Master of Arts Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft
Das Studium
Die Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft ist eine linguistische
Disziplin, die mit zugleich philologischen und
sprachhistorisch-vergleichenden Methoden Ursprung und Entwicklung der
indogermanischen (indo-europäischen) Sprachen erforscht. Sie wird daher
auch Indogermanistik oder Vergleichende indogermanische
Sprachwissenschaft genannt.
Das besondere Marburger Profil des Studiengangs beruht neben der Arbeit
mit Sprachmaterial aus unterschiedlichen Sprachen auf einer engen
Verflechtung von sprachhistorischen, sprachtypologischen und
philologischen Fragestellungen: Sie studieren also im Verlauf der vier
Semester nicht nur die vier zentralen Bereiche der historischen
Grammatik (Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik), sondern erwerben
auch vertieftes Wissen zu den indogermanischen Einzelsprachen und der
Grundsprache sowie die genaue Kenntnis und Anwendungskompetenz der
Methodik der Rekonstruktion. Zusätzlich werden Sie philologische
Kompetenz in einem Sprachzweig erwerben, der die Erschließung neuen
Sprachmaterials aus der Überlieferung und die Verbesserung unseres
Wissens über synchrone und diachrone Aspekte des jeweiligen
Sprachsystems ermöglicht.
Das Studium beinhaltet auch einen Anteil an interdisziplinären Modulen
und Lehrveranstaltungen. Hier können Sie aus einem breiten Angebot an
Fächern wählen, z. B. der Vorgeschichtsforschung, der Latinistik und
Gräzistik, Keltologie, Indo-Tibetologie oder der Semitistik und
Altorientalistik, die neben weiteren Sprachen am Marburger Centrum für
Nah- und Mittelost-Studien (CNMS) gelehrt werden.
Die einzelnen Module sind in der Regel so konzipiert, dass sie in einem
Semester absolviert werden können. Das eröffnet Ihnen die Möglichkeit,
einen Teil des Studiums im Ausland zu verbringen. Das Akademische
Praktikum bietet Ihnen Gelegenheit, als Seminarleiter oder
Seminarleiterin Ihre didaktischen und fachlichen Kompetenzen zu
vertiefen.
Der Marburger M.A. Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft ist ein
"eher forschungsorientierter" Studiengang. Sie werden vom ersten
Semester an dazu ermutigt, eigenen Forschungsfragen nachzugehen oder an
Forschungsprojekten teilzunehmen. Der Forschungsschwerpunkt der
Marburger Indogermanistik liegt auf der Erschließung der Sprachsysteme
der altanatolischen Sprachfamilie und auf der historisch-vergleichenden
Analyse und typologischen Einordnung dieser Sprachen.

