Christian Heinrich Bünger
Ein ganzer Raum ist dem Andenken des Begründers der Sammlung,
Christian Heinrich Bünger gewidmet. Er ist im Stil eines
Naturalienkabinetts eingerichtet und zeigt Büngers
selbstgefertigte kunstvolle Präparate von Körperteilen und Organen
neben einigen historischen Feuchtpräparaten in mundgeblasenen Gläsern,
die durch mit Siegellack behandelte Schweinsblasen verschlossen und in
"Spiritus vini", Branntwein oder Terpentinöl aufbewahrt wurden.

Wachsabgüsse und Gipsplastiken von pathologischen
Fällen weisen auf Büngers chirurgische Tätigkeit hin. Eine
südamerikanische
Mumie, verzierte Schädel und Haartrachten sowie
zahlreiche Skelette von Tieren sind Geschenke von Kollegen, die sich
auf Expeditionsreisen begeben hatten. Büngers Präparierkunst wird
jedoch besonders an den zahlreichen
angiologischen Injektionspräparaten deutlich, seinem besonderen
Spezialgebiet.
Die Bünger-Bibliothek
Büngers Bibliothek, etwa 900 Bücher und über 200 Zeitschriften, ging
nach seinem Tode in den Besitz der Universitüt über. Es handelt sich um
etwa 30 Folianten in lateinischer Sprache und eine Sammlung von
zeitgenössischen Werken der Anatomie, Zoologie und
Entwicklungsgeschichte. Die erhaltenen Bände dieses Bestandes sind in
der
Emil-von-Behring-Bibliothek für Geschichte und Ethik
der Medizin untergebracht.