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21.02.2016

Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindes- und Jugendalter

Vortrag mit Diskussion

Zeit: 15.04.2016 18:30 h - 15.04.2016 21:00 h
Ort: Hörsaal des Zentrums für Psychische Gesundheit, Rudolf-Bultmann-Str. 8, 35039 Marburg

Referierende/Beteiligte:

Dr. med. Thomas Lempp (Frankfurt/Main)

Weitere Informationen:

In dieser Häufung ist es in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein vergleichsweise neues Phänomen: Seit einiger Zeit wird die Diagnose „Geschlechtsidentitätsstörung“ bereits im Kindes- und Jugendalter vermehrt vergeben. Offenbar können mehr und mehr Kinder und Jugendliche sich nicht mehr einfach ins binäre System Junge-Mädchen einordnen; mehr und mehr Kinder und Jugendliche fühlen sich nicht eindeutig dem Geschlecht zugehörig, das man ihnen bei der Geburt zugeschrieben hat. Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an und in diesem System.

Eine Geschlechtsidentitätsstörung im Kindes- und Jugendalter unterscheidet sich grundlegend von der Transsexualität der Erwachsenen – es treten andere Symptome auf, sie unterscheiden sich sehr stark von Kind zu Kind und auch die Möglichkeiten zur Unterstützung und Therapie sind andere als im Erwachsenenalter.

Die betroffenen Kinder- und Jugendlichen entwickeln sich zudem sehr unterschiedlich. Häufig sind die Schwierigkeiten mit der Geschlechtsidentität vorübergehend, bei einem Teil der Betroffenen bleiben sie aber bestehen.

Um über dieses aktuelle Thema zu informieren und diskutieren, hat das Institut für Verhaltentherapie und Verhaltensmedizin an der Philipps-Universität Marburg den Leiter der Spezialsprechstunde für Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindes- und Jugendalter der Universität Frankfurt, Dr. Thomas Lempp, eingeladen.

Dr. Lempp wird zunächst eine Übersicht über die Störungsbilder präsentieren und dabei speziell auf Besonderheiten für die Behandlungspraxis eingehen. Denn bereits vermeintlich simple Dinge wie der Name eines Kindes oder Jugendlichen können problembehaftet sein; der Umgang damit kann die Patient_innen-Therapeut_innen-Beziehung* stark beeinflussen.

Was sollten also Therapeutinnen und Therapeuten über Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindes- und Jugendalter wissen? Welche Kenntnisse sind für die konkrete Versorgung der Patient_innen im Alltag relevant? Wann empfiehlt sich beispielsweise eine Überweisung in eine Spezialsprechstunde?

Dr. Lempp, Oberarzt an der Frankfurter Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, wird in seinem Vortrag praxisnah auf Möglichkeiten der Diagnostik und Differentialdiagnostik eingehen und dabei natürlich auch die neuen Klassifikationen in DSM-5 und ICD-11 berücksichtigen.

Er wird Therapieoptionen nach aktuellsten Behandlungsleitlinien vorstellen – aber auch die Frage diskutieren, ob Geschlechtsidentitätsstörungen überhaupt psychotherapeutisch behandelt werden können oder sollten. Denn selbst die wenigen Expert_innen auf diesem Gebiet sind sich alles andere als einig, wie am besten mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen umzugehen ist.

Abschließend werden auch spezielle Fragen wie der Einsatz von pubertätshemmenden Hormonen und auch die mit diesem Störungsbild verbundenen rechtlichen Besonderheiten diskutiert.

Dr. Lempps Vortrag „Störungen der Geschlechtsidentität im Kindes- und Jugendalter“ beginnt am Freitag den 15.04. um 18:30 Uhr und ist als Fortbildung bei der Landesärztekammer sowie der Psychotherapeutenkammer zertifiziert.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, insbesondere niedergelassene Psychotherapeut_innen, niedergelassene Ärzt_innen, Psycholog_innen, Lehrer_innen, Mitarbeiter_innen von Jugendämtern, ärztliche und psychologische Mitarbeiter_innen der Kliniken, Mitarbeiter_innen von Erziehungsberatungsstellen und anderen Institutionen, die psychisch kranke und behinderte Kinder und Jugendliche betreuen.

Zum Veranstalter:

Das Institut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (IVV) ist ein staatlich anerkanntes psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut, das 1999 von Psychologen und Medizinern der Philipps-Universität Marburg gegründet wurde. Die besonderen Möglichkeiten des IVV liegen in der interdisziplinären Zusammenarbeit und in der engen Kooperation mit dem Universitätsklinikum, durch die eine praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Ausbildung ermöglicht wird. Einen Schwerpunkt am IVV bildet die Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen.

Das IVV stellt Aus- und Weiterbildungsangebote für Ärzt_innne, Psycholog_innen und andere Berufsgruppen bereit und vermittelt so Theorie und Praxis der wissenschaftlich fundierten Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Verhaltensmedizin. Zudem hat sich das IVV zum Ziel gesetzt, wissenschaftliche Untersuchungen und Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Psychiatrie, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Klinischen Psychologie und der Psychotherapie zu fördern und zu verwirklichen.

Diese beiden Ziele, die Ausbildung und die Förderung wissenschaftlicher Neuentwicklungen, können auch dieses Jahr wieder mit den Freitagsvorträgen verwirklicht werden. Wieder wurden renommierte Referentinnen und Referenten der unterschiedlichsten Bereiche eingeladen.


*Der sog. "Gendergap" ist eine vergleichsweise neue, gendersensible Schreibweise, die nicht nur eine Gleichheit der Geschlechter deutlich machen soll, sondern darüber hinaus die Selbstverständlichkeit einer Zwei-Geschlechter-Ordnung in Frage stellen möchte.

 

 

Veranstalter:

Institut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin an der Philipps-Universität Marburg e.V.

Kontakt:

Ilse Karem / Anja Schulze-Ravenegg
Tel.: 06421-9830090
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 24.03.2016 · Katja John

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Institut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin

Institut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin e.V., Hans-Sachs-Straße 6, D-35039 Marburg
Tel. +49 6421/98-30090, Fax +49 6421/98-30091, E-Mail: karem@med.uni-marburg.de

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