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess (IMT). Eine Untersuchung über die filmische Überlieferung der nazistischen Kriegsverbrechen und ihrer Ahndung (AT)

Das Statut des IMT ermöglichte den Alliierten des Zweiten Weltkriegs erstmalig die internationale Ahndung von Staatsverbrechen. Es stellte somit ein neuartiges rechtliches Instrument dar, welches nicht nur juristischer und diplomatischer Konsolidierung bedurfte. Weil die US-Seite mit dem Verfahren weitgesteckte Ziele verwirklichen wollte (Ächtung des Angriffskriegs, Etablierung des Völkerstrafrechts), sollte der Prozess entsprechend popularisiert werden. Das dazu lancierte Filmprojekt schuf die umfangreichste filmische Überlieferung dieses ersten völkerstrafrechtlichen Verfahrens und war Bestandteil der US-Informationspolitik zur Vermittlung der Neuordnung Deutschlands.
Meine Untersuchung zielt auf die textkritische Erfassung des durch die U.S. Army hergestellten filmischen Outputs, die filmwissenschaftliche Analyse und Einordnung der Berichterstattung sowie die Darstellung ihrer Funktion in dem politischen Umbruchprozess. Die leitende Hypothese ist, dass die Filmkampagne der US-Behörden als substantieller Bestandteil eines der ersten Transitional Justice-Fälle zu bewerten ist, aus dem mit den Nürnberger Prinzipien ein wesentliches Kulturerbe hervorging, das noch gegenwärtig unser Politikverständnis beeinflusst. 

Vita

Nach der Beendigung des Studiums der Neueren deutschen Literatur und Medien sowie der Völkerkunde in Marburg war Axel Fischer im Kulturmanagement und in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Er ist seit 2010 Mitglied des Internationalen Forschungs- und Dokumentationszentrums Kriegsverbrecherprozesse (ICWC), wo er sich mit den filmischen Überlieferungen von Kriegsverbrecherprozessen beschäftigt. Er war als wissenschaftliche Hilfskraft an den Universitäten Wuppertal und Marburg tätig. Seit 2012 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medienwissenschaft am Fachbereich 09 der Philipps-Universität Marburg.



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Karina Kirsten (M.A.)


Signaturen von Genres in multimedialen Konstellationen (AT)

Das Dissertationsprojekt fragt nach der Konstitution von Genretexturen vor dem Hintergrund medialer Distributions- und Vermarktungspraktiken. Eingebettet in ein breites Medienumfeld aus Filmplakat, Trailer, Homepage, DVD Edition und Filmkritik unterliegen Filme wie Serien im Allgemeinen und deren Genrezugehörigkeiten im Speziellen viralen Kommunikations- und Vernetzungsstrukturen. Das Forschungsdesign zeichnet diese textuellen Verbindungen und medialen Zusammenhänge nach. Dabei zielt das Dissertationsprojekt darauf, Genre nicht mehr als Phänomen im Sinne inhaltlich-thematischer, formal-ästhetischer und narrativer Merkmale zu betrachten, die von einer Gruppe an Filmen geteilt werden, oder als produktionsökonomische Standardisierung anzusehen, sondern es geht vielmehr darum nachzuvollziehen, wie sich Genre über die Filme und deren rahmenden medialen Umfeld zu einem multimedialen Diskursfeld verdichtet.

Vita

Karina Kirsten, M.A., Studium der Medien- und Filmwissenschaft in Marburg und Paris, derzeit Promotionsprojekt an der Philipps-Universität Marburg zu „Signaturen des Genres in multimedialen Konstellationen“ (AT), 2012-2014 Redakteurin bei der Zeitschrift MEDIENwissenschaft: Rezensionen | Reviews, aktuell wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft.



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Stefanie Klos (M.A.)


