Hauptinhalt

Über uns

Das Netzwerk:

Autismus-Spektrum-Störungen (englisch autism spectrum disorder, ASD) sind schwerwiegende, lebenslange und kostenintensive Erkrankungen, die die Lebensqualität der Betroffenen in allen Lebensbereichen und über die gesamte Lebensspanne deutlich beeinträchtigen. Der Forschungsverbund „ASD-Net“ umfasst Deutschlands führende Expertinnen und Experten sowohl in Bezug auf klinische als auch die wissenschaftliche Kompetenz im Bereich ASD. In dem Verbundprojekt werden die Herausforderungen dieses Störungsbildes im Bereich der Diagnostik, Therapie und Gesundheitsversorgung angegangen, Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und umgesetzt. Das Konsortium umfasst Deutschlands größte Kohorte an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die alle nach einem einheitlichen Goldstandard (mit den diagnostischen Verfahren ADOS und ADI-R) diagnostiziert wurden.

Förderziele:

Das zentrale Ziel des ASD-Net ist es, Autismus-Spektrum-Störungen in ihrer gesamten Komplexität zu erforschen: Von der Grundlagenwissenschaft bis zur Versorgungssituation. Ein wichtiger Schritt für die Translation in die klinische Praxis ist es, die Kosten für das Gesundheitssystem zu erfassen und durch validere Diagnosen und individualisierte Therapien eine effizientere Versorgung zu erreichen. Mittels der hohen integrativen Struktur des Konsortiums ASD-Net in Kombination mit der Expertise in klinischer und wissenschaftlicher Hinsicht, soll eine Reduzierung individueller Beeinträchtigung, Leid und sozialer Stigmatisierung auf Seiten der Betroffenen und eine effizientere Versorgung für das Gesundheitssystem erreicht werden. Die Arbeit des Konsortiums gliedert sich in drei Cluster: Diagnostik, Therapie und Gesundheitsökonomie.

Die Köpfe des ASD-Net:

Prof. Dr. Kamp-Becker ist die Koordinatorin des Forschungsverbunds ASD-Net im Rahmen des Forschungsnetzes für psychische Erkrankungen, gefördert durch das BMBF. Durch ihre wissenschaftliche Untersuchung der ASD konnte sie in den letzten Jahren bedeutsam zur Grundlagenforschung hinsichtlich Diagnostik und Behand­lung der ASD in Deutschland beitragen. Prof. Kamp-Becker leitet an der Marburger KJP die Spezialambulanz für ASD, die deutschlandweit eine Hauptanlaufstelle für betroffene Familien ist (N>1000). Sie ist eine der führenden Forscherinnen auf dem Feld der ASD und erhielt 2011 in Anerkennung ihrer diagnostischen und genetischen Untersuchungen zu hoch-funktionalen ASD den renommierten Hermann-Emminghaus-Preis. Gemeinsam mit der stellvertretenden Koordinatorin Dr. Anne-Kathrin Wermter konnte auch die Forschung zu genetischen Grundlagen und differential-diagnostischen Aspekten der ASD vorangebracht werden.

Prof. Dr. Veit Roessner ist ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie der Technischen Universität Dresden. Diese verfügt über die größte universitäre Autismus-Ambulanz und -Therapie­zentrum in Deutschland. Die Autismus-Ambulanz besteht seit über 30 Jahren und es werden pro Jahr mehr als 700 Patienten von 24 Mitarbeitern betreut. Gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Ehrlich, dem Leiter des Bereichs Psychosoziale Medizin und Entwicklungsneurowissenschaften, werden an der KJP zur Untersuchung verschiedener kinder- und jugendpsychiatrischer Störungsbilder neuro­psychologische und bildgebende Ansätze kombiniert mit psychoendokrinologischen und psycho­pharmakologischen Methoden. Die beiden Wissenschaftler sind ausgewiesene Experte im Bereich relevanter Differentialdiagnosen und Komorbiditäten von ASD und bringen eine ausgezeichnete Expertise im Bereich der Bildgebung mit in das ASD-Net ein.

