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Internationale Konferenz "Internationalizing Security - Securitizing the International"

Jahrestagung 2023 des Sonderforschungsbereichs "Dynamiken der Sicherheit"

Veranstaltungsdaten

02. November 2023 – 04. November 2023

Justus-Liebig-Universität Gießen

Thema der Konferenz

Mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine ist die Diskussion darüber, was wir unter internationaler Sicherheit verstehen, wieder aufgeflammt. Während Wissenschaftler über viele Jahre hinweg ein staatszentriertes Verständnis von Sicherheit kritisiert haben, scheinen sich die Gezeiten zu ändern. Wir sehen Wir sehen zum Beispiel eine Rückkehr der Geopolitik, des territorialen Sicherheitsbegriffs und Beschwörungen der Souveränität. Versuche, Sicherheit durch liberale Formen der Global Governance und transnationale Formate zu erreichen, treten zugunsten eines eines neuen Diskurses über internationale Sicherheit in den Hintergrund, ebenso wie individuell-zentrierte individuumszentrierte Sicherheitsverständnisse wie die menschliche Sicherheit. Mit der Konferenz wollen wir dieser Dynamik durch einen Perspektivenwechsel begegnen. Anstatt das Internationale als eine gegebene und feste Größe vorauszusetzen, wollen wir wollen wir untersuchen, wie sie in Praktiken der Sicherheit Gestalt annimmt: Wie artikulieren Repertoires der Sicherheit das Internationale artikulieren? Mit dieser Frage wollen wir die vielfältigen Wege herauszuarbeiten, auf denen Sicherheit internationalisiert und das international verbrieft wird. Wir laden zu Beiträgen ein, die das Thema mit einem Fokus auf (a) die Historizität, (b) die Verfahren und Instrumente und (c) die Ausschlüsse internationaler Sicherheit.

(a) Das Forschungsprogramm des SFB geht von der Grundannahme aus, dass Konzepte und Repertoires von Sicherheit historisch bedingt sind. Dementsprechend versuchen wir historisch nachzuvollziehen, wie das Internationale als eine emergente Ebene politischer der politischen Ordnung durch Problematisierungen und Techniken der Sicherheit entstanden ist. Der historische Ansatz ermöglicht es uns, verschiedene Kontexte zu identifizieren, in denen Konfigurationen der internationalen Sicherheit entstanden und verblassten, wieder auftauchten und transformiert wurden. Ein treffendes historisches Beispiel ist der Kampf um nationale Selbstbestimmung Selbstbestimmung im Kontext der Dekolonisierung, die wiederum mit bestimmten mit bestimmten Vorstellungen von internationaler Sicherheit zusammenhing, etwa dass Fremdherrschaft eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit.

(b) Als analytische Strategie schlagen wir vor, die Verfahren und Instrumente der Sicherheit, die eine Schlüsselrolle bei der Errichtung des Internationalen spielen, näher zu betrachten. Wir wollen die Performativität administrativer Formen und rechtlicher Mechanismen untersuchen, die internationale Prozesse konfigurieren, die Arenen und Szenen, in denen die Internationale inszeniert wird, und auch die Visualisierungen und Artefakte, durch die sie erscheint.

(c) Um sich kritisch mit der gegenwärtigen Verbindung zwischen Sicherheit und Internationalem auseinanderzusetzen, schlagen wir vor, nach ihren blinden Flecken und Ausschlüssen zu fragen: Welche Phänomene lassen sich nicht in den Rahmen der internationalen Sicherheit einordnen? Welche Probleme werden an den Rand gedrängt? Wo liegen die Grenzen bei der Behandlung von Problemen, die sich dem räumlichen und zeitlichen Rahmen des Internationalen entziehen? Auf der SFB/TRR-Jahreskonferenz 2023 sind wir an Analysen interessiert, die sich auf die Dynamik des Zustandekommens und des Scheiterns internationaler Sicherheit in spezifischen historischen oder aktuellen Kontexten konzentrieren: Wie konstituiert sich das Internationale in situativen Praktiken der Sicherheit? Wir begrüßen Beiträge, die sich mit der Pragmatik der internationalen Sicherheit, ihren Symbolen und Bedeutungen sowie ihren Affekten und Infrastrukturen befassen. Die Beiträge können sich dem Thema aus verschiedenen disziplinären Perspektiven nähern, zum Beispiel aus der Geschichte (von der frühen Neuzeit bis zur Zeitgeschichte einschließlich der Globalgeschichte), der Soziologie, der Politikwissenschaft, der Rechtswissenschaft, der Geographie, der Anthropologie, der Kulturwissenschaft oder der Kunstgeschichte

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Organisatorisches

Anmeldung

Wir bitten alle an der Konferenz interessierten Teilnehmenden um vorherigen Anmeldung bis zum 31.10.2023. Für spätere Anmeldungen stehen Mitglieder des Organisationsteams ab Beginn der Konferenz am Anmeldetisch im Foyer des Veranstaltungsortes zur Verfügung.

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Konferenzprogramm

Neben zwei Keynote Lectures von Anna Leander (Geneva Graduate Institute) und Toni Haastrup (University of Manchester) bietet das Programm der SFB Jahrestagung eine Vielzahl unterschiedlicher Panel aus Politikwissenschaft, Soziologie, Rechtswissenschaft und Geschichte sowie eine Filmvorstellung der Dokumentation "20 Days in Mariupol". Ein Programm in hoher Auflösung kann über untenstehenden Link heruntergeladen werden. 

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Veranstaltungsort

Alle Plenarsitzungen finden in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen (Ludwigstraße 23) statt. Die meisten Panels finden im gleichen Gebäude statt, entweder im Senatssaal oder im Gustav-Krüger-Saal (GKS). Weitere Panels finden in der Goethe-Straße-58, Raum 201 statt. Beide Orte sind nur 3 Gehminuten voneinander entfernt.

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