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Anliegen und Konzept des Studienprogramms "Gender Studies und feministische Wissenschaft"

Die Asymmetrie der Geschlechterverhältnisse durchzieht alle gesellschaftlichen Bereiche und schränkt die Handlungs- und Entfaltungsmöglichkeiten von Subjekten ein. In den Gender Studies Modulen wird Geschlecht als ein Mechanismus begriffen, über den soziale Positionen, Arbeit, Macht, Ressourcen und Anerkennung different und hierarchisch zugewiesen werden. Die Analyse dieser Mechanismen und der Konstruktionsprinzipien von Geschlecht und hierarchischen Geschlechterverhältnissen in Theorie und Praxis bilden den Gegenstand von Gender Studies und feministischer Wissenschaft. Gender Studies beschäftigt sich mit der gedanklichen Durchdringung und theoretischen Analyse der Geschlechterverhältnisse in der Geschichte und Gegenwart sowie mit der Frage nach ihren wesentlichen Formen und Begründungen; sie vermitteln Kenntnisse zur Geschichte und Theorie von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen. Ein wichtiges Anliegen des Studienprogramms ist die Entwicklung von Perspektiven für eine Überwindung hierarchischer Geschlechterverhältnisse in Wissenschaft und Gesellschaft.

Das Studienprogramm stellt ein Angebot für Studierende aller Disziplinen dar. Das Anliegen, Studierenden Genderkompetenz als wissenschaftliche Perspektive, aber auch als beruflich relevante Qualifikation zu vermitteln wurde in ein Konzept für ein modularisiertes Studienprogramm "Gender Studies und feministische Wissenschaft" übersetzt.

Dem Programm liegt der Gedanke zugrunde, dass Studierende auf eine berufliche Praxis vorbereitet werden, die in einer geschlechtsspezifisch strukturierten Realität stattfindet. Diese Tatsache ist allen Disziplinen jenseits ihrer jeweiligen Gegenstandsbereiche gemein. Deshalb müssen Studierende wissenschaftlich fundiert auf eine solche Berufspraxis vorbereitet werden und dazu qualifiziert werden, gesellschaftliche Strukturen und ihren aktuellen Wandel in einer "geschlechtersensiblen" Reflektion zu erkennen; gleichzeitig sollen sie die Fähigkeiten erwerben, in geschlechtergerechter Weise in diesen Prozess zu intervenieren. Darüber hinaus ergeben sich - angestoßen durch das Bekenntnis der EU zur Gleichstellung von Mann und Frau als politischem Prinzip - insbesondere im Bereich des öffentlichen Dienstes und in Organisationen neue Anforderungen an die dort tätigen Personen. Genderkompetenz ist ein essentieller Aspekt in Antidiskriminierungsstellen, der Frauen-, Männer- und Familienberatung sowie in der Seelsorge und pastoralen Praxis. Für Politik und Politikberatung gewinnt sie ebenso an Bedeutung wie für die wissenschaftliche Evaluation von politischen Maßnahmen in Hinblick auf deren geschlechterbezogenen bzw. chancengleichheitsrelevanten Auswirkungen. Darüber hinaus sollten auch Lehrerinnen und Lehrer ebenso wie in der Kinder- und Jugendarbeit, der Erwachsenenbildung oder in Beratungsberufen (z.B. Bildung-, Berufs- und Karriereberatung) tätige Personen nicht nur in ihren jeweiligen Fachgebieten für die gesellschaftliche Genderproblematik sensibilisiert sein, sondern auch von geschlechterspezifischen Hindernissen und Barrieren in Lernprozessen und bei der Aneignung von Wissen Kenntnis haben. Auch in der Privatwirtschaft wird der Bedarf nach Gender-Expertise infolge der EG-Richtlinie, welche die Verwirklichung der Gleichbehandlung von Männern und Frauen im Güter- und Dienstleistungsbereich vorschreibt, in den nächsten Jahren anzunehmen. Gender-Expertise ist dabei insbesondere im Managmentbereich, Marketing, Personalwesen und in der Qualitätssicherung von wachsender Bedeutung.

Zuletzt aktualisiert: 05.10.2011 · dierkes

 
 
 
Gender Studies

Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung,
Wilhelm-Röpke-Str. 6F, 35032 Marburg Tel. +49 6421/28-24823, Fax +49 6421/28-24841, E-Mail: genderzukunft@staff.uni-marburg.de

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