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Hintergrund

Angesichts einer als krisenhaft wahrgenommenen Modernisierung der Geschlechterverhältnisse formiert sich aktuell in Deutschland gegen den sog. „Gender-Wahn“ (Wahlplakat der AfD 2013) ein breites Spektrum, das sich gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse (Bsp.: Homosexualität) richtet. Zwar adressieren die entsprechenden Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse. Zugleich bedrohen sie jedoch den gesellschaftlichen

Zusammenhalt, indem Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher bzw. sexueller Identität als neue politische Spaltungslinie verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften von Gleichstellungspolitik in Frage gestellt werden. Nicht zuletzt sehen sich Einzelpersonen und Institutionen, wie z.B. Geschlechterforscher*innen, Frauen-/Gleichstellungsbeauftragte oder politische Aktivist*innen, zunehmend mit anti-feministischen Angriffen und Drohungen konfrontiert. Diese Phänomene und Diskurse gefährden die Geschlechtergerechtigkeit und die Akzeptanz von Pluralität als normative Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung.

Ziel

Das Gesamtziel des Forschungsvorhabens ist die differenzierte und detaillierte Analyse des Anti-‚Genderismus’-Diskurses anhand exemplarischer Fallstudien und die Entwicklung von Empfehlungen für den produktiven zivilgesellschaftlichen Umgang mit verschiedenen Dimensionen der von diesem Diskurs ausgehenden desintegrierenden Spaltungslinien. Fünf Fallstudien in den Praxisfeldern parlamentarische Geschlechterpolitik, Wissenschaft, Sexuelle Bildung, Elternberatung und Integrationsarbeit analysieren anti-‚genderistische’ Argumentationen in Debatten zur ‚Ehe für alle’, in der Wissenschaft, über sexuelle Bildung, über Mutterschaft sowie die diskursive Ethnisierung der Geschlechterverhältnisse nach den Ereignissen an Silvester 2016 in Köln.

Zunächst werden in den Fallstudien Träger*innenschichten, Einstellungen, diskursive Strategien, Mobilisierungs- und Radikalisierungspotenziale anti-feministischer Debatten mit Fokus auf die Wechselwirkungen von Überzeugungen mit dem Erleben und der Diskursivierung gesellschaftlicher Umbrüche untersucht. Sodann werden Gegendiskurse erschlossen und mit analogen Fragen analysiert. Argumentationsfiguren, zivilgesellschaftliche Praktiken und Maßnahmen werden identifiziert, die solidarisches Zusammenleben und community building stärken können. Ziel ist es, gemeinsam mit den Praxispartner*innen Maßnahmen der politischen Bildung, Wege der Aufklärung sowie Strategien für individuelle und kollektive Akteur*innen zu entwickeln, präventiv oder interventionistisch anti-emanzipatorischen Diskursen entgegenzuwirken und eine demokratische Auseinandersetzung um divergierende Positionen zur Konstitution der Geschlechterverhältnisse, zu  Geschlechterrollen,zur Heteronormativität sowie Intersektionalität zu fördern.

 

Die Projektergebnisse sollen durch die Publikation eines Sammelbandes in wissenschaftliche und praxisbezogene Diskurse eingebunden werden.

Zuletzt aktualisiert: 27.10.2017 · Sauermaa

 
 
 
Gender Studies

Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung,
Wilhelm-Röpke-Str. 6F, 35032 Marburg Tel. +49 6421/28-24823, Fax +49 6421/28-24841, E-Mail: genderzukunft@staff.uni-marburg.de

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