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F90 - F98

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

Diese Krankheitsgruppe wird im Folgenden in verschiedene Untergruppen unterteilt. Wir unterscheiden aufgrund der stark variierenden Krankheitsbilder und ihrer Behandlungen zwischen
  1. Hyperkinetisches Syndrom (F90),
  2. Störung des Sozialverhaltens und kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen (F91 + F92),
  3. Emotionale Störungen des Kindesalters (F93)
  4. Ticstörungen (F94)
  5. Enuresis/Enkopresis (F98)
  6. Restkategorie.

1. Allgemeine Kriterien der Erkrankung

Sowohl Hyperkinetische Störungen, Störungen des Sozialverhaltens, Emotionale Störungen des Kindesalters und Tic-Störungen werden unter F90-F98 kodiert. Wie die unterschiedlichen Störungen im Einzelnen definiert werden, kann auf den Seiten des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information nachgelesen werden.


2. Therapiebezogene diagnostische Instrumente

Breitbandverfahren:

  • Child Behavior Check List (CBCL) von Achenbach (1993),
  • Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen (ILK) von Mattejat und Remschmidt (2003),
  • Fragebogen zur Beurteilung der Behandlung (FBB) von Mattejat und Remschmidt (1998),
  • Basisdokumentation Kinder- und Jugendpsychiatrie (BADO) von Englert et al. (1998),
  • Basisdokumentation der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Universitätsklinikum Marburg und Gießen, Standort Marburg (doku-2003).


Störungsspezifische Verfahren:

  • Home Situations Questionaire (HSQ-D) von Barkley (1987, dtsch. Übersetzung von Döpfner et al., 2002),
  • Elternfragebogen über Verhaltensprobleme bei Hausaufgaben (HPC-D) von Döpfner et al. (2002),
  • Das Diagnostik-System zur Erfassung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen (DISYPS-II) von Döpfner und Lehmkuhl (2000).

Für Tic-Störungen können die folgenden Verfahren verwendet werden:

3. Therapiemanuale

a.  Hyperkinetisches Syndrom

  • Das Trainingsprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) von Schürmann, Döpfner und Frölich (2002) ist ein sehr bekanntes Verfahren für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren. Es gibt verschiedene Bausteine, die sich auf die Arbeit mit Eltern, Kindern und ihren Lehrern beziehen.
  • Das Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern von Lauth und Schlottke (2002) ist ein Verfahren, das für Gruppen geeignet ist. Hierbei wird zwischen den kindzentrierten und den elternzentrierten Übungen differenziert.
  • Döpfner, Frölich und Lehmkuhl haben 2000 ein weiteres Verfahren herausgebracht: Hyperkinetische Störungen aus der Reihe "Leitfaden Kinder- und Jugendpsychiatrie" (Bd.1).
  • Hippenstiel und Krautz haben 1991 je ein Konzentrations-Trainingsprogramm für die Schulklassen 1+2 sowie 3+4 herausgegeben. Beide Programme enthalten viele Konzentrationsspiele und -aufgaben, aber auch einen einführenden Teil für Eltern.
  • Das Verfahren von Krowatschek, Albrecht und Krowatschek (2004) Marburger Konzentrationstraining (MKT) schließlich darf bei einer Auflistung von Manualen keinesfalls nicht fehlen.

b.  Störung des Sozialverhaltens und kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen

Die folgenden Verfahren beziehen sich in erster Linie auf Störungen des Sozialverhaltens:
  • Training mit aggressiven Kindern von Petermann und Petermann (2001). Dieses Training ist as sehr stark strukturiert und in einen Teil für Eltern, für die Gruppe und den einzelnen Patienten gegliedert. Es sind viele soziale Übungssituationen vorhanden, und es liegt viel Material vor.
  • Ebenfalls von Petermann, in Zusammenarbeit mit Döpfner und Schmidt, ist das Manual  Aggressiv-dissoziale Störungen aus der Reihe "Leitfaden für Kinder und Jugendpsychiatrie" (Bd.3) aus dem Jahr 2001.
  • Mit dem Training mit Jugendlichen. Förderung von Arbeits- und Sozialverhalten von Petermann und Petermann (2003) soll ein therapeutischer Zugang zu jugendspezifischen Entwicklungsthemen vermittelt werden.
  • Das Verfahren KTM kompakt. Basistraining zur Störungsreduktion und Gewaltprävention von Humpert und Dann (2001) ist kein Behandlungsmanual im engeren Sinne. Es wurde für Lehrer konzipiert, dann allerdings auf andere Berufsgruppen erweitert. Ein Schwerpunkt dieses Verfahrens ist die Interaktion zwischen Menschen (v.a. Lehrern und Schülern).
  • Von Scheithauer, Hayer, Petermann (2003) wurde das Manual Bullying unter Schülern aus der Reihe Klinische Kinderpsychologie (Bd.8) entwickelt.
  • Das Manual Das Aggressions-Bewältigungs-Programm (ABPro). Aggressionen und Konflikte unter emotionaler Erregung. Deeskalation und Problemlösung wurde im Jahr 2000 von Deutschmann für Kinder mit Hyperkinetischem Syndrom und/oder Störungen des Sozialverhaltens und/oder Emotionalstörungen veröffentlicht.
  • Das Verfahren Regulationsstörungen in der frühen Kindheit, Frühe Risiken und Hilfen im Entwicklungskontext der Eltern-Kind-Beziehungen von Papousek, Schieche und Wurmser (2004) ist kein Manual im engeren Sinn sondern ein gutes Standardwerk, wenn man sich ausführlich mit diesem Bereich auseinandersetzen möchte.

