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Marburger Professorenkatalog online

Einzeldatensatz

Braun, Ferdinand

* 6.6.1850 Fulda, † 20.4.1918 Brooklyn, Begräbnisort: Fulda
Prof. Dr. – Physiker, Mathematiker, Lehrer, Elektrotechniker, Unternehmer

Weitere Namen

  • Braun, Karl Ferdinand
Wirken

Studium

  • 1868-1869 Studium der Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Marburg, Schwerpunkte: Chemie, Mathematik und Experimentalphysik
  • 1869-1872 Studium der Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Berlin, Schwerpunkte: Chemie, Mathematik und Experimentalphysik
  • 1872-1873 Studium der Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Marburg, Staatsexamen für Gymnasiallehrer

Akademische Qualifikation

  • 1872: Promotion zum Dr. phil. an der Universität Berlin, mit der Dissertation „Ueber den Einfluss von Steifigkeit, Befestigung und Amplitude auf die Schwingungen von Saiten“

Akademische Vita

  • Marburg, Universität · Philosophische Fakultät · Theoretische Physik · außerordentlicher Professor · 1877-1880
  • Straßburg, Universität · Theoretische Physik · außerordentlicher Professor · 1880-1883
  • Karlsruhe, Technische Hochschule · Physik · ordentlicher Professor · 1883-1887
  • Tübingen, Universität · Physik · ordentlicher Professor · 1887-1895
  • Straßburg, Universität · Physik · ordentlicher Professor · 1895

Werdegang

  • Besuch des Domgymnasiums in Fulda
  • 1868 Studium der Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Marburg
  • als Student Anschluss an den Corps Teutonia Marburg
  • 1869 Wechsel an die Universität Berlin, wo er im Privatlabor des Physikers und Chemikers Heinrich Gustav Magnus arbeiten durfte, was als besondere Auszeichnung galt.
  • Frühjahr 1870 Nach Magnus’ Tod Fortsetzung der Studien beim Physiker Georg Hermann Quincke, wobei sich Braun besonders mit Saitenschwingungen beschäftigte
  • 1872 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Berlin
  • 1873 Ablegung des Staatsexamens für Gymnasiallehrer in Marburg, da Braun kein Geld besaß, um als Assistent und später Privatdozent tätig zu sein
  • 1874 Anstellung als zweiter Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften an der Thomasschule Leipzig. Daneben wissenschaftliche Untersuchungen der Schwingungs- und Stromleitung, wo er die Halbleiter-Diode (Gleichrichtereffekt an Bleisulfid-Kristallen) entdeckte
  • 1875 In Leipzig Abfassung seines im Folgejahr erscheinenden Lehrbuches „Der junge Mathematiker und Naturforscher – Einführung in die Geheimnisse der Zahl und Wunder der Rechenkunst“, das angesichts seines Erfolges noch zahlreiche Auflagen erlebte.
  • 1877: Gerade aufgrund dieses Lehrbuches Ernennung zum außerordentlichen Professor für Theoretische Physik an der Universität Marburg
  • 1880 Wechsel von Marburg nach Straßburg im damals deutschen Elsass
  • 1883 ordentliche Professur für Physik an der Universität Karlsruhe
  • 1887 Ruf an die Universität Tübingen, wo er in leitender Funktion an Gründung und Aufbau des Physikalischen Instituts mitwirkte
  • 1895 Direktor des Physikalischen Instituts und ordentlicher Professor der Universität Straßburg
  • 1897 Entwicklung der ersten Kathodenstrahlröhre, die nach ihm auch Braunsche Röhre genannt wird
  • Ende 1898 Gründung eines Konsortiums zur Verwertung der Braun’schen Patente durch den technikbegeisterten Schokoladeproduzenten Ludwig Stollwerck in Köln („Funkentelegrafie GmbH“)
  • Nach Erreichen der Funkverständigung über eine größere Entfernung Umwandlung des Konsortiums in die „Professor Braun’s Telegraphie Gesellschaft GmbH“
  • 1899 Braun verbesserte die Funktechnik auch sendeseitig, indem er Schwing- und Antennenkreis trennte. So entwickelte er leistungsfähige Anlagen zur „Ferntelegrafie“.
  • 24.9.1900 Braun gelang eine Funkbrücke zwischen Cuxhaven und Helgoland über 62 km in der Nordsee, worüber er im Folgejahr in seinem Werk „Drahtlose Telegraphie durch Wasser und Luft“ berichtete
  • 1903 Umwandlung der „Professor Braun’s Telegraphie Gesellschaft GmbH“ in die „Gesellschaft für drahtlose Telegrafie Telefunken“ in Berlin
  • 1909 Braun erhielt für seinen Beitrag zur Entwicklung der drahtlosen Telegrafie den Nobelpreis für Physik, welchen er sich mit seinem italienischen Mitstreiter Marconi teilte
  • 1914 Braun reiste für die „Telefunken AG“ trotz angeschlagener Gesundheit nach New York, da die Großfunkstelle Sayville wegen Patentstreit ihren Betrieb einstellen sollte
  • 1917 Im schleppenden Prozess wurde Braun vom Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg überrascht, so dass er als gegnerischer Deutscher nicht zurückreisen durfte
  • April 1918 Sturz beim Schneefegen vor seinem Haus in Brooklyn
  • 20.4.1918 Braun erlag seinen schweren Verletzungen
  • Auf eigenen Wunsch sollte Braun in seine Geburtsstadt Fulda überführt werden, doch war dies im Ersten Weltkrieg nicht möglich.
  • 1921: Erst zweieinhalb Jahre nach Kriegsende gelang es seinem Sohn Konrad Braun, die Urne mit den sterblichen Überresten des Vaters nach Fulda zu überführen.
  • 4.6.1921 Beisetzung in Fulda

Funktion

  • Straßburg, Universität, Rektor, 1905/06

Werke

  • Ueber den Einfluss von Steifigkeit, Befestigung und Amplitude auf die Schwingungen von Saiten (1872)
  • Der junge Mathematiker und Naturforscher – Einführung in die Geheimnisse der Zahl und Wunder der Rechenkunst (1876)
  • Drahtlose Telegraphie durch Wasser und Luft (1901)
Familie

Vater

Braun, Konrad, hessischer Gerichtsbeamter

Partner

  • Bühler, Amélie, Heirat Lahr (Baden) 1885

Verwandte

  • Braun, Wunibald <Bruder>, 1839-1912, Industrieller
  • Braun, Philipp <Bruder>, 1844-1929, Altphilologe, Schulleiter
  • Braun, Adolf <Bruder>, 1847-1914, Jurist, Bankier
  • Braun, Konrad <Sohn>, † nach 1918
Nachweise

Literatur

Bildquelle

Wikipedia (via Wikimedia Commons: File:Braun 1909)

Zitierweise
„Braun, Ferdinand“, in: Professorenkatalog der Philipps-Universität Marburg <https://www.uni-marburg.de/uniarchiv/pkat/details?id=9631> (Stand: 7.6.2017)

Zuletzt aktualisiert: 16.02.2019

 
 
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