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18.02.2014

Autismus von allen Seiten beleuchtet

Bundesweiter Verbund forscht zu Diagnostik, Therapie und Gesundheitsökonomie.

Das Bundesforschungsministerium fördert mit 2,9 Millionen Euro ein neues Forschungsnetz zum Autismus, das von Marburg aus koordiniert wird. Die Philipps-Universität arbeitet dabei mit Einrichtungen aus ganz Deutschland zusammen. Der Verbund ist Teil des neu gegründeten Großprojekts „Forschungsnetz Psychische Erkrankungen“.

Autismus_Team
Die Marburger Verbundmitglieder können sich über eine millionenschwere Förderung freuen (von links): Die Leiterin der Marburger Kinder- und Jugendpsychiatrie Professorin Dr. Katja Becker, Dr. Anne Wermter, Dr. Sören Krach, Dr. Inge Kamp-Becker, Professor Dr. Christian Bachmann, Dr. Frieder Paulus und Professor Dr. Andreas Jansen (Foto: Philipps-Universität / Manuela Windholz)

Eine Autismus-Spektrum-Störung (englisch: „autism spectrum disorder“, ASD) ist eine schwere dauerhafte Erkrankung, die enorme Kosten mit sich bringt. Das ASD-Netz verfolgt das Ziel, ein Behandlungs- und Forschungsnetzwerk zu schaffen, dessen Schwerpunkt auf Diagnostik, Therapie und Gesundheitsökonomie von ASD liegt. „Das multidisziplinäre Konsortium vereint hervorragendes Know how zur ASD mit modernsten genetischen und neurobiologischen Forschungsmethoden und kann auf eine außerordentlich hohe Zahl bereits diagnostizierter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener in Deutschland zurückgreifen“, betont die Psychologin Dr. Inge Kamp-Becker von der Philipps-Universität, bei der die Gesamtleitung des Verbunds liegt.

Das ASD-Netz gliedert sich in drei Aufgabenbereiche, die  sich auf Diagnostik, Therapie und Gesundheitsökonomie konzentrieren. „Im Rahmen des Schwerpunkts Diagnostik planen wir, das erste Internet-basierte Trainingsinstrument in Deutschland für den frühen Nachweis von ASD zu entwickeln“, erläutert Kamp-Becker.

Im Schwerpunkt Therapie versuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufzuklären, wie ein spezielles Training sozialer Fertigkeiten und das Hormon Oxytocin zusammenwirken und welche neuronalen und genetischen Mechanismen daran beteiligt sind. „Wir werden erstmals die langfristigen Auswirkungen untersuchen, die das Training sozialer Fertigkeiten in Kombination mit Oxytocin mit sich bringt“, erklärt die Projektkoordinatorin.

Darüber hinaus wollen sich die Forscherinnen und Forscher auch der Frage widmen, welche akuten Wirkungen das Hormon Oxytocin zeitigt, und auf diese Weise biologisch plausible Modellvorstellungen der ASD-Symptomatik zu entwickeln; dies soll in erfolgreiche Behandlungsansätze münden.

In einem dritten, gesundheitsökonomischen Schwerpunkt  geht es darum, die Kosten von ASD zu bewerten. Hierbei soll auch identifiziert werden, welche Kosteneinsparungen in Deutschland umsetzbar sind. Um neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die tägliche Behandlungspraxis umzusetzen, müssen die Kosten für medizinische Leistungen ebenso identifiziert werden, wie mögliche Einsparungen mithilfe von individualisierter Behandlung und verbesserter Diagnose.

Neben der Philipps-Universität sind die Charité -Universitätsmedizin Berlin, die Universität Bremen, die Technische Universität Dresden, das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim sowie das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig an dem Verbund beteiligt. „Das ASD-Netz ermöglicht eine enge Zusammenarbeit von Klinikern und Forschern, was sowohl das individuelle Leiden und die soziale Benachteiligung der Patienten vermindert, als auch die Kosten für das deutsche Gesundheitssystem“, zeigt sich Kamp-Becker überzeugt.

 

Weitere Informationen:

Ansprechpartner: Privatdozentin Dr. Inge Kamp-Becker,
Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Tel.: 0642158-65328
E-Mail: kampbeck@med.uni-marburg.de

Homepage von ASD-Netz: www.asd-net.de

Pressemitteilung des BMBF  - „Forschungsnetz zu psychischen Erkrankungen“: http://www.bmbf.de/press/3572.php

Zuletzt aktualisiert: 19.02.2014 · Forschungskommunikation

 
 
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Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie,
Hans-Sachs-Straße 4, D-35039 Marburg Tel. +49 6421/58-66471, Fax +49 6421/58-65667, E-Mail: kjp@med.uni-marburg.de

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