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Zweiter Weltkrieg

Verantwortlich: Prof. Dr. Eckart Conze, Dr. Wolfgang Form

Bearbeiter/in: Florian Danecke, Axel Fischer, Susanne Raidt

Auf den folgenden Seiten finden Sie einen Einblick in einen Teil der sowohl zurzeit betriebenen als auch bereits abgeschlossenen Forschungstätigkeiten zu Kriegsverbrechen und Kriegsverbrecherprozessen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus findet sich ein Auszug unserer dokumentarischen Tätigkeit in Form kleinerer Datenbanken, die hier vor allem die Anklagesätze bzw. Zusammenfassungen „Reviews und Recommendations“, aus verschiedenen militärgerichtlichen Verfahren der Alliierten sowohl in Europa als auch Fernost beinhalten.


Deutsch-Chinesische Forschungskooperation zu Deutschen und Japanischen Kriegsverbrechen

 

Im Jahr 2013 hat das ICWC eine Kooperationsvereinbarung mit wissenschaftlichen Einrichtungen in der nordchinesischen Metropole geschlossen, die sich der Aufarbeitung der Geschichte der „Einheit 731“ widmen. Die „Einheit 731“ war eine japanische Militäreinrichtung, in der in den Jahren des Zweiten Weltkriegs in der von Japan besetzten Mandschurei an Menschen (japanische Kriegsgefangene und Angehörige der chinesischen Zivilbevölkerung) der Einsatz biologischer und chemischer Waffen erprobt und medizinische Experimente durchgeführt wurden – mit Tausenden von Opfern. Im Zentrum der beabsichtigten Kooperation, deren Zustandekommen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Beitrag zum Ausbau der deutsch-chinesischen Wissenschaftsbeziehungen finanziell gefördert wird, steht zunächst der Austausch von Archivdokumenten zu deutschen und japanischen Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg. Aber auch weitere Schritte wurden ins Auge gefasst: eine gemeinsame Ausstellung sowie eine internationale Konferenz, die sich in transnationaler Perspektive beispielsweise mit den Zusammenhängen zwischen humanexperimentellen Verbrechen und ihren Tätern im nationalsozialistischen Deutschland und im Japan der 1930er/1940er Jahre beschäftigen könnte. Kooperationspartner des ICWC in Harbin sind das an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften von Harbin angesiedelte Forschungsinstituts zur Geschichte der „Einheit 731“, sowie das Museum und die Gedenkstätte zur „Einheit 731“. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier. In diesem Zusammenhang ist auch der Forschungsaufenthalt des südkoreanischen Soziologen Professor Dr. Yi Jong Suh von der Seoul National University als Gast am ICWC im Jahr 2014 unbedingt erwähnenswert.


Arbeitsbereiche und Forschungsprojekte im Zusammenhang mit dem Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess


Mit dem Namen Nürnberg verbindet sich der Beginn der internationalen Durchsetzung von Völkerstrafrecht. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs fand unter Leitung des Englischen Lordrichters Geoffrey Lawrence zum ersten Mal in der Geschichte ein internationaler Strafprozess gegen die noch lebenden Hauptkriegsverbrecher der Nazis statt. Der Prozess wurde in Nürnberg durchgeführt und trägt daher bis heute den Namen "Nürnberger Prozess". Für die Geschichte des Völkerstrafrechts ist dieses Ereignis in vielerlei Hinsicht relevant. Das ICWC, das es sich vor allem zur Aufgabe gemacht hat, historische Kriegsverbrecherprozesse zum Gegenstand moderner Forschung zu machen, hat daher ein besonderes Interesse an diesem ersten Völkerstrafprozess in der Geschichte, was in verschiedenen Projekten zum Ausdruck kommt.

Aktuelle Dissertationsprojekte:

 
Weitere Arbeitsbereiche im Zusammenhang mit dem Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess:
 


Dokumentationsvorhaben: A century of pioneering case-law. A digital database of Belgian precedents of international justice, 1914-2014

Zentrale Aufgabe des Forschungs- und Dokumentationsprojektes ist Identifizierung, Beschreibung und nicht zuletzt die Digitalisierung und Präsentation der belgischen Kriegsverbrecherprozesse nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie Prozesse ab den 1990er Jahren. Im Zentrum steht ein digitales Rechercheinstrumentarium zu Justizunterlagen mit Bezügen zu Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord. Der Großteil der Unterlagen befindet sich im belgischen Nationalarchiv. Das Projekt fokussiert drei Dokumentationszeiträume: (1) Strafrechtliche Verfolgung deutscher Kriegsverbrechen nach dem Ersten Weltkrieg (in den 1920er Jahren), (2) Nazi-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg (1945 bis Anfang der 1950er Jahre) und (3) internationalisierte Strafverfahren ab den 1990er Jahren.

Förderung: Belgian Science Policy – Belspo (Brain projects) – 2015-2018.
Network: Université Libre De Bruxelles, Centre de recherche Mondes modernes et contemporains, Pieter Lagrou (coordinator), Ornella Rovetta; Archives Générales du Royaume, Sébastien Dubois; Katholieke Universiteit Leuven, Leuven Centre for Global Governance Studies, Jan Wouters; Phillips-Universität Marburg, International Research and Documentation Centre War Crimes Trials (ICWC), Wolfgang Form.

Umfassende Informationen finden Sie hier.


Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit deutschen, französischen und britischen Strafverfahren

 


Datenbank

 

Hier finden Sie eine Auswahl unserer dokumentarischen Tätigkeit in Form kleinerer Datenbanken. Diese enthalten in der hier präsentierten Form neben dem Namen des Angeklagten, dem Strafmaß und dem Ort der Verhandlung auch jeweils die Anklagesätze bzw. Zusammenfassungen, die sogenannten „Reviews und Recommendations“, aus verschiedenen militärgerichtlichen Verfahren der Allierten sowohl in Europa als auch Fernost beinhalten. Informationen zu unserem vollständigen Datenbestand erhalten Sie hier.

 

Weitere Auszüge aus Verfahren, die von Italien, Norwegen und Belgien durchgeführt wurden, befinden sich zur Zeit in der Auswertung und Vorbereitung.

Zuletzt aktualisiert: 15.11.2016 · Kappeler Angela, Fb. 9

 
 
 
Philipps-Universität Marburg

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Tel. +49 6421 28-26895, Fax +49 6421 28-26894, E-Mail: form@staff.uni-marburg.de

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