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Forschung in der AG Klinische LinguistikKind mit EEG-Kappe

Forschungsschwerpunkte

Innerhalb der Forschungsaktivitäten des Instituts für Germanistische Sprachwissenschaft ist die Forschung der Arbeitsgruppe Klinische Linguistik in den Forschungsbereich Sprachkognition eingebettet. Wir befassen uns im Kern mit den vielfältigen Erscheinungsformen von Sprachstörungen bei Kindern und Erwachsenen. Hierzu zählen insbesondere Sprachentwicklungsstörungen in der Kindheit oder der Verlust der Sprachfähigkeit bei neurologischen Erkrankungen, z.B. nach Schlaganfällen, aber auch Beeinträchtigungen des Lesens und des Schreibens.

In unserer Forschung stehen die differenzierte Beschreibung der Symptomatik und die Untersuchung der Verarbeitungsprozesse bei solchen sprachgestörten Personengruppen auf der Basis sprach- und kommunikationswissenschaftlicher Theoriebildung im Vordergrund. Ein wichtiges Ziel ist die modellgeleitete bzw. entwicklungslogisch begründete Konzeption, Erprobung und Evaluierung spezifischer Diagnostik- und Therapieverfahren. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Wortverarbeitung (lexikalische, semantische, morphologische, phonologische und prosodische Aspekte) bei typischen und klinischen Populationen.

Zu den methodischen Zugängen, die wir in unserer Forschung verwenden, gehören Therapie- und Lernstudien, Reaktionszeit- und Sprachelizitationsexperimente sowie Untersuchungen mittels Elektroenzephalographie (EEG).

Oszillogramm Klinische Linguistik
Oszillogramm "Klinische Linguistik"

Forschung im Rahmen von Forschungskooperationen

Das Forschungsprogramm Theorie und Empirie der Sprachdynamik und Sprachkognition des Instituts für Germanistische Sprachwissenschaft und des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas stellt einen übergreifenden Kontext für unsere Forschung dar. Dieses Programm widmet sich der Erklärung von sprachlicher Variation auf verschiedenen Ebenen des Sprachsystems, des Sprachgebrauchs und der Sprachverarbeitung. Innerhalb dieses Kontextes dient die Klinische Linguistik als eines der Erkenntnisfenster: Muster gestörter Sprache, ihre zugrunde liegenden neuronalen Mechanismen sowie ihre therapeutische Modifizierbarkeit können Modelle typischer Sprachverarbeitung spezifizieren, da sich aus selektiven Störungsprofilen bei Sprachpathologien unterschiedlicher Genese Erkenntnisse zur kognitiven Verankerung und zum Zusammenspiel sprachlicher Fähigkeiten ableiten lassen.

Im Rahmen des aus Landesmitteln finanzierten LOEWE-Schwerpunkts Fundierung linguistischer Basiskategorien (Laufzeit 2012-2015) haben wir in unserem Teilprojekt den Erwerb des prosodischen Wortes und morphophonologische Prozesse im normalen und gestörten Spracherwerb untersucht. Um Evidenz für die optimale prosodische Struktur von Wörtern zu finden, wurden Beobachtungsdaten sowie neurophysiologische Daten von Proband/innen mit normalen und gestörten Erwerbsverläufen in verschiedenen Altersgruppen erhoben. Dabei konnten wir zeigen, dass Menschen mit Sprachauffälligkeiten weniger sensitiv für prosodische Erfordernisse (insbesondere für die Betonungsstruktur von komplexen Wörtern) sind.Lehre3

Im Rahmen des SFB "Kardinale Mechanismen der Wahrnehmung" untersuchen wir im Teilprojekt C3, wie Kinder emotionale Information in Wörtern und Gesichtern verarbeiten. Von besonderem Interesse ist die Frage, ob Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen unterschiedlich große Einschränkungen bei der Verarbeitung von nonverbaler und verbaler emotionaler Information zeigen. In unseren Wortverarbeitungsexperimenten fokussieren wir Emotionsbegriffe, da diese als besondere Wortkategorie gelten, die Kindern den Übergang vom konkreten zum abstrakten Vokabular ermöglicht.

In dem von der deutsch-polnischen Förderinitiative für Geistes- und Sozialwissenschaften "Beethoven" finanzierten Projekt LingNumCog erforschen wir, wie spezifische Eigenschaften der polnischen und deutschen Sprache, z.B. die unterschiedlichen Systeme der Numerusflexion, sich auf den Umgang mit Zahlen auswirken.

In Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Marburg (Kooperationspartner Dr. Arne Nagels) und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (Kooperationspartnerin Prof. Dr. Inge Kamp-Becker) interessieren wir uns für sprachliche Besonderheiten bei psychiatrischen Störungsbildern wie Depression, Schizophrenie und Autismus.

 

Stimulusgeste Vogt

Forschung im Rahmen von Promotionen

Derzeit laufen mit Anbindung an die AG Klinische Linguistik mehrere interessante Promotionsprojekte, in denen klinischen, psycholinguistischen und neurolinguistischen Fragestellungen nachgegangen wird. Das Fach Klinische Linguistik gehört zu den Promotionsfächern des Instituts für Germanistische Sprachwissenschaft am Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaft (Promotionsordnung). Voraussetzung ist ein Masterabschluss (oder vergleichbarer Abschluss) in einem einschlägigen Studiengang. Auch der Masterstudiengang Klinische Linguistik bereitet auf eine weitere wissenschaftliche Laufbahn vor. Die Möglichkeit zu einer Promotion unterscheidet den Studiengang von Ausbildungen an Berufsfachschulen für Logopädie und auch von Bachelorstudiengängen, die zum Berufsbild des Sprachtherapeuten führen.

Informationen zur Einschreibung für die Promotion erhalten Sie hier.

Verletzungsparadigma Lexikonerwerb

 


Forschung im Rahmen von studentischen Abschlussarbeiten

Für Studierende der Studiengänge Klinische Linguistik, Linguistik: Kognition und Kommunikation sowie Sprache und Kommunikation bieten sich vielfältige Möglichkeiten für empirische Abschlussprojekte zu einer großen Breite an psycholinguistischen und/oder sprachtherapeutischen Themen. Diese im Rahmen von Abschlussarbeiten durchgeführten studentischen Forschungsprojekte sehen wir als Ergänzung und große Bereicherung der Forschungsaktivitäten unserer Arbeitsgruppe. Die bisher entstandenen Arbeiten decken ein großes inhaltliches Themenspektrum auf teilweise sehr hohem Niveau ab, so dass diese auch vielfach auf Fachtagungen präsentiert und teilweise als Publikationen in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden.

Einen Überblick über Veröffentlichungen und Tagungsbeiträge, die aus studentischen Abschlussarbeiten hervorgegangen sind, finden Sie hier.      

Zuletzt aktualisiert: 27.06.2017 · frobelf

 
 
 
M.A. Klinische Liguistik

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