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Marburger Wissenschaftsgespräche: Was wir aus historischen Pandemien lernen

Der Archäogenetiker und Autor Prof. Dr. Johannes Krause spricht über die genetische Geschichte der Pest

Veranstaltungsdaten

31. Mai 2022 19:00

Vortragsraum der Universitätsbibliothek bzw. DFNconf-Portal

Infektionskrankheiten sind nach wie vor ein wichtiges Thema in der medizinischen Forschung. Allerdings ist wenig über die Evolution der Krankheitserreger bekannt, da sie keine Fossilien hinterlassen, die es erlauben, die einzelnen evolutionären Schritte, wie z. B. die Anpassung an den Menschen als Wirt, nachzuvollziehen. Mit Hilfe neuester DNA-Sequenzierungsverfahren ist es gelungen, molekulare Fossilien der Pathogene in Form von bakteriellen Genomen aus historischen menschlichen Skeletten zu erstellen. Unter anderem haben die Wissenschaftler*innen den Erreger der mittelalterlichen Pest rekonstruiert und verfolgten seine molekularen Spuren bis in die Steinzeit. Es gelang den Wissenschaftler*innen, komplette Genome steinzeitlicher Pestbakterien zu rekonstruieren und einzelne evolutionäre Schritte bei der Anpassung der Bakterien an den Säugetierwirt und Zwischenwirt Floh nachzuvollziehen.

Prof. Krause wird über seine Erkenntnisse zur Herkunft, Abstammung und Übertragung einiger der gefährlichsten Krankheiten der Menschheitsgeschichte berichten.

Online wird die Veranstaltung unter https://www.conf.dfn.de/stream/nr576u3cqx7w3 übertragen.

Marburger Wissenschaftsgespräche

Referierende

Prof. Dr. Johannes Krause, Direktor am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig

Veranstalter

Präsident Prof. Dr. Thomas Nauss, Prof. Dr. Michael Bölker und Prof. Dr. Andreas Neubauer