Transkulturelle Audiovisionen: Die Filme von Fatih Akin (AT)

Fatih Akin hat spätestens mit seinem Film GEGEN DIE WAND aus dem Jahr 2004 national sowie international große Bekanntheit erlangt.  Als deutscher Vertreter wurde er unter anderem für die internationalen Projekte VISIONS OF EUROPE (EU 2004) sowie NEW YORK, I LOVE YOU (USA 2009) engagiert. Zu Beginn seines Schaffens als Regisseur wurden seine Filme aufgrund seiner Herkunft (die türkischstämmigen  Eltern kamen als Gastarbeiter nach Deutschland) zumeist in die Kategorie des „Deutsch-Türkischen Films“ eingeordnet.  Das Dissertationsprojekt hinterfragt dieser Zuordnung kritisch und untersucht ausgehend davon - anhand des Filmmaterials auf inhaltlicher und formaler Ebene - ob nicht vielmehr von einem transnationalen und transkulturellen Film zu sprechen ist. Mit diesen Kategorien verändert sich nicht nur der Blickwinkel auf nationale Zuschreibungen, sondern ebenfalls die Frage nach filmischer Autorenschaft. Dieses Spannungsfeld zwischen öffentlicher Wahrnehmung, künstlerischem Schaffen und Selbstinszenierung bildet, zusammen mit dem Transkulturalitätsbegriff, den zentralen Untersuchungsgegenstand. Am Ende sollen beide Phänomene zusammengeführt werden.

Vita

Stefanie Klos, M.A., Absolventin des Studiengangs ‚Populäre Musik und Medien‘ (B.A.) der Universität Gesamthochschule Paderborn sowie des Studiengangs ‚Medien und kulturelle Praxis‘ (M.A.) der Philipps-Universität Marburg. Dissertationsprojekt zum Filmschaffen von Fatih Akin. Diverse Lehraufträge am Institut für Medienwissenschaft (2010-2013). Derzeit beschäftigt als Fachreferentin im Dekanat des Fachbereichs 09 der Philipps-Universität Marburg (Projekt „Einführung eines integrierten Campus-Managements [iCM]".



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Alisa Kronberger (M.A.)


Continue to look closer. Feministische Medienkunst in den 1970er-Jahren und heute (AT)


Das Dissertationsprojekt fragt nach feministischen Video-Performances und ihren jeweiligen Installationen im Ausstellungskontext vor dem Hintergrund ihrer medienreflexiven Positionen. Interdisziplinär ausgelegt wendet sich das Projekt methodisch diachron einer im wissenschaftlichen Kontext postulierten Nähe zwischen Medienkunst und Feminismus zu. Anhand von Video-Performances aus den 1970er-Jahren sollen zunächst Kernkonzepte und -begriffe herausgearbeitet werden. Die Ergebnisse werden dann in einem weiteren Schritt zeitgenössischen Medienkunstarbeiten gegenübergestellt. Primär stehen dabei künstlerische Formen und Strategien der Bezugnahme von Medienkünstlerinnen heute auf Positionen jener Pionierinnen der 1970er-Jahre im Fokus. Zum anderen werden konkrete Medienkunstinstallationen jener vorangegangenen Performances hinsichtlich ihrer mediendispositiven Ästhetik im Ausstellungsraum untersucht. Damit stellt das Forschungsvorhaben einen wichtigen Beitrag zur theoretischen wie praktischen Verortung der Medienkunst von Frauen dar, die in ihrer feministischen Praxis den Status quo ihrer Medienkultur reflektieren.

Vita

Alisa Kronberger, M.A., Bachelorstudium der Medienkulturwissenschaft und Psychologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (2011-2014) mit anschließendem Masterstudium Medien und kulturelle Praxis an der Philipps-Universität (2014-2016). Im WS 2016/17 als Lehrbeauftragte am Insitut für Medienkulturwissenschaft in Freiburg tätig. Promoviert zu feministischer Medienkunst.



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Ann-Marie Letourneur (M.A.)


Indie Games (AT)

