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1968 und die Impulse Deutsch-Lateinamerikanischer Kontakte

Vortrag im Studium generale im Wintersemester 2017/18

Veranstaltungsdaten

29. November 2017 20:15 – 29. November 2017 21:15
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Audimax, Biegenstraße 14, Marburg

Die so genannte „Dritte Welt“ war der Topos, der die westdeutsche 68er-Bewegung sowohl nach innen als auch in ihrer Außenwahrnehmung am stärksten prägte. Die Krisen und Konflikte in den Ländern des Südens lösten entscheidende Ereignisse aus, u.a. die Demonstrationen gegen den kongolesischen Machthaber MoÏse Tschombé im Jahr 1964 und 1967 gegen den Besuch des persischen Schahs. Wie kam es zu dieser expliziten Solidarität Anfang der 60er Jahre, als in der bundesrepublikanischen Gesellschaft noch tiefsitzende Provinzialität und Kleinbürgerlichkeit herrschten? Bei der Ursachenforschung zur Entstehung von „1968“ wird wenig beachtet, dass diese empathische Anteilnahme nicht nur ein Ergebnis der Rezeption revolutionstheoretischer Schriften aus Lateinamerika, Afrika und Asien, der ideellen Identifikation mit linksrevolutionären Ikonen und folkloristischer Kulturimporte war, sondern personelle transnationale Begegnungen eine bedeutende dynamische Wechselwirkung erzeugten. Insbesondere die deutsch-lateinamerikanischen Kontakte waren grundlegend für die Entstehung einer neuen Bewegung in den 70er Jahren: der Dritte-Welt-Bewegung. 

Referierende

Dr. Dorothee Weitbrecht, Stuttgart

Veranstalter

Prof. Dr. Thorsten Bonacker, Zentrum für Konfliktforschung
Prof. Dr. Eckart Conze, Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften

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