10.03.2021 Uni Marburg am Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit beteiligt

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert nationales Zentrum für die Spitzenforschung zur Verbesserung der psychischen Gesundheit

Foto: Gabriele Neumann
Prof. Dr. Hanna Christiansen und Prof. Dr. Malte Schwinger vom Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität sind am Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit beteiligt.

Psychische Störungen betreffen in Deutschland mehr als ein Drittel aller Menschen im Laufe ihres Lebens. Um sie verstehen, vermeiden oder erfolgreich behandeln zu können, muss der Blick auf Lebensspannen und Lebenswelten gerichtet werden. Dazu hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nun das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit ins Leben gerufen. Das Zentrum aus insgesamt sechs Standorten ist auf Dauer angelegt und soll mit 30 Millionen Euro jährlich von Bund und Ländern gefördert werden.

Die Universität Marburg ist als Partner der Ruhr-Universität Bochum (RUB) im Zentrum vertreten. Der Verbund „LIFE TBT“, koordiniert von Prof. Dr. Silvia Schneider vom Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der RUB, ist ein Standort des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit. Von der Philipps-Universität Marburg sind Prof. Dr. Hanna Christiansen und Prof. Dr. Malte Schwinger aus dem Fachbereich Psychologie beteiligt. Die Kooperation „LIFE TBT“ stellt die gesamte Lebensspanne und die Lebensumwelten in den Mittelpunkt und fokussiert die Integration von Labor-, Interventions-, Feld- und Umweltforschung (Environment) mit systematischer Übersetzung in die klinische Praxis (Translation-Backtranslation).

„Mit diesem Erfolg beweist die Universität Marburg ihre bundesweit herausragende Position in der Psychologie. Dazu gratuliere ich Prof. Dr. Hanna Christiansen und Prof. Dr. Malte Schwinger sehr herzlich“, sagt die Marburger Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause.

Psychische Störungen beginnen in Kindheit und Jugend

„Psychische Erkrankungen beginnen nicht plötzlich im Erwachsenenalter als sei vorher nichts geschehen“, sagt Schneider: „Vielmehr beginnen sie im Kindes- und Jugendalter.“ Darum richten die Bochumer Psychologinnen und Psychologen den Blick gezielt auf die Entwicklung von psychischer Gesundheit und psychischen Störungen ab der Geburt. Ziel ist es, psychische Störungen nicht erst zu behandeln, wenn sie sich schon manifestiert haben und die Betroffenen darunter leiden, sondern früh präventiv gegenzusteuern und die Entwicklung solcher Erkrankungen zu verhindern.

In Marburg verantworten Prof. Dr. Hanna Christiansen und Prof. Dr. Malte Schwinger aus der AG Kinder- und Jugendpsychologie den Bereich externalisierende Störungen und Teilleistungsstörungen sowie die Umweltfaktoren Familie und Schule. „Diese Lebenswelten sind zentrale psychosoziale Faktoren, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen Störungen beitragen“, sagt Christiansen.

An dem Forschungsverbund sind außerdem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Köln), das Deutsche Jugendinstitut (München), die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Dortmund) sowie die Leibniz-Institute für Arbeitsforschung (Dortmund) und Bildungsforschung (DIPF, Frankfurt) beteiligt.

Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung

Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung bündeln Kompetenzen rund um bedeutende Volkskrankheiten und richten sie auf gemeinsame Ziele aus. Sie führen die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eines Forschungsbereiches in Deutschland zusammen – von der Grundlagenforschung über die klinische Forschung bis hin zur Präventions- und Versorgungsforschung. Die enge Vernetzung und der damit verbundene Ausbau vorhandener Forschungