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Archiv der Philipps-Universität Marburg

 

Das Universitätsarchiv verwahrt das in der laufenden Verwaltung der Universität nicht mehr benötigte Schriftgut, erschließt es und macht es für die Forschung, aber auch für die Universität selbst nutzbar. Zur Zeit umfasst das Universitätsarchiv knapp 500 Urkunden und mehr als 2000 lfd. Regalmeter Amtsbücher und Akten aus der Zeit vom 13. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart.

Seit 1890 sind die Bestände als Depositum im Hessischen Staatsarchiv Marburg untergebracht. Am 1. März 2006 hat die Universität mit der Einstellung einer Archivarin die Einrichtung selbst übernommen (vgl. Nachricht vom 24. April 2006). Akten und Urkunden blieben aber im Staatsarchiv und können dort im Lesesaal eingesehen werden. Seit dem 1. Februar 2010 zählt das Archiv zu den Zentralen Einrichtungen der Universität.

 

Die besondere Archivalie

 

"Der gehobenen Stimmung gemäß hat der Bierkonsum das Quantum von 8878 Liter erreicht"

13. Juli 1887

Marburg feiert die Immatrikulation des 1000. Studenten

 

Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein hatte die Zahl der in einem Semester in Marburg immatrikulierten Studenten selten die Marke von 300 Personen überstiegen. Erst in der zweiten Jahrhunderthälfte begann ein signifikanter Anstieg, der sich hauptsächlich der Eingliederung des Kurfürstentums Hessen-Kassel in das Königreich Preußen verdankte. Die Immatrikulationen für das Sommersemester 1887 brachten schließlich das Überschreiten der dreistelligen Studentenzahl. Die Beamten im Universitätssekretariat hatten zu ihrer Freude festgestellt, dass mit der Immatrikulation des russischen Studenten Wassily von Archenewsky erstmals eintausend Studierende zu gleicher Zeit an der Universiät Marburg eingeschrieben waren. Die Stadt Marburg fasste daraufhin den Beschluss, diesen Vorgang mit einem Fest unter freiem Himmel gebührend zu feiern.

Festausschuss
Die Stadt Marburg unterrichtet den Rektor der Universität über ihre Absicht, die
Immatrikulation des 1000. Studenten mit einem Fest zu begehen. Schreiben vom 10. Juni 1887, UniA MR 305a Nr. 8008

Der Rektor wurde unterrichtet und um Entsendung von Delegierten in das Festkomitee gebeten. Zwei Professoren nahmen nun an dessen Sitzungen teil. Das geeignete Gelände wurde nach eingehender Besichtung auf dem nahe des Schlosses gelegenen Dammelsberg gefunden. Das Komitee setzte Mittwoch, den 13. Juli 1887, als Festtag an und erarbeitete ein detailiertes Programm.

Apblaufplan
Hektographierter Ablaufplan des Festes zur Feier der Immatrikulation des 1000. Studenten. UniA MR 305a Nr. 8008

Ein Festzug der Studentenschaft eröffnete die Feierlichkeiten. Nachdem der Umzug durch die Stadt zum Dammelsberg seinen mäandernden Weg genommen hatte, begannen gegen fünf Uhr nachmittags die von Liedern unterbrochenen Ansprachen der Honoratioren von Stadt und Angehörigen der Universität. Die Texte der zu singenden Lieder wurden in einem eigens gedruckten Heft jedem Teilnehmer an den Sitzplatz gelegt. Die Kaiserhymne und die Wacht am Rhein durften dabei selbstverständlich nicht fehlen. Danach "griff die Fidelität mehr und mehr Platz" und eine Polonäse eröffnete das Tanzvergnügen.

Liederheft
Zum Fest ließ die Stadt Marburg ein Heft mit den bei der Feier zu singenden Liedern drucken. HStAM Slg. 15 Nr. 93/13

Der von der Stadt veröffentlichte Festbericht klingt mit den Worten aus:

"Die Zahl der Teilnehmer an dem Feste läßt sich wie folgt angeben: circa 1000 Studenten, 150 Dozenten und Beamte der Universität, 470 Bürger, 760 Damen, 140 Musiker und Dienstleute. Der gehobenen Stimmung gemäß hat der Bierkonsum das Quantum von 8878 Liter erreicht"

Titelblatt Waldfest
Zur Erinnerung an das Fest wurde von der Stadt Marburg ein Heft mit der Schilderung der Feier und einem Kurzabriss der Universitätsgeschichte herausgegeben. HStAM Slg. 15 Nr. 93/3
Festverlauf
Erste Seite der Schilderung der Feier auf dem Dammelsberg. HStAM Slg. 15 Nr. 93/3

Solcherart begossen konnte das der Universität in Hochrufen gewünschte Floreat und Crescat nur reiche Früchte tragen. Auf den 2000. Studenten mussten die Marburger dann aber doch noch 22 Jahre warten. Erst 1909 trug er sich in Gestalt des Marburgers Rudolf Eller in die Matrikel ein.

Zuletzt aktualisiert: 08.08.2017 · Dr. Carsten Lind, Universitätsarchiv, 06421-9250176

 
 
Philipps-Universität Marburg

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