17.09.2019 Professionell, praktisch, gut: Lehrerbildung in Marburg

Erfolgsbericht für erste Projektphase des großen Projekts ProPraxis liegt vor

Frau hält runden Zettel mit Smiley in die Kamera
Foto: Rolf K. Wegst
Mit viel Schwung geht es in die neue Projektphase von ProPraxis.

Mit großem Erfolg hat das Projekt ProPraxis in den vergangenen drei Jahren die gymnasiale Lehrerbildung an der Philipps-Universität reformiert: „Marburger Lehrerbildung – professionell, praktisch, gut“, so der Slogan des Projektes, das mit 3,6 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Der Abschlussbericht, der jetzt vorliegt, zeigt die Erfolge in allen drei Bereichen auf: bessere Vorbereitung auf den Beruf durch Marburger Praxismodule, gute (Selbst-)Reflexion durch berufsbezogene Beratung und bessere Vernetzung von Forschung, Lehre und Lehrerbildungspartnerinnen und -partnern durch die Neu-Organisation des Zentrums für Lehrerbildung. In der zweiten Projektphase „ProPraxis – gymnasiales Lehramt in Marburg: nachhaltig integrativ“ geht es darum, die Innovationen dauerhaft in der Universität zu verankern. Hierzu hat die Qualitätsoffensive Lehrerbildung des Bundes und der Länder der Philipps-Universität Marburg bis 2023 weitere 3,6 Millionen Euro bereitgestellt.

„Wir haben als Universität mit einem großen Lehramtsstudiengang für Gymnasien die gesellschaftliche Verantwortung, gute Lehrkräfte für Schulen auszubilden und dies wissenschaftlich zu begleiten. Mit der stringenten Weiterentwicklung der Angebote, der Organisation und der wissenschaftlichen Aufbereitung nehmen wir diese Verantwortung wahr“, erklärt Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der Philipps-Universität.

Gute Theorie führt zu guter Praxis: Marburger Praxismodule erfolgreich

Lehramt-Studierende gehen besser vorbereitet in den Beruf: Das ist ein Ergebnis der ersten Projektphase des ProPraxis-Projekts an der Philipps-Universität Marburg (UMR). Diesen Erfolg verdankt das Projekt den Marburger Praxismodulen (MPM) und der systematisch aufgebauten begleitenden Beratung der Studierenden im Zentrum für Lehrerbildung. In der Projektphase von 2015-2018 wurden die Praxismodule in der Hälfte der 22 Unterrichtsfächer erprobt und bewertet. Ein wesentlicher Inhalt der Praxismodule besteht darin, die Bedeutung universitären Wissens für die Vermittlung im Unterricht zu erarbeiten. Die MPM-Studierenden bewerteten ihre Vorbereitung auf die schulische Arbeit signifikant besser als die Studierenden im Regelstudiengang des bisherigen Modells (Kontrollgruppen). Die positiven Erfahrungen haben dazu geführt, dass die UMR die gesamte Lehrerbildung zum Wintersemester 2018/19 in einer neuen Studien- und Prüfungsordnung für alle Fächer neu geordnet hat: Die MPM werden in den kommenden Jahren für alle Fächer umgesetzt und die professionsbezogene Beratung ist nun fest im Curriculum verankert.

Mehr als Fachkenntnis: Freiwillige Beratung bereitet auf Handeln im Klassenraum vor

Wer sich im Klassenraum sicherer fühlt und Kompetenz nicht nur in Bezug auf Fach und Methodik, sondern auch auf das Handeln im Klassenraum mitbringt, kann besser unterrichten. Diese Annahme steht hinter der professionsbezogenen Beratung, der zweiten erfolgreichen Maßnahme der ersten ProPraxis-Phase. Seit 2015 erhalten die Studierenden, die an den Praxismodulen teilnehmen, diese Beratung und eine systematisch und diagnostisch gestützte Reflexion ihrer Stärken und Schwächen. Dies geschieht in Seminaren und in Einzelgesprächen. Die Beratung soll den Studierenden helfen, professionell auf die oft wechselnden Anforderungen im Lehrerberuf zu reagieren und die eigene Entwicklung aktiv in die Hand zu nehmen. Das freiwillige Angebot wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als sehr hilfreich bewertet. Zukünftig ist die professionsbezogene Beratung fest im Studiengang verankert und wird die Entwicklung der Studierenden durch das gesamte Studium bis zum Vorbereitungsdienst begleiten.

Forschung und Lehre enger verbunden: Zentrum für Lehrerbildung neu organisiert

Das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) ist in der ersten Projektphase von ProPraxis neu organisiert worden. Es koordiniert Studien- und Praxisphasen und ist überdies Mittelpunkt für den wissenschaftlichen Austausch zur Forschungsverankerung und Qualitätssicherung der Lehre. Im Zentrum für Lehrerbildung tauschen sich Dozentinnen und Dozenten zu Lehrkonzepten aus, die fachliche und berufliche Aspekte zusammenbringen. Zudem steht die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Lehrerbildung im Fokus. Hier werden die bildungswissenschaftlichen, fachdidaktischen und pädagogischen Entwicklungsprozesse inhaltlich weiterentwickelt.

Insgesamt hat die erste Projektphase dazu beigetragen, auch universitäre Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer auszubauen und die Zusammenarbeit der Lehrerbildungspartner vor Ort zu verbessern. Durch überregionale Vernetzung mit den lehrerbildenden Hochschulstandorten leistet die UMR ihren Transferbeitrag und gewährleistet die wissenschaftliche Verwertung des Vorhabens.

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