17.04.2018 Uni-Museum goes digital

Land Hessen fördert Datenbankprojekt von Museum und Foto Marburg mit 250.000 Euro

Fotograf mit Scheinwerfern vor Gemälde in einem Raum
Foto: Christian Stein
Kunstwerke des Museums für Kunst und Kulturgeschichte werden im Zuge des Pilotprojekts neu fotografiert.

Zwei Einrichtungen der Philipps-Universität Marburg bündeln ihre Expertise in einem innovativen Pilotprojekt für digitales Sammlungsmanagement: Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte und das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg digitalisieren ausgewählte Kunstwerke des Museums. Gefördert wird das Projekt durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit rund 250.000 Euro. Als zuständiger Vizepräsident freut sich Professor Dr. Joachim Schachtner darüber, dass „parallel zur laufenden Museumssanierung an einer neuen Datenbank gearbeitet wird, welche dazu beitragen wird, die Schätze des Museums bekannter zu machen.“

Bis Juni 2019 werden von rund 2000 Kunstwerken Fotografien höchster Bildqualität neu aufgenommen und in einer fachspezifischen Datenbank mit kunsthistorischen Informationen verknüpft. Diese wissenschaftliche Erschließung soll die Sichtbarkeit der Museumssammlung steigern, unter anderem durch die Publikation in den Verbundportalen Bildindex der Kunst und Architektur (www.bildindex.de) sowie im Graphikportal (www.graphikportal.org).

Einen Schwerpunkt des Projekts bildet die Digitalisierung der Sammlungen in den Bereichen Malerei, Skulptur und Plastik sowie Zeichnung und Druckgraphik. Außerdem wird das Museum in kuratorisch erarbeiteten Online-Ausstellungen Werke aus verschiedenen Epochen von den Alten Meistern bis zur Gegenwartskunst präsentieren. Besondere Höhepunkte, wie die jüngst erworbene Sammlung Hilde Eitel mit Avantgardekunst nach 1945, die bei der Wiedereröffnung des Museums ausgestellt wird, oder Meisterwerke aus der graphischen Sammlung werden dort zukünftig zu sehen sein.

Die Besonderheit des Projekts bildet die Datenerschließung im Hinblick auf die Online-Publikation sowie die digitale Vernetzung von Daten und Inhalten. Damit schließt das Projekt an das im November 2017 erfolgreich freigeschaltete Graphikportal, der weltweit ersten Online-Verbunddatenbank für graphische Sammlungen, an. Das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte entwickelt in diesem Zusammenhang Konzepte für einheitliche informationstechnische Infrastrukturen, die beispielsweise den Austausch von Daten zwischen Datenbanken bzw. Onlineportalen vereinfachen. Darüber hinaus steht die sammlungsbezogene Standardisierung der Datenerfassung im Zentrum des Projekts, deren Ergebnisse als Empfehlung für ähnliche bzw. weiterführende Projekte dienen können.

Im Zuge der wissenschaftlichen Erschließung von Museumsobjekten ist die digitale Verknüpfung von Informationen und deren gezielte Abrufbarkeit eine wichtige Grundvoraussetzung für eine zeitgemäße Museumsorganisation von der Ausstellungskonzeption über den Leihverkehr bis hin zu Restaurierungsarbeiten. Zudem schafft die digitale Erfassung und Online-Publikation nicht nur neue Möglichkeiten für den standortunabhängigen Zugang zu den Sammlungen und Einzelobjekten für die breite Öffentlichkeit und für Forschungszwecke. Die Umsetzung des Projekts bahnt vielmehr auch neue Wege für innovative Konzepte der digitalen Informationsverarbeitung und Kunstvermittlung.

Weitere Informationen:

http://www.fotomarburg.de/forschung/laufende_projekte/sammlungsmanagement

http://www.fotomarburg.de/forschung/datenbanken/graphikportal

Ansprechpartner:

Dr. Christian Bracht
Direktor des
Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg
Philipps-Universität Marburg
Tel.: 06421 28-23604
E-Mail:

Dr. Christoph Otterbeck
Direktor des
Museums für Kunst und Kulturgeschichte
Philipps-Universität Marburg
Tel.: 06421 28-22352
E-Mail:

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