17.07.2020 Rückenwind für die Coronavirus-Forschung

Von Behring-Röntgen-Stiftung fördert Gemeinschaftsprojekt von Marburger und Gießener Wissenschaftlern

Gruppenfoto mit den Beteiligten
Foto: Christian Stein
Grund zur Freude hatten die Projektleiter bei der Übergabe der Förderurkunden für ihr wichtiges Forschungsprojekt (v.l.n.r.): Prof. Dr. Stephan Becker und seine Gießener Kollegen Prof. Dr. Michael Kracht und Prof. Dr. John Ziebuhr.

Mit 250.000 € unterstützt die Von Behring-Röntgen-Stiftung ein Forschungsvorhaben zum SARS-Coronavirus-2 des Marburger Wissenschaftlers Prof. Dr. Stephan Becker sowie seiner Gießener Kooperationspartner Prof. Dr. John Ziebuhr und Prof. Dr. Michael Kracht. Am 6. Juli nahmen die Begünstigten stellvertretend für ihre Arbeitsgruppen die Förderurkunden aus den Händen von Stiftungspräsident Friedrich Bohl in Gießen entgegen.

In ihrem Gemeinschaftsprojekt wollen sie die Ursachen für den schweren Verlauf der SARS-CoV-2 Infektion aufklären, der bei älteren Patienten gehäuft beobachtet wird und eine der großen Herausforderungen bei der Bewältigung der Pandemie ist.

Die Gießener Forscher, die sich insbesondere mit den Mechanismen der Vermehrung und der krankheitserzeugenden Eigenschaften der Coronaviren befassen, gehören seit vielen Jahren zur internationalen Spitzengruppe auf diesem Gebiet.

Die Virologen der Marburger Arbeitsgruppe waren entscheidend an der Entdeckung von SARS-CoV-1 im Jahre 2003 beteiligt und pflegen seitdem einen intensiven wissenschaftlichen Austausch mit ihren Fachkollegen in China.

Darüber hinaus kommt der Entwicklung von Impfstoffen und antivitalen Medikamenten eine besondere Bedeutung im Forschungsprogramm der beiden Standorte zu.

Hintergrund:

Die im Marburger Landgrafenschloss ansässige Von Behring-Röntgen-Stiftung wurde am 8. September 2006 vom Land Hessen als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts errichtet. Gegründet wurde sie im Zuge der Fusion der Universitätskliniken Gießen und Marburg im Jahr 2005 und der anschließenden Privatisierung 2006 mit dem Ziel, an beiden Standorten neue Perspektiven für die Hochschulmedizin zu sichern und zu entwickeln. Dem Stiftungsvorstand gehören als Präsident der ehemalige Bundesminister Friedrich Bohl und als Vizepräsidenten der Marburger Virologe Prof. Dr. Hans-Dieter Klenk und die Gießener Augenspezialistin Prof. Dr. Birgit Lorenz an. Ein mit 16 namhaften Wissenschaftlern aus Deutschland und Österreich besetzter wissenschaftlicher Beirat hat die Aufgabe, die der bei der Medizinstiftung eingereichten Förderanträge zu bewerten sowie Projekte und Themenschwerpunkte zu empfehlen. Antragsberechtigt sind Angehörige der medizinischen Fachbereiche der Universitäten Marburg und Gießen. Bisher konnte die Stiftung rund 21 Millionen Euro für über 120 Projekte bewilligen.

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