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13.03.2017

Kulturforschung jenseits der Fächergrenzen

Prof. em. Dr. Jörg Jochen Berns ist Stiftungsprofessor 2017 am Warburg-Haus

Kulturforschung jenseits der Fächergrenzen
Prof. Dr. Jörg Jochen Berns, Foto: Harry Hecker

Hohe Auszeichnung für Jörg Jochen Berns: Dem emeritierten Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Philipps-Universität Marburg wurde die Aby-Warburg-Stiftungsprofessur 2017 zugesprochen. Am 1. März trat er den Gastaufenthalt mit dem Zweck der fächerübergreifenden Kunst- und Kulturforschung in Hamburg an. „Die Auszeichnung bedeutet mir viel, ermutigt sie mich doch, auf dem eingeschlagenen Wege weiterzugehen“, sagt Berns.

Die Warburg-Professur wird von der Aby-Warburg-Stiftung in Hamburg verliehen. Sie ermöglicht Forschungsaufenthalte mit Arbeits- und Wohnräumen im geschichtsträchtigen Warburg-Haus. Die Stiftungsprofessur akzentuiert traditionell die Interdisziplinarität – zu den bisherigen Ehrenträgern zählen international bekannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Carlo Ginzburg, Reinhart Koselleck, Walter Jens, Kurt Flasch oder Aleida Assmann.

Historisch und interdisziplinär

Jörg Jochen Berns war von 1972-2001 Universitätsprofessor am Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien der Philipps-Universität. Er publizierte zahlreiche Bücher zu kunst-, literatur- und medienwissenschaftlichen Themen. Dazu gehören u. a. Die Herkunft des Automobils (1996), Film vor dem Film (2000); Himmelsmaschinen / Höllenmaschinen (2007) und Von Strittigkeit der Bilder (2014). Berns gilt über die Grenzen seines Faches hinaus als Experte für die Geschichte der Bildtheorie, die Geschichte des Verhältnisses von Technologie und Ästhetik, die Höfische Kultur der Frühen Neuzeit und die Geschichte der Mnemonik.

Als prägend für seine Forschung, Lehre und Publikationstätigkeit bezeichnet er die Gründung des Fachbereichs 09 (Germanistik und Kunstwissenschaften) an der Universität Marburg Anfang der 70er Jahre. Durch sie befand sich das von ihm vertretene Fach Neuere Deutsche Literatur nunmehr unter einem institutionellen Dach mit den Fächern Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Medienwissenschaft. „Die dadurch entstandene Möglichkeit und Verpflichtung zu Interdisziplinarität war für mich und meine Studierenden ungemein förderlich, wie sich in zahlreichen Seminaren, Vorlesungen und Exkursionen, die ich mit Kunsthistorikern und Medienwissenschaftlern durchführte, erwies“, sagt Berns. Daraus ergab sich das vierjährige interdisziplinäre Graduiertenseminar „Kunst im Kontext“, dessen zweite Phase er plante und leitete. Gegen Ende seiner aktiven Zeit initiierte Berns das DFG-Forschungsprojekt „Mnemonik“ (Gedächtnislehre und Gedächtniskünste von der Antike bis zum Ende der Frühen Neuzeit), aus dem mehrere Buchpublikationen hervorgegangen sind.

In Hamburg möchte Prof. Berns seine Forschung fortsetzen. Er befasst sich seit geraumer Zeit mit der vergleichenden Sichtung mythischer Berichte und Legenden von Ursprung und Wirkung der verschiedenen Gattungen der bildenden Künste. „Ich sehe darin die Konstitution von Kunst- und Mediengeschichte, die bis heute fortwirkt“, sagt Berns. Einen Auszug seiner aktuellen Arbeit präsentiert er am 17. Mai im Warburg-Haus: Dort hält er den Vortrag „Der malende Teufel. Zum ästhetischen Potential des mille artifex in der Frühen Neuzeit“. Im Anschluss wird ein zweitägiges Doktorandenseminar stattfinden.   

Das Warburg-Haus als Ort der Wissenschaft

Disziplinen übergreifende Kulturforschung hat im Warburg-Haus Tradition. Aby Warburg (1866-1929) war Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler. Als solcher untersuchte er die Kulturgeschichte des Abendlands in den unterschiedlichsten Hinsichten und wurde berühmt für seine neuen, grenzüberschreitenden Forschungsansätze. Sein Haus in der Hamburger Heilwigstraße 114 erweiterte er 1925-1926 um die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg in der Heilwigstraße 116. Mit ihrem Lesesaal wurde diese alsbald zu einem Ort des wissenschaftlichen Austauschs.

Diese Forschungstradition im Sinne Aby Warburgs und seiner Schüler soll heute im Warburg-Haus diskutiert und fortgeführt werden. Herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten hier die Möglichkeit, ihre Arbeit konzentriert voranzubringen und zu präsentieren. Bei der Auswahl der Ehrenträger wird die Warburg-Stiftung durch einen internationalen wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Neben Vorträgen dienen auch die hauseigenen Publikationsreihen dazu, die Diskussionen im Warburg-Haus einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Weitere Informationen:

Webseite zur Warburg-Professur: http://www.warburg-haus.de/personen/warburg-professur/

Kontakt

Prof. Dr. Jörg Jochen Berns
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 13.03.2017 · backesm

 
 
 
Fb. 09 - Germanistik und Kunstwissenschaften

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