29.03.2019 Gut studieren – auch in Zukunft

Mehr als 50 Hochschulen bei Tagung zu Qualitätssicherung in Studium und Lehre in Marburg vertreten

Gruppenfoto mit lächelnden Studierenden
Foto: Felix Wesch
Qualitätssicherung in Studiengängen trägt entscheidend zur Zufriedenheit im Studium bei.

Was macht einen Studiengang gut und attraktiv? Und was ist das richtige Rezept, damit er im schnellen gesellschaftlichen Wandel gut und attraktiv bleibt? Das waren einige zentrale Fragen bei der „Praxistagung: Nachhaltige Qualitätssicherung in Hochschulen“ an der Philipps-Universität Marburg. Rund 120 Qualitätsmanagerinnen und Qualitätsmanager von mehr als 50 deutschen Hochschulen tauschten sich am 28. und 29. März 2019 über wirkungsvolle Methoden zur Qualitätssicherung in Studiengängen aus. Das Ziel: Eine nachhaltige Verbesserung der Studienbedingungen an deutschen Hochschulen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Qualitätssicherung sind für die Studierenden zwar meist nicht sichtbar, aber sie tragen wesentlich zu deren Zufriedenheit bei – denn sie unterstützen die Verantwortlichen dabei, Studiengänge zu verbessern. Die Analyse der Qualitätssicherung umfasst viele Faktoren von Organisation und Aufbau eines Studiengangs, über die Anzahl der Fachwechsel und Studienabbrüche bis hin zu Berufsperspektiven. „All das sind Hinweise auf die Attraktivität eines Studiengangs. Darüber hinaus analysieren wir zahlreiche weitere Faktoren wie den Studieneinstieg, die Studiendauer oder die Möglichkeit, Auslandssemester und Praktika absolvieren zu können. Viele dieser Aspekte tragen wesentlich zur Studienqualität und damit der Zufriedenheit von Studierenden bei“, sagte Projektkoordinator Florian Hofmann vom Projekt „Qualitätssicherung in Studiengängen“ der Philipps-Universität.

Rechnen und Analysieren steht bei der Arbeit der Qualitätssicherung im Mittelpunkt, passgenau für jeden Studiengang und das bei insgesamt etwa 20.000 Studiengängen in Deutschland. Bei kleinen Fächern wie der Keltologie sind andere Methoden notwendig als bei Studiengängen mit vielen Studierenden, zum Beispiel der Betriebswirtschaftslehre. Die Keltologie gibt es in Deutschland nur in Marburg – ein Vergleich mit Studiengängen und Erfahrungen an anderen Orten ist also nicht möglich. Eine Weiterentwicklung in einem solchen Studiengang muss deshalb auf qualitative Befragungen und Instrumente setzen. Ganz anders bei der Betriebswirtschaftslehre. Sie wird an vielen Orten angeboten und hat viele Studierende. Ein Vergleich mit und Lernen von anderen ist ebenso möglich wie eine Analyse über quantitative Verfahren.

Die Marburger Qualitätssicherung hat für die verschiedenen Bedarfe jeweils eigene Instrumente entwickelt und berät Lehrende und Fachbereiche individuell; damit können sich die Lehrenden ganz auf ihre wissenschaftliche Lehraufgabe konzentrieren – und haben starke Partner an ihrer Seite, die ihnen datenbasiert helfen, ganz gezielt ihre Stärken zu stärken und eventuelle Schwächen zu schwächen.

Bei der „Praxistagung nachhaltige Qualitätssicherung in Hochschulen“ brachte die Universität Marburg Personen aus verschiedenen Bereichen der Qualitätssicherung an deutschen Hochschulen zu einem praxisnahen Austausch zusammen. „Die Qualitätssicherung ist immens wichtig für ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot. Bisher stand vor allem die Entwicklung von Evaluationsinstrumenten für ein wirkungsvolles Qualitätsmanagement in Studium und Lehre im Mittelpunkt. Die Universität Marburg hat nun erstmals die Nachhaltigkeit der Qualitätssicherungssysteme in den Fokus gerückt“, sagte Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Universität Marburg.

Mit Blick auf das Projektende des Qualitätspakts Lehre (QPL) 2020 an mehr als 150 deutschen Hochschulen nimmt das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle in der Qualitätssicherung ein. Die Förderung aus dem QPL ermöglicht den Hochschulen, dass sich Studiengangsverantwortliche in den Fachbereichen auf die inhaltliche Gestaltung der Studiengänge konzentrieren können. „Fällt die QPL-Förderung weg, fehlt Beratung und Entlastung für Modul- und Studiengangsverantwortliche sowie Fachbereichsleitungen, wenn diese Studiengänge oder Teile daraus weiterentwickeln oder erneuern möchten“, sagte Korn. Daher nehme die Tagung eine wichtige Rolle ein. „Mit dieser Tagung konnten wir einen wichtigen Austausch von Praktikern aus der Qualitätssicherung von mehr als 50 deutschen Hochschulen über die Nachhaltigkeit ausgewählter Modelle ermöglichen und so einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung von Studienbedingungen in Deutschland leisten.“

Prof. Dr. Jörg Bendix von der Philipps-Universität Marburg sowie Prof. Dr. Tobias Scheytt von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg stellten in zwei Keynotes den Begriff und verschiedene Konzepte der Nachhaltigkeit sowie die Übertragbarkeit und nachhaltige Einbettung von Qualitätssicherung in den Alltag des Hochschulmanagements aus ihren Fach- und Forschungsperspektiven vor.

Veranstaltet wurde die Tagung vom Projekt „Qualitätssicherung in Studiengängen“ (QSS), das Teil des Marburger Qualitätspakt-Lehre-Projekts „Für ein richtig gutes Studium“ ist.  Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und die Universität Leipzig wirkten als Partner an der Tagung mit und ermöglichten so eine umfassende fachliche Breite der Angebote.

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