Prof. Dr. Stefan Röpke ist Leiter der Spezialambulanzen für ASD, Persönlichkeitsstörung und der posttraumatischen Belastungsstörung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité - Universitätsmedizin Berlin. Er verfügt über methodenübergreifende Erfahrung in der Erforschung von Prozessen der Emotionsverarbeitung und von sozialen Kognition bei psychiatrischen Störungsbildern (z.B. ADHS oder Persönlichkeitsstörungen) und in der Entwicklung von psychometrischen Instrumenten.

Frau Prof. Dr. Luise Poustka ist Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Georg-August Universität Göttingen. Sie leitet die Spezialambulanz für ASD sowie die Forschergruppe zu ASD mit den Schwerpunkten der Konnektivität des Gehirns, Genetik, Diagnostik und Differentialdiagnostik, Persönlichkeit und Interventionen bei ASD. Frau Poustka ist Mitglied des europäischen Netzwerkes „Enhancing the Scientific Study of Early Autism“ (ESSEA COST) und ist mit Dr. Tanja Schad-Hansjosten, Leiterin der Spezialambulanz für Autismus-Spektrum-Störungen am ZI in Mannheim, an nationalen und europäischen Multicenter-Studie zur Erforschung der ASD beteiligt.

Prof. Dr. Peter Kirsch ist Leiter der Abteilung für Klinische Psychologie am Zentralinstitut für seelische Gesundheit und Professor für Klinische Psychologie an der medizinischen Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg. Er ist einer der führenden Forscher im Bereich der Wirkung von Oxytocin und dessen Rolle bei sozialen Kognitionen unter Verwendung von Pharmako-fMRT sowie Imaging-Genetik und die Kombination beider Ansätze.

Prof. Dr. Tanja Singer ist Forschungsgruppenleiterin der Forschungsgruppe Soziale Neurowissenschaften der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Mit Prof. Dr. Philipp Kanske von der Technischen Universität Dresden werden neurowissenschaftliche und klinische Expertise in der Untersuchung sozialer Kognitionen bei Menschen mit ASD auf optimale Weise vereint. Gemeinsam mit Prof. Dr. Sören Krach und Jun. Prof. Dr. Frieder M. Paulus vom Neuroscience Lab an der Universität zu Lübeck verfügt die Arbeitsgruppe über fundierte Expertise im Bereich der MRT-Bildgebung.

Prof. Dr. Falk Hoffmann ist Epidemiologe mit umfassender Erfahrung im Bereich der Gesundheitsforschung. Er leitet die „Abteilung Ambulante Versorgung und Pharmakoepidemiologie“ am Department Versorgungsforschung der Universität Oldenburg. Er ist ausgewiesener Experte für Psychopharmakologie sowie der Inanspruchnahme und den Kosten von neuropsychiatrischen Störungen. Prof. Dr. Dr. Christian Bachmann ist geschäftsführender Oberarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am LVR-Klinikum Düsseldorf/ Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er verfügt über eine ausgewiesene Expertise im Bereich der Versorgungsforschung (insbes. Psychopharmakoepidemiologie) und der Gesundheitsökonomie im Kindes- und Jugendalter.

Frau Prof. Dr. Marcella Rietschel ist Direktorin der Abteilung für Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie am Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Mannheim. Sie ist eine international anerkannte Expertin im Bereich der genetischen und umweltbedingten Grundlagen bei psychiatrischen Störungsbildern sowie der genetischen Grundlagen der Therapie-Response (Pharmakogenetik) und der Rolle von Gen-Umwelt- und Gen-Gen-Interaktionen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse von epigenetischen Mechanismen und deren Interaktion mit Variationen im Genom. Das Molekulargenetische Labor der Abteilung führt unter der Leitung von Frau PD Dr. Stephanie Witt eine der deutschlandweit größten Biobanken für psychiatrische Erkrankungen.