"The only rules that really matter are these:
what a man can do and what a man can't do."
Captain Jack Sparrow erklärt im Film Pirates of the Caribbean in knappen Worten womit sich die institutionenökonomisch orientierte Mikroökonomie beschäftigt: Regeln und Institutionen setzen den Rahmen, in dem Individuen ihre Entscheidungen treffen und handeln. Der Einfluss auf das Verhalten erfolgt dabei über sogenannte Anreize, die entweder intrinsisch auf dem Weg über soziale Normen und Wertvorstellungen oder extrinsisch, etwa durch finanzielle Belohnungen oder Bestrafungen wirken.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Mikroökonomie untersuchen in ihrer Forschung diese Anreizstrukturen. Die Schwerpunkte liegen dabei zum Teil auf klassisch ökonomischen Fragestellungen und zum Teil auf Fragen, die anderen Lebensbereichen entstammen. Der methodische Zugang ist in allen Projekten ähnlich: Wir nutzen spiel- und vertragstheoretische Modelle, um die untersuchten Institutionen zu verstehen, zu erklären und Vorschläge zu einer Verbesserung zu machen.
Zur Zeit verfügt die Abteilung Mikroökonomie über Expertinnen und Experten zu folgenden Fragestellungen: (in Klammern sind jeweils die hauptsächlich aktiven Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler genannt)
· Politische Ökonomie im
diachronen Vergleich (Evelyn Korn)
Nichts unter der Sonne ist wirklich neu. Das gilt auch für die
Gestaltung politischer Prozesse und die Entwicklung von Kultur,
Wirtschaft und Politik. Dieses Projekt wendet die
institutionenökonomische Analyse auf Kulturen der Antike an und zeigt
Parallelen zu heute aktuellen Fragestellungen.
Aktuelle Arbeit: Staatsverträge der Bronzezeit – Lizenzen zur
Bereicherung? (mit Jürgen Lorenz)
· Familien- und Sozialpolitik:
Weibliche Erwerbsbeteiligung und Fertilität (Evelyn Korn)
Der demographische Wandel, der nahezu alle OECD Länder betrifft, führt
unter anderem zu einem Mangel an Fachkräften wie zu einer
Finanzierungslücke in der Altersvorsorge. Das Projekt untersucht, wie
verschiedene Maßnahmen auf die Ausbildungs-, Erwerbs-, und
Familienentscheidung von Frauen wirken.
Aktuelle Arbeit: The effect of long-term-care subsidies on female labor
supply and fertility (mit Matthias Wrede) (MAGKS-Reihe Nr. 43 – 2012
[
link] und CESifo Working Paper Series No. 3931 [
link])
· Kooperation und
Reputation (Evelyn Korn und Johannes Ziesecke)
Die neoklassische Ökonomie steht in der öffentlichen Debatte häufig als
wissenschaftliche Rechtfertigung für egoistisches Verhalten. Sie
scheint zu legitimieren, dass Menschen einander ausnutzen und den
kurzfristigen persönlichen Ertrag vor das Gemeinwohl setzen. Dieses
Projekt zeigt eine andere Perspektive auf egoistische Motive und nutzt
einen experimentellen Zugang, um zu belegen, dass Kooperation erlernbar
ist, wenn Menschen die Regeln der ökonomischen Rationalität besser
verstehen.
Aktuelle Arbeit: How and when can economic skills enhance cooperation?
[link]
· Arbeits- und
Ausbildungsentscheidungen in traditionellen afrikanischen
Gesellschaften – eine Untersuchung im Okavango Gebiet (Evelyn
Korn und Nadege Azebaze)
Klassische familienökonomische Modelle untersuchen intergenerationelle
Transfers, Arbeits- und Freizeit- sowie Ausbildungsentscheidungen vor
dem Hintergrund gut ausgebildeter Arbeits- und Produktmärkte. Was aber,
wenn die Marktintegration nicht weit fortgeschritten ist, Subsistenz
das vorherrschende Modell des Wirtschaftens ist und der Wert einer
Arbeitsstunde nicht in Lohnsätzen sondern in Subsistenzproduktivitäten
gemessen wird? Dieses Projekt untersucht, wie sich die
Veränderung einer Gesellschaft weg von der Subsistenz hin zu einer
marktorientierten Lebensweise auf die Verteilung von Arbeit,
Investition und Konsum innerhalb von Familien auswirkt.
Aktuelle Arbeit: Inheritance rules and institutional change
· Einfluss von Emotionen auf Individualentscheidungen (Johannes Ziesecke)
Emotionen beeinflussen unser Handeln bei wirtschaftlichen Entscheidungen ebenso wie im täglichen Leben. Ihr Einfluss auf Individualentscheidungen ist auch in den Wirtschaftswissenschaften unbestritten. Dieses Projekt untersucht wie diese Einflussfaktoren in die modelltheoretischen Erklärungsansätze von Verhaltensweisen aufgenommen werden können.
In Arbeit
· Anreizstrukturen im Sport – Die Dopingproblematik (Volker Robeck)
Die Dopingskandale der Vergangenheit haben gezeigt, dass nicht nur einige schwarze Schafe Doping zur Leistungssteigerung verwenden sondern organisiertes Doping stattfindet. Dieses Projekt nutzt vertragstheoretische Modelle zur Beschreibung und Analyse der Dopingproblematik. Die Offenlegung der Anreizstrukturen für Doping im Leistungssport hilft, geeignete Anti-Doping Maßnahmen zu entwerfen und zu formulieren.
In Arbeit

