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Erste lokale Jazzszene


Neben den Swing Fans, die sich vor allem durch den mit dem Jazz verbundenen Lebensstil angezogen fühlten, gab es auch Jugendliche und junge Erwachsene, die selber musizierten. Nach Beginn des Krieges bildete sich unter dem Druck der faschistischen Herrschaft in und um Frankfurt eine eingeschworene Szene von Liebhabern und Musikern des Jazz, hauptsächlich Autodidakten. Zu ihr zählten Carlo Bohländer, Hans-Otto Jung, Horst Lippmann und Emil Mangelsdorff. Die Musiker wurden von der Gestapo zwar bespitzelt, observiert, verhört und schikaniert - verboten wurden ihnen die Auftritte jedoch nicht, denn die Konzerte boten eine Möglichkeit zur Überwachung und Kontrolle der Szene.
 
Lippmanns Session in den 1940er Jahren
© Jazzinstitut Darmstadt


Carlo Bohländer
Foto: Günther W. Palm
© Jazzinstitut Darmstadt
Hans-Otto Jung (1941)
© Jazzinstitut Darmstadt
Erste Auftritte fanden in Cafés, Tanzlokalen und Restaurants statt, später traf man sich in Fabrikgebäuden, Kellern oder Privaträumen. Durch Einberufung zum Kriegsdienst fiel jedoch ein großer Teil der jungen Musiker aus. Bombenangriffe, der Mangel an Musikern und Instrumenten sowie die überspannte Situation vor Kriegsende, ließen den Jazz in Frankfurt zeitweilig pausieren. Die engen Verbindungen, die während des Krieges unter den Musikern geknüpft worden waren, sollten jedoch zu einer wichtigen Grundvoraussetzung für die spätere Entwicklung der Frankfurter Jazzszene werden.

[weiter: Der Sound der Befreiung]



Zuletzt aktualisiert: 04.03.2008 · Ferkau · Beitragende: Uwe Henkhaus

 
 
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