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Zur Verwendung von Sozialen Netzwerken, Sozialen Medien und öffentlichen Lernplattformen in der Lehre der Philipps-Universität

Wie die Mitglieder anderer Hochschulen sehen sich auch die Lehrenden, Forschenden und Studierenden der Philipps-Universität Marburg einer Vielzahl von scheinbar frei verfügbaren Kommunikations- und Kooperationsplattformen gegenüber gestellt. Implizit findet die Nutzung solcher Sozialen Netzwerke und Medien wie Facebook, Google+ und YouTube oder öffentlichen Lernplattformen wie iversity und iTunes U jedoch unter Voraussetzungen statt, die bei ungünstigen Bedingungen zu einem vermehrten Arbeitsaufwand oder gar zu rechtlichen Problemen führen können.

Datenschutz

Da die Philipps-Universität keine verbindlichen und nachhaltigen Datenschutzbestimmungen für beliebige offen zugängliche Internet-Dienste festlegen kann, kann auch die Teilnahme an Lehrveranstaltungen nicht verbindlich an die Nutzung dieser Dienste gekoppelt werden. Anders als bei den durch die Datenschutzsatzung der Philipps-Universität gedeckten Marburger Lehrangeboten, steht es Studierenden generell frei, ihre persönlichen Daten bei den in Frage kommenden Sozialen Medien Dienste u.a. einzugeben oder dies zu unterlassen. Jedwede Nutzung kann daher nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Obligatorische Inhalte und Informationen zu einer Lehrveranstaltung wären somit vollumfänglich um entsprechende Angebote in Marburger E-Learning-Verfahren zu ergänzen. 

Zu beachten ist weiterhin, dass  eine Diversifizierung der in der Lehre eingesetzten Systeme auf externe Dienstleister in aller Regel auch eine Diversifizierung der dazu benötigten Benutzer-Accounts mit sich bringt. Personenbezogene Daten und die damit in Verbindung stehenden Verlaufs- und Inhaltsdaten werden also ggf. einer Vielzahl von kommerziellen Anbietern übermittelt, die sie für die von ihnen beabsichtigten Zwecke nutzen. Bei Diensten, die auch eine zentrale Authentisierung über große Mediendienste wie Facebook, Google+ o.ä. erlauben,  verschiebt sich dieses grundsätzliche Problem von ggf. vielen kleinen auf diese großen Anbieter, die damit ein umfangreiches Verhaltensprofil der Teilnehmer anlegen können.

Technischer oder administrativer Support

Ein zweites Problem externer Online-Angebote liegt darin, dass für deren Nutzung in der Marburger universitären Lehre sowohl aus organisatorischen als auch aus technischen Gründen keinerlei technischer, administrativer oder zielorientierter didaktischer Support geleistet werden kann. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität Marburg wird es z.B. nicht möglich sein, verlorene Account-Daten zurückzusetzen, damit verknüpfte Inhalte wiederherzustellen, elektronische Semesterapparate anzulegen oder nachhaltige Unterstützung bei der Erstellung der gewünschten didaktischen Szenarien zu geben.

Didaktische Fokussierung

Die zentralen Einrichtungen der Philipps-Universität sind daran interessiert, sämtliche für ein erfolgreiches Lehren und Lernen erforderlichen Dienste bereitzustellen und ihre Nutzung so einfach wie möglich zu gestalten. In diesem Sinne strebt die Lenkungsgruppe Neue Medien in der Lehre eine maximale Homogenität zwischen dem Campus Management und den zum Einsatz kommenden E-Learning-Systemen wie insbesondere ILIAS an.
Dem gegenüber unterläuft eine Diversifizierung auf externe E-Learning-Systeme die Entwicklung einer möglichst konsistenten Lehr- und Lernwelt, die die Aufmerksamkeit aller darin Mitwirkenden auf ihre eigentlichen didaktischen Ziele fokussiert bleiben lässt. 

Nachhaltigkeit und kalkulatorische Sicherheit

Auch wenn große Soziale Netzwerke und Medien kaum der Gefahr einer kurzfristigen Auflösung unterliegen, kann die Universität Marburg für den Fortbestand einzelner angebotener Features und der damit erzeugten Inhaltsdaten keinerlei Garantie übernehmen. In einem über Werbeeinnahmen finanzierten Service kann es jederzeit zu Änderungen des Portfolios kommen, durch die ggf. über lange Zeit aufgebaute Ressourcen ohne die Möglichkeit einer vorhergehenden Sicherung von den Servern verschwinden. Unbedingte Sicherheit bietet hier auch keineswegs die finanzielle Förderung eines Online-Angebotes durch die öffentliche Hand, solange keine diesbezüglichen Garantien gegeben werden und deren Betrieb auf Dauer den Gesetzen des kommerziellen Medienmarktes unterworfen bleibt. 

Neben den genannten technischen Gründen können unkalkulierbare Änderungen im Geschäftsmodell eines kommerziellen Anbieters auch im finanziellen Sinne bewirken, dass eine bereits aufgebaute externe Lernumgebung samt ihrer Ressourcen nur noch bedingt oder gar nicht weiter genutzt werden kann. So ist es prinzipiell nicht ausgeschlossen, dass externe Angebote oder benötigte Features kurzfristig kostenpflichtig werden, dass ggf. auch unterschwellige Werbung geschaltet wird oder dass Account-Daten und/oder hinterlegte Inhalte zur Zweitverwertung weitergegeben werden, was letztlich erhebliche rechtliche Auswirkungen im Sinne des Datenschutzes und des Urheberrechts haben kann.
 

Empfehlungen

Im oben genannten Sinne empfiehlt die Lenkungsgruppe Neue Medien in der Lehre von der Nutzung externer E-Learning-Angebote abzusehen, sofern es für die Ausgestaltung eines spezifischen Lehr-Lern-Arrangements nicht unerlässlich ist und an der Philipps-Universität kein entsprechender Dienst zur Verfügung steht oder gestellt werden kann. Insbesondere die zentrale Lernplattform ILIAS bietet hier eine breite Sammlung von Möglichkeiten, worüber der ILIAS-Support des HRZ auch gern und umfänglich informiert. 

Werden externe E-Learning-Dienste hingegen zur didaktischen Bereicherung einer Lehrveranstaltung benötigt, ist darauf zu achten, dass die Teilnahme der Studierenden an den externen Verfahren nicht zwingend vorausgesetzt wird  und dass keiner Teilnehmerin und keinem Teilnehmer hieraus ein Nachteil entstehen darf! In diesem Sinne ist den Studierenden auch die Möglichkeit einzuräumen, sich vorab über die Geschäftsbedingungen und  Datenschutzrichtlinien des im Unterricht eingesetzten Mediendienstes zu informieren und so zu einer bewussten Entscheidung bzgl. ihrer Teilnahme zu kommen.

Zuletzt aktualisiert: 28.01.2013 · Haymo Hinz

 
 
 
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