Kaum ein anderes Medium hat bisher – von der Distributions- und Anwendungstechnologie über Institutionalisierungsprozesse bis hin zum Formenreichtum der durch und in ihm hervorgebrachten medialen Artefakte – eine derart rasante Entwicklung vollzogen wie das Computer- und Videospiel. Eine der zahlreichen zeitgenössischen Ausprägungsformen stellt das sogenannte INDIE GAME dar, das seine Entstehung und Popularität eben diesen weitreichenden Entwicklungs- und Transformationsprozessen verdankt.
Das Dissertationsprojekt geht in diesem Zusammenhang u.a. der Frage nach, welche Funktion die Bezeichnung eines digitalen Spiels als indie bzw. als independent erfüllt. Während es sich bei der Bezeichnung zunächst lediglich um eine Beschreibung handelt, die auf eine spezifische Entwicklungs- und Distributionslogik aus der Perspektive der Medienökonomie hinweist, tritt auch in diesem Feld eine Art Institutionalisierung ein, die der Beschreibungsgröße zusätzliche Bedeutungsebenen hinzufügt (was z.B. an der Zuschreibung eines indie style bestimmter Spiele und der Fokussierung des Innovationscharakters dieser Games deutlich wird).
Die Beschreibungsgröße soll daher ihrerseits historisierend perspektiviert und einem Vergleich mit bereits bestehenden und durchaus als institutionalisiert zu betrachtenden ‚Independent’-Systemen (z.B. Film) unterzogen werden, um bereits bestehende und in der Anwendung der Beschreibungsgröße auf das Feld der Video- und Computerspiele übertragene Bedeutungsebenen aufzudecken.

Vita

Ann-Marie Letourneur, M.A., Studium der Medienwissenschaft in Marburg, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für digitale Medien des Instituts für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Sie leitet das Computer- und Videospiellabor „GameLab“ und promoviert zu „Indie Games“ (AT).



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Benita Schmitz (M.A.)


Kaum ein Kulturkreis dient bis heute der westlichen Welt mehr als eine Projektionsfläche als der „Orient“. Er fungiert als ein künstlich geschaffener Raum für (unerfüllte) Phantasien, Schreckensszenarien, das große Abenteuer und das Fremde. Obwohl wir in einer globalisierten Welt leben, besteht nach wie vor das romantisierte Bild des „Orients“ von Kamelkarawanen, Harems und Sultanen. Auf der anderen Seite wird ein Feindbild gezeichnet, welches vor allem durch die vermeintliche Bedrohung, die angeblich vom Islam ausgeht, gekennzeichnet ist.  Da gerade auch kommerzielle Filme ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Meinungsbildung sind, sollen die verschiedenen Orientkonstruktionen, die ihnen zu Grunde liegen, näher untersucht werden. Analysiert werden dabei Formen von Exotismus und Orientalismus, die in den erzeugten Bildern zum Tragen kommen. Dabei wird bewusst auch aus einer orientwissensachftlichen Perspektive auf die zu untersuchenden Filme geschaut.

Vita

Benita Schmitz, M.A. , geb.1985; nach dem Abitur Jahrespraktikum bei der Filmproduktionsfirma ZeroFilm GmbH; Grundstudium: HF  Islamwissenschaften, NF Politikwissenschaften und Öffentliches Recht an der Christian Albrechts Universität Kiel; Auslandsjahr: Studium „International Relations“, Bogazici University Istanbul mit DAAD Jahresstipendium; Hauptstudium: HF Orientwissenschaften, NF Politikwissenschaften und Jura, Philipps-Universität Marburg; derzeit Zweitstudium Kunst-Musik und Medien, sowie Promotion in den Medienwissenschaften in Marburg



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Carlo Thielmann (M.A.)


Tiere im Film – Phänomene einer Filmsprache der anthropologischen Differenz (AT)

Das Dissertationsprojekt geht der Frage nach Spezifika einer Filmästhetik und Filmsprache der anthropologischen Differenz am Beispiel von Tier-Mensch-Beziehungen nach.
Das Forschungsdesign zielt auf die theoretische Verortung eines erweiterten Filmbegriffs in kulturellen Mechanismen und symbolischen Ordnungen, die die Trennung zwischen den Lebensformen Mensch und Tier hervorbringen und verstetigen. Die Modellierung eines Wahrnehmungs- und Machtdispositivs macht die inhärenten Strategien dieser Alterität sichtbar und weist verschiedene Facetten von Filmkultur als regulative Elemente der kulturellen Organisation von Mensch und Tier aus. Für die auf diesem Wege beschriebenen Machtverhältnisse und Wahrnehmungsphänomene werden filmanalytische Beschreibungskategorien nahe am filmischen Material entwickelt.
Fallstudien wenden sich unter anderem dem exotischen Abenteuerfilm, nationalsozialistischen Propagandafilm und der Science Fiction zu, um kulturelle Semantiken des Tieres, Verbindungen der Tier-Mensch-Beziehungen und Filmkultur sowie (Wahrnehmungs-)Politiken der Tier-Mensch-Trennung in ihrem historischen Kontext und Wandel zu untersuchen.

