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Exzellenzstrategie
Universitäten Marburg und Gießen schauen nach Exzellenz-Entscheidung nach vorn
Nach der Entscheidung im Wettbewerb um den Titel Exzellenzuniversität schauen die Philipps-Universität Marburg (UMR) und die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) gemeinsam nach vorn: Auch ohne den Titel werden beide Traditionsuniversitäten daran arbeiten, exzellente Spitzenforschung und Innovationskraft in der Region weiter offensiv auszubauen. Insgesamt vier Exzellenzcluster in Gießen und Marburg hatten den nötigen Rückenwind für den gemeinsamen Antrag „H_CORE – Hessian Collaboration for Research Excellence“ in der Förderlinie Exzellenzuniversität der bundesweiten Exzellenzstrategie gegeben.
Beide Präsidien sind sich einig darin, dass die seit mindestens drei Jahrzehnten etablierte Zusammenarbeit zwischen den Universitäten in Marburg und Gießen – unter enger Einbeziehung der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) – durch den Wettbewerb ein neues Niveau erreicht hat. Die drei Hochschulen werden weiterhin die strategische Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Mittelhessen vorantreiben. Konzentriert auf Spitzenforschungsprojekte rund um die vier Exzellenzcluster und weit darüber hinaus haben Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien und unterschiedliche Statusgruppen beider Universitäten und der THM tragfähige Netzwerke geknüpft und die Zusammenarbeit nachhaltig vertieft.
Förderlinie Exzellenzuniversität
Nach dem großen mittelhessischen Erfolg mit insgesamt vier Exzellenzclustern, war die Universität Marburg gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen in den Wettbewerb um den Titel „Exzellenzuniversität“, die zweite Runde der Exzellenzstrategie gegangen. Die Basis für den gemeinsamen Antrag bildete die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit im Forschungscampus Mittelhessen (FCMH), einem Verbund der beiden Universitäten und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).
- Pressemitteilung Entscheidung Exzellenzuniversitäten (Oktober 2026)
- Pressemitteilung Antragseinreichung H_CORE (November 2025)
- Pressemitteilung Gemeinsame Bewerbung zur Exzellenzuniversität (Juni 2025)
Förderlinie Exzellenzcluster
Die Philipps-Universität Marburg hat sich mit einem Doppelerfolg auf der Landkarte der Exzellenz in Deutschland eingetragen. Die Cluster „Microbes-for-Climate“ (M4C) der Universität und des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie und „The Adaptive Mind” (TAM) in der Zusammenarbeit der Universitäten Gießen, Marburg und Darmstadt werden ab dem 1. Januar 2026 im wichtigsten deutschen Forschungswettbewerb gefördert. Im Fokus stehen Grundlagenforschung zur Rolle von Mikroben im Klimawandel und der Funktion menschlichen Verhaltens und menschlicher Wahrnehmung.
"Die Leuchtturmprojekte sind das Ergebnis der strategischen Fokussierung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf wichtige Forschungsthemen. Die Exzellenzcluster eröffnen den Forschungsteams die Möglichkeit, grundlegende Antworten auf große Fragen der Menschheit zu suchen und belohnen die Anstrengungen in vielen Bereichen der Universität über die letzten Jahre." – Prof. Dr. Thomas Nauss, Präsident der Philipps-Universität Marburg
Cluster "Microbes-for-Climate" (M4C)
Im Exzellenzcluster „Microbes-for-Climate“ (M4C) wollen die Forschenden die Wissensgrundlage für einen zukünftig ausgeglichenen Kohlenstoffkreislauf schaffen, um der weiteren Erderwärmung entgegenzuwirken. Grund der Klimakrise ist im Wesentlichen ein menschengemachtes Ungleichgewicht im weltweiten Kohlenstoffkreislauf. Mikroorganismen stehen im Zentrum dieses Geschehens, weil sie jährlich Milliarden Tonnen der Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan (CH4) bilden und umsetzen. Gleichzeitig bieten sie auch Möglichkeiten, diese Treibhausgase in klimaunschädliche Moleküle umzuwandeln. Ihre Rolle in natürlichen Ökosystemen, Landwirtschaft und Biotechnologien macht sie zu einem Teil der Klimakrise und gleichzeitig zu einem möglichen Schlüssel zu ihrer Lösung.
Cluster "The Adaptive Mind" (TAM)
Die Fähigkeit, Verhalten situationsgerecht anzupassen, ist eine elementar wichtige Eigenschaft des Menschen. Eine Störung dieser Fähigkeit kann zu psychischen Erkrankungen führen. Die Zusammenarbeit zwischen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), der Philipps-Universität Marburg und der TU Darmstadt im Exzellenzcluster „The Adaptive Mind“ vereint Forschende aus der Psychologie, den Kognitions- und den Neurowissenschaften und der Medizin mit Expertinnen und Experten für Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Robotik, um universelle Prinzipien der menschlichen Anpassungsfähigkeit zu entschlüsseln. So wollen die Forschenden langfristig zu Verbesserungen im Bereich der psychischen Gesundheit, aber auch zu der Entwicklung robusterer Robotik- und KI-Systeme beitragen.