Dieter Birnbacher spricht über „Nomen est omen“

Christian-Wolff-Vorlesung 2018 zum Verhältnis von Terminologie und Ethik

Veranstaltungsdaten

22. November 2018 20:15 – 22. November 2018 22:00

Aula der Alten Universität, Lahntor 3, Marburg

Dieter Birnbacher (Düsseldorf) spricht in der diesjährigen Christian-Wolff-Vorlesung über das Thema „Nomen est omen“ – Zum Verhältnis von Terminologie und Ethik. Birnbacher ist Professor für Philosophie im Ruhestand an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er greift in seinem Vortrag eine Idee des amerikanischen Pragmatisten Charles Sanders Peirce auf. Er geht davon aus, dass die Beziehungen zwischen Fragen der Benennung und ethischen Fragen enger sind, als man auf den ersten Blick vermutet. Als Belege dienen unter anderem einige aktuelle Fragen der Bioethik, bei denen sprachliche Fassung und ethische Beurteilung unlösbar aneinander gekoppelt scheinen.

Birnbacher ist seit längerem als anwendungsorientierter Ethiker im akademischen wie im öffentlichen Bereich tätig. Von 1994 bis 2006 war er Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, seit 2004 ist er Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer, von 2012 bis 2016 war er deren Vorsitzender. Gegenwärtig ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) und Vizepräsident der Schopenhauer-Gesellschaft. 2012 verlieh ihm die Philosophische Fakultät der Universität Münster die Ehrendoktorwürde. 2018 erhielt er den Frege-Preis der Gesellschaft für analytische Philosophie.

Christian Wolff-Vorlesung

Christian Wolff (1679-1754) hat der Philosophie der Neuzeit maßgebliche Impulse verliehen. Wesentliche Errungenschaften, wie etwa die Begründung einer säkularen Moral oder die Öffnung des europäischen Denkens gegenüber außereuropäischen Kulturen, gehen auf ihn zurück. In Marburg lehrte er von 1723 bis 1740.

Die nach Wolff benannte Vorlesungsreihe wurde 1999 von Peter Janich ins Leben gerufen und ist mittlerweile eine feste Institution im kulturellen Leben Marburgs. Die Vorträge richten sich in einer verständlichen Sprache an die philosophisch interessierte Öffentlichkeit; dabei sind sie zugleich streitbar und innovativ. Rednerinnen und Redner der Christian-Wolff-Vorlesung sind den Ideen der Philosophie der Aufklärung und ihren Fortführungen in der aktuellen philosophischen Diskussion verpflichtet. Zu ihnen gehören unter anderem Jürgen Habermas, Ágnes Heller und Kurt Flasch.

Der Vortrag ist öffentlich. Im Anschluss an die Vorlesung lädt das Institut für Philosophie zu einem Umtrunk in den Kreuzgang ein.

Flyer zur Christian-Wolff-Vorlesung 2018

Referierende

Dieter Birnbacher (Düsseldorf)

Veranstalter

Institut für Philosophie, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie der Philipps-Universität Marburg

Kontakt