18.09.2017 Symposium: Reformation der Kirche - Reform der Bildung

Gemeinsames Symposium mit den evangelischen Landeskirchen

Außenansicht der Alten Universität Marburg.
Foto: Rolf K. Wegst
In der Alten Universität findet der erste Abendvortrag zum reformatorischen Bildungsideal sowie der Empfang der beiden hessischen Landeskirchen statt.

Im 500. Gedenkjahr der Reformation hat sich die Philipps-Universität Marburg besonders dem Zusammenhang von Reformation und frühneuzeitlicher Bildungsreform gewidmet. Ein Studium Generale zum Thema „Reformation im Kontext“ erreichte im Sommersemester mit zahlreichen Vorträgen ein großes Publikum. Die Sonderausstellung „#Bildungsereignis Reformation!“ ist noch bis Ende Oktober im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte im Landgrafenschloss in Marburg zu sehen. Der wissenschaftlichen Betrachtung des Themas widmet sich nun das internationale Symposium „Reformation der Kirche – Reform der Bildung. Die Universität Marburg und der reformatorische Bildungsauftrag“, das vom 27. bis 29. September 2017 im Hessischen Staatsarchiv in Marburg stattfindet.

Namhafte Expertinnen und Experten aus Deutschland und dem europäischen Ausland, darunter die Referenten Prof. Dr. Martin Hein (Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck) und Prof. Dr. Herman Selderhuis (Direktor der Stiftung Refo500 in den Niederlanden), werden sich hier der Geschichte der Philipps-Universität Marburg und ihrer „Schwester“, der Justus-Liebig-Universität Gießen, im 16. und 17. Jahrhundert sowie dem frühen hessischen Volksschulwesen widmen. Darüber hinaus werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber auch Blicke auf die Veränderungen der Bildungslandschaften in ganz Deutschland und Europa werfen, die sich im Gefolge der reformatorischen Umwälzungen nicht nur in evangelischen, sondern auch in katholischen Territorien vollzogen haben.

Hintergrund: Die Bildungsreform in Marburg

Vor bald 500 Jahren führte Landgraf Philipp der Großmütige in Hessen die Reformation ein – und fast ebenso lange ist Marburg Universitätsstadt. Tatsächlich war die Entstehung der Philipps-Universität Marburg im Jahre 1527, an der evangelische Pfarrer, Lehrer, Juristen, Beamten sowie Ärzte Hessens ausgebildet werden konnten, eine unmittelbare Folge der Reformation. Mit der Erteilung eines förmlichen Universitätsprivilegs durch den Kaiser im Jahr 1541 wurde sie den älteren Hochschulen rechtlich gleichgestellt. Dass Reformation und Bildung zusammengehören, haben die führenden Köpfe der evangelischen Bewegung schon früh betont – nicht zufällig waren viele von ihnen selbst Universitätsprofessoren. Doch in kaum einem deutschen Territorium war das Zusammenspiel von Reformation und Bildung so deutlich zu beobachten wie in Hessen. Die Reformation der Kirche ging hier von Anfang an mit einer breit angelegten Bildungsreform einher. In allen Städten Hessens sollten Lateinschulen eingerichtet werden, in allen Dörfern Volksschulen, in denen Jungen, aber auch Mädchen eine elementare Schulbildung erhalten konnten. Um den Zugang zur Universität zu erleichtern, gründete Philipp von Hessen eigens ein Pädagogium, das die Absolventen der Lateinschulen auf das Studium vorbereitete – das heutige Gymnasium Philippinum in Marburg –, sowie eine Stipendiatenanstalt, die begabten, aber mittellosen jungen Männern den Besuch der Universität auf Staatskosten ermöglichte.

Weitere Informationen

Die gesamte Tagung ist öffentlich, eine Anmeldung zur Teilnahme ist nicht erforderlich. Zum vollständigen Programm.

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