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Liedüberlieferung


Die Über­lieferung eines oft umfangreichen Liedreper­toires gehörte wesentlich zur soziokultu­rellen Funktion eines weltweit verbreiteten Jugendphänomens, der in Hessen so genannten Spinnstube. Sie bil­dete ein besonders geeignetes Forum für die Tra­dierung und Erneuerung des Liedgutes eines Dorfes. Otto Böckel schreibt 1885 in der Einleitung zu seiner Sammlung oberhessischer Volkslieder:

"Der Ort, wo man in Hessen und wohl auch sonst in Deutschland das Volkslied am häufigsten und besten antrifft, seine eigentliche Wohnstätte sind die Versammlungen der jungen Burschen und Mäd­chen in den Dörfern, welche in Hessen Spinnstuben heißen [...]."

                                
Spinnstube in Arnshain
Spinnstube in Arnshain um 1930

Die Singgelegenheiten waren allerdings nicht uneinge­schränkt. So wird aus der Schwalm berichtet, dass die Mädchen hier nach ihrem Aus­scheiden aus der Spinn­stube angeblich gar nicht mehr gesungen hätten:

"Bei den Schwäl­mern hört nach der Verheiratung bei den Frauen das Singen gänzlich auf, da bei den patriarchali­schen Einrich­tungen des Schwälmer Familienlebens der Hausherr es übel ver­merken würde, wenn die Frau derartigen, die Hausfrauen­würde untergrabenden Allotrien hul­digte."


[zurück: Singen]

Zuletzt aktualisiert: 22.10.2008 · Uwe Henkhaus

 
 
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