13.07.2022 Spatenstich für neues Kompetenzzentrum für Labordiagnostik

Marburger Medizinerinnen und Mediziner bauen Diagnostik-Kompetenzzentrum in Tansania auf

Gruppenfoto der Beteiligten
Foto: Privat
Die Beteiligten beim feierlichen Spatenstich von links nach rechts: Didier Chassot (Botschafter der Schweiz in Tansania), Prof. Abel Makubi (stellvertretender Gesundheitsminister), Dr. Frederik Shoo (Bischof der Lutherischen Kirche), Regina Heß (Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Tansania), Dr. Jonathan Keytel (Roche), Dr. Allan Pamba (Roche), Prof. Gileard Masenga (Execute Director KCMC), Prof. Dr. Harald Renz (Philipps-Universität Marburg) und Prof. Dr. Michael Bölker (Philipps-Universität Marburg).

Der Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg ist am Aufbau eines hochmodernen Kompetenzzentrums für Labordiagnostik in Moshi, Tansania, beteiligt. In Zusammenarbeit mit dem Biotechnologieunternehmen Roche und dem Kilimanjaro Christian Medical Centre (KCMC) soll ein in der Region einmaliges Zentrum entstehen, das die Gesundheitsversorgung vor Ort wesentlich optimieren wird. Die dreijährige Partnerschaft wird von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) sowie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kofinanziert. Der Spatenstich für das Kompetenzzentrum fand am 8. Juli 2022 statt.

Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Diagnostik für die Zukunftsfähigkeit der Gesundheitssysteme ist. Das Projekt ist ein Schritt auf dem Weg zu einer modernen Laboreinrichtung, die zuverlässige und zeitnahe Diagnostik von übertragbaren Krankheiten wie SARS-CoV-2, Tuberkulose und HIV sowie von nicht übertragbaren Krankheiten wie Diabetes und anderen ermöglicht. Das Kompetenzzentrum für Diagnostik wird zu einem verbesserten Krankheitsmanagement beitragen und Medizinerinnen und Mediziner vor Ort helfen, den wandelnden Anforderungen an das Gesundheitssystem in Moshi gerecht zu werden.

„Diagnostische Tests sind ein grundlegender Bestandteil der Krankheitsprävention und -behandlung. Mit einer über 70-jährigen Geschichte in Afrika ist Roche einzigartig positioniert, um Know-how in den Bereichen diagnostische Infrastruktur, Systemoptimierung und Prozessharmonisierung anzubieten. Dies ist entscheidend, um die Zahl der Tests in Afrika zu erhöhen und den Patienten letztlich eine bessere Lebensqualität zu bieten", sagt Allan Pamba, Africa Network Lead, Roche Diagnostics.

Das Projekt versetzt das KCMC in die Lage, eine verbesserte Diagnostik mit einer breiteren Palette von Labortests anzubieten, auch solche, die bisher ins Ausland geschickt werden mussten. So können die Durchlaufzeiten für Laborergebnisse wesentlich verkürzt werden. Darüber hinaus beinhaltet das Projekt auch den Aufbau weiterer Kapazitäten für die medizinische Ausbildung, beispielsweise von Laborärztinnen und Laborärzten oder Biomedizintechnikerinnen und -technikern.

Foto von Harald Renz beim Spatenstich
Foto: Privat

„Nicht übertragbare Krankheiten sind – nach Infektionskrankheiten – die zweitgrößte Gesundheitsbelastung in Subsahara-Afrika (SSA). In SSA sterben mehr Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenerkrankungen, Diabetes, chronischen Nierenerkrankungen und Krebs als in der nördlichen Hemisphäre. Die Labordiagnostik ist ein wichtiger Pfeiler für die frühzeitige Erkennung, Überwachung und Behandlung dieser Krankheiten sowie die Entwicklung von Präventionsstrategien. Das neue Exzellenzzentrum ist ein neuer Ansatz, um dieses wichtige globale Gesundheitsproblem im Norden Tansanias und darüber hinaus anzugehen", sagt Prof. Dr. Harald Renz, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin der Philipps-Universität Marburg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin (DGKL). <

„Deutschland hat eine langjährige Regierungszusammenarbeit mit Tansania im Gesundheitsbereich, insbesondere bei der Mutter-Kind-Betreuung. Ich freue mich, dass wir heute eine öffentlich-private Partnerschaft mit Roche hinzufügen können, die durch die DEG, eine Tochter der KfW Entwicklungsbank, finanziert wird, die die Laborkapazitäten am KCMC in Moshi, einem der führenden Krankenhäuser des Landes, stärken wird", sagt Regine Hess, deutsche Botschafterin in Tansania.

Das neue Kompetenzzentrum für Diagnostik wird alle klinischen, Forschungs- und Lehrlabore und -einrichtungen unter einem Dach integrieren und harmonisieren. Damit einher geht die Verfügbarkeit eines breiten, hochmodernen Repertoires an Tests und Instrumenten, das in der nördlichen Region Subsahara-Afrikas einmalig ist. Das neue Zentrum wird darüber hinaus ein Konzept für die Ausbildung für die nächste Generation von Ärztinnen und Ärzten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Medizin-Technikerinnen und -Technikern entwickeln.

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