04.12.2019 Marburger Kamerapreis 2020 geht an Philippe Rousselot

Der französische Kameramann Philippe Rousselot erhält den mit 5.000 Euro dotierten Marburger Kamerapreis 2020

Philippe Rousselot im Vordergrund einer Wüstenszene mit vielen Menschen im Hintergrund
Foto: 20th Century Fox/Sam Y. Emerson
Philippe Rousselot, der Träger des Marburger Kamerapreises 2020, bei den Dreharbeiten zu "Planet der Affen".

Ihre Wahl begründet die Jury folgendermaßen: „Es gibt keinen anderen Kameramann, dessen Karriere sich in der Reichweite mit der von Philippe Rousselot vergleichen lässt. Diese spannt sich von der genauen Beobachtung der französischen Alltagswelt in der Nouvelle Vague über das „cinéma du look“ und anspruchsvolle Hollywood-Produktionen bis hin zum zeitgenössischen Special Effects-Kino. Umso bemerkenswerter ist, dass Rousselot in allen diesen Bereichen Außergewöhnliches geleistet hat. […] Seine persönliche Art mit dem Licht zu arbeiten machte international Schule und ihn zu einem der einflussreichsten Kameraleute der vergangenen Jahrzehnte“.

Die Entscheidung für Philippe Rousselot ist einstimmig gefallen. Seit den 1970er Jahren gehört der im ostfranzösischen Briey geborene Philippe Rousselot zu den wichtigen Bildgestaltern der Post-Nouvelle-Vague-Generation. Nach seinem Studium an der École nationale supérieure Louis-Lumière, an der auch bereits der Marburger Kamerapreisträger 2007, Eduardo Serra, seinen Abschluss machte, begann er an der Seite von Néstor Almendros, dem er 1969 bei „Meine Nacht bei Maude“ (Frankreich, Regie: Éric Rohmer) assistierte. Seinen internationalen Durchbruch feierte er mit dem Film „Diva“ (Frankreich 1981, Regie: Jean-Jacques Beineix). Es folgten internationale Produktionen wie „Der Smaragdwald“ (Großbritannien 1985, Regie: John Bormann), oder „Gefährliche Liebschaften“ (Großbritannien, USA 1988, Regie: Stephen Frears). Für die ikonischen Aufnahmen des Fliegenfischens in Robert Redfords „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ wurde er 1993 in der Kategorie „Beste Kamera“ mit dem Oscar geehrt.

Seine Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Neil Jordan („Interview mit einem Vampir“, 1994) Tim Burton („Planet der Affen“, 2001 und „Charlie und die Schokoladenfabrik“, 2005), Guy Ritchie („Sherlock Holmes“, 2009) und David Yates („Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, 2016 und „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“, 2018) bereicherten den amerikanischen Film.

Neben der Auszeichnung mit dem Oscar und zwei weiteren Nominierungen erhielt Rousselot weitere renommierte Preise wie den British Academy of Film and Television Award (BAFTA), den César und den American Society of Cinematographers Awards (ASC). Er ist Mitglied der Association française des directeurs de la photograpie cinématographique (AFC) und der American Society of Cinematographer (ASC).

Die Philipps-Universität Marburg und die Universitätsstadt Marburg vergeben den von Prof. Dr. Malte Hagener, Fabio Kühnemuth und dem Fachdienst Kultur geleiteten und organisierten Marburger Kamerapreis dieses Jahr zum 20. Mal. Philippe Rousselot nimmt den Preis am 28. März 2020 um 20.00 Uhr in der Alten Aula der Philipps-Universität
Marburg entgegen.

Vom 26. bis 28. März 2020 finden die Bild-Kunst Kameragespräche rund um die Preisvergabe in den Filmkunsttheatern im Capitol Marburg statt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.marburger-kamerapreis.de

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