14.07.2021 Erforschung der Tumorumgebung geht in die Verlängerung

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Klinische Forschungsgruppe in Marburg zum Bauchspeicheldrüsenkrebs weiter

Professor Dr. Matthias Lauth forscht am Marburger Zentrum für Tumor- und Immunbiologie und leitet die Forschungsarbeit des Konsortiums KFO325. (Foto: Henrik Isenberg)
Foto: Henrik Isenberg
Professor Dr. Matthias Lauth forscht am Marburger Zentrum für Tumor- und Immunbiologie und leitet die Forschungsarbeit des Konsortiums KFO325.

Die Philipps-Universität Marburg kann ihre Klinische Forschungsgruppe zum Bauchspeicheldrüsenkrebs fortsetzen, in der die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Wechselwirkung des Tumors mit dem umgebenden Bindegewebe studieren. Für die zweite Förderperiode erhält der Verbund bis zum Jahr 2024 weitere 4,2 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Klinische Forschungsgruppe 325 unter dem Titel „Klinische Relevanz von Tumor-Mikroumgebung Interaktionen beim Pankreaskarzinom“ an der Philipps-Universität besteht seit dem Jahr 2018.

Obwohl Bauchspeicheldrüsenkrebs intensiv erforscht wird, gibt es bis heute nur geringe Heilungschancen. Die Klinische Forschungsgruppe in Marburg verfolgt das längerfristige Ziel, neue Methoden zur Behandlung der Krankheit zu entwickeln. Zu diesem Zweck untersuchen die Forscherinnen und Forscher nicht nur die Tumore selbst, sondern auch das Gewebe, das sie umgibt. „Zunächst müssen wir den Bauchspeicheldrüsentumor und vor allem auch sein umgebendes Gewebe, die Mikroumgebung, in Funktionsweise und Aufbau besser kennen lernen“, erläutert der Mediziner Professor Dr. Thomas Gress, Sprecher des Verbunds.  

Ein wichtiges Merkmal von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Bildung eines Mantels aus Bindegewebe um den Tumor. Dieser Mantel trägt zur Aggressivität des Tumors bei, der meist schon früh in andere Gewebe streut und gegenüber Chemotherapie überwiegend resistent ist. „Unsere Klinische Forschungsgruppe ist der einzige Verbund in Deutschland, der sich zentral mit dem tumorumgebenden Gewebe beschäftigt“, sagt Professor Dr. Matthias Lauth, vom Forschungsbereich der Klinik für Gastroenterologie am Marburger Zentrum für Tumor- und Immunbiologie, der die Forschungsarbeit des Konsortiums leitet.

Die Kooperation in der Klinischen Forschungsgruppe baut auf jahrelanger Vorarbeit auf. „Die fortgesetzte Förderung durch die DFG ist eine Auszeichnung für unseren Standort, der sich seit Jahren mit der Interaktion von Tumorzellen und ihrer Mikroumgebung auseinandersetzt“, betont Gress.

Neben der KFO zum Bauchspeicheldrüsenkrebs verlängert die DFG noch eine weitere Forschungsgruppe unter Marburger Leitung: Im Verbund RESPECT gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bio- und Geowissenschaften der Frage nach, welche Formen der Landnutzung das Ökosystem vor Ort stabilisieren und welche es bedrohen.

Mit Forschungsgruppen und Klinischen Forschungsgruppen unterstützt die DFG Arbeitsverbünde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich gemeinsam einer Forschungsaufgabe widmen. Auf diese Weise sollen Ergebnisse ermöglicht werden, die sich im Rahmen einer Einzelförderung in der Regel nicht realisieren lassen. Klinische Forschergruppen sind dabei auf die krankheits- oder patientenorientierte klinische Forschung ausgerichtet. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und Ärztinnen und Ärzten sollen wissenschaftliche Arbeitsgruppen dauerhaft in klinischen Einrichtungen implementiert werden.

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