c.  Emotionale Störungen des Kindesalters

Konkrete Manual-Empfehlungen liegen uns derzeit leider keine vor. U.U. können aber die unter F3, F40 und F41 empfohlenen Verfahren angepast werden.

d.  Ticstörungen des Kindesalters

Derzeit liegen uns leider keine Manual-Empfehlungen vor.

e.  Enuresis und Enkopresis

Enkopresis von Gontard (2004) ist kein Manual im engeren Sinn. Es gibt aber einen sehr ausführlichen Überblick über den neuesten Stand der Forschung. Durch viele Abbildungen, Tabellen und Fallbeispiele ist es anschaulich und übersichtlich. Ähnliches lässt sich über das 2 Jahre ältere Werk des Autors sagen, Enuresis, aus der Reihe Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie.

4. Ratgeber für Betroffene und Familienangehörige und Freunde, Bilderbücher und Spiele

a.  Hyperkinetisches Syndrom

  • Der Ratgeber Hyperkinetische Störungen aus der Reihe "Ratgeber der Kinder- und Jugendpsychotherapie" (Bd.1) von Döpfner und  Lehmkuhl (1994) wurde im Jahr 2004 aktualisiert. Es gibt einen Teil speziell für Kinder und einen für Eltern.
  • Das große ADHS-Handbuch für Eltern von Russel A. Barkley informiert die Eltern von ADHS-Kindern umfassend und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft über die Störung und gibt wertvolle Hinweise für Diagnose und Therapie.
  • In Anlehnung und als Ergänzung zum erfolgreichen Therapieprogramm THOP (s.o.) wurde von Manfred Döpfner, Stephanie Schürmann und Gerd Lehmkuhl mit Wackelpeter und Trotzkopf ein Elternbuch entwickelt, das alles Wissenswerte zu Störung und Therapie enthält. Außerdem finden Eltern hier einen Leitfaden, der schrittweise Möglichkeiten zur Verminderung der Verhaltensprobleme in der Familie beschreibt.

b.  Störung des Sozialverhaltens und kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen

  • Der Ratgeber Aggressives Verhalten aus der Reihe "Ratgeber der Kinder- und Jugendpsychiatrie" (Bd. 3) wurde von Petermann, Döpfner und Schmidt im Jahr 2001 konzipiert.
  • Über das Verfahren Überlebenshilfe für Eltern mit Kindern bis 12 (bzw. von Teenagern)(VHS-Video oder DVD) TRIPLE P kann man hier nähere Informationen erhalten.
  • Kast-Zahn hat 2003 ein Verfahren mit dem Titel Jedes Kind kann Regeln lernen entwickelt, das sehr gut strukturiert ist und vor allem Eltern wärmstens empfohlen werden kann.
  • Ein hervorragendes Erzeiheungsprogramm für Eltern wurde 2007 von Joachim Lask herausgegeben: PEP4KIDS.

e.  Enuresis und Enkopresis

A. von Gontard und G. Lemkuhl haben 2004 gemeinsam den Ratgeber Einnässen herausgegeben, dessen Ziel es ist, einen kurzen und verständlichen Überblick über die verschiedenen Formen des Einnässens zu geben sowie über die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

5. Feedback

Wenn Sie Anmerkungen, Ergänzungen oder Kritik haben, haben Sie hier Gelegenheit dazu.

Zuletzt aktualisiert: 02.08.2016 · Katja John

 
 
 
Institut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin

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