Vita

Carlo Thielmann, M.A., geb. 1983, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg und leitender Redakteur der Zeitschrift MEDIENwissenschaft: Rezensionen | Reviews. Studierte Medienwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Neuere deutsche Literatur in Marburg.



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Monika Weiß (M.A.)


Living History im Fernsehen. Audiovisueller Geschichtsumgang, kulturelle Identität und Medienglobalisierung am Beispiel eines Reality-Formats (AT)

Untersucht werden audiovisuelle Living History-Formate, die im Bereich der Doku-Soap (Reality-TV) zu verorten sind. Die Analyse gliedert sich in zwei Bereiche:
1. Bei der Nachbildung der historischen Lebensbedingungen in Formaten wie „Schwarzwaldhaus 1902“ (SWR 2001) und „Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus“ (SWR 2004) prallen ständig Gegenwart und Vergangenheit aufeinander. Der Mythos einer „guten alten Zeit“ wird beschworen, um dadurch traditionelle Werte und Lebensmodelle zu erneuern bzw. zu verjüngen sowie aktuelle, im Verhältnis schnelllebige und technikaffine, Lebensweisen zu reflektieren.
2. Da es sich bei den genannten Formaten um international vermarktete handelt, ist der zweite Teil meines Dissertationsprojekts mit dem Begriff der Medienglobalisierung überschrieben. Anhand der Verknüpfung von nationaler Zuschreibungen im Inhalt (auf welche historische Zeit greift welche Nation zurück und warum?) und den international vereinheitlichten Sendungsstrukturen (Regeln des Formathandels) bei den Living History-Formaten kann m.E. besonders gut aufgezeigt werden, dass Medien in kulturelle Kontexte eingebettet sind, die zwar in Ansätzen global, aber in der Hauptsache doch national dimensioniert sind.

Vita

Von 2001 bis 2008 Magisterstudium an der Philipps-Universität Marburg, Hauptfach: Medienwissenschaft, Nebenfächer: Neuere Geschichte sowie Politikwissenschaft; Thema der Magisterarbeit: „Der große TV-Eventfilm. Ästhetik und politische Semantik eines neuen Genres“ (unveröffentlicht); seit 2008 Dissertationsprojekt zum televisuell-gesellschaftlichen Umgang mit Geschichtsthemen in Living-History-Formaten - unter Berücksichtigung eines internationalen Vergleichs. Aktuell wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft.



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Sabine Wirth (M.A.)


Transformationen des Interface: Zur Medialität des Computers (AT)

Die Arbeit will einen Beitrag zur Medientheorie und -geschichte des Personal Computers leisten, indem sie die Formierung von Interfacedispositiven diskutiert. Sie nimmt ihren Ausgang von der Entwicklung der Interfaces des Personal Computers in den 1970er Jahren, wo die explizite Gestaltung von grafischen Mensch-Computer-Schnittstellen, die auch für nicht-professionelle Nutzer zugänglich sein sollten, erstmals in den Fokus rückte. Die historischen Formierungen der Interfaces des Personal Computers und deren vermeintliche Auflösung in mobilen Touchscreen-Geräten, Konzepten des ‚Ubiquitous Computing’ oder des ‚Augmented Space’ werden aus der Frageperspektive einer Mediengeschichte der Handhabung bzw. Handhabbarmachung beschrieben. Diese Perspektive erlaubt zum einen eine Auseinandersetzung mit der Intermedialität der Interface-Konzeptionen und fragt zum anderen nach den damit verbundenen Interaktionsparadigmen und Konzeptionen des Nutzers/Users.

Vita

Sabine Wirth ist seit April 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Seit 2011 ist sie assoziiertes Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs Sichtbarkeit und Sichtbarmachung – Hybride Formen des Bildwissens an der Universität Potsdam und Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Sie studierte Theater- und Medienwissenschaft, Neuere deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Erlangen und der University of Melbourne.



 
 

Zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 · Sabine Wirth, Institut für Medienwissenschaft

 
 
 
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