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GENDER LECTURES WiSe 2011/12 - Globale Aufbrüche? Fokus: „arabische Revolutionen“

 Marburg, Biegenstraße 14, Hörsaalgebäude HS 110, 20 bis 22 Uhr


An aktuellen Transformationsprozessen in Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien oder Jemen sind Frauen stark beteiligt. In hiesigen Medien wird deren längerfristige politische Partizipation in den arabischen Ländern aber in Frage gestellt. Beispielsweise wird nach den Konsequenzen einer ausschließlich männlichen Besetzung des ägyptischen Verfassungskomitees gefragt. Gleichzeitig nehmen aber Frauen im arabischen Raum nicht erst seit den jüngsten Ereignissen vielfältigen Einfluss auf Politik, Gesellschaft und Kultur oder erstreiten sich diesen, dementsprechend muss eine Betrachtung von Frauen(bewegungen) auch historisch vorgehen.

Können diese lokal zu differenzierenden Einmischungen von Frauen an gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen innerhalb eines regionalen Kontextes verortet werden oder sind sie gar ein Anzeichen globaler Aufbrüche von Frauen? Führt die aktuelle mediale Sichtbarkeit arabischer Frauen(bewegungen) perspektivisch zu einem stärkeren Austausch zwischen Frauenbewegungen weltweit oder gar einer Internationalisierung feministischer Kämpfe? Kann von gemeinsamen globalen Aufbrüchen überhaupt ausgegangen werden, angesichts der – darauf haben vor allem postkoloniale Feministinnen hingewiesen – unterschiedlichen ökonomischen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Lebenslagen von Frauen im globalen Süden und globalen Norden und damit verbundenen Begrenzungen von ‚westlichen’ Begriffen und Konzepten feministischer Bewegungen und Praxen.

Diese Fragen sollen bei den diesjährigen Gender Lectures im Wintersemester 2011/12 diskutiert werden. Eingangs werden vor allem auf einer theoretischen Ebene auf postkoloniale feministische Kritik sowie Veränderung von Frauenbewegungen im globalen Süden bspw. durch neue Zugänge zu Medien und internationalen Netzwerke eingegangen und diese in ihrer historischen Entwicklung verortet. Schließlich fokussieren die Vorträge lokale Aufbrüche von Frauen in der Middle East & North Africa (MENA-) Region und stellen auch die Frage, welche globalen Bedeutungen diesen zugemessen werden können.

 
  • 25.10.2011  Prof. Dr. Renate Kreile (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg)

Kein Frühling für Frauenrechte? Umbrüche Gender Politik in der arabischen Welt


  • 22.11.2011 Prof. Dr. Uta Ruppert (Goethe Universität Frankfurt am Main)

Kritik, Protest, Widerstand: transnationale feministische Perspektiven


  • 17.01.2012 Dr. Ziba Mir-Hosseini (University of London)

Islam and Feminism: Between Theology and Politics


  • 07.02.2012 Hoda Salah (Goethe Universität Frankfurt am Main)

Ägypten ein Jahr nach der Revolution – eine geschlechtersensible Bilanz


Zuletzt aktualisiert: 22.09.2015 · Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung

 
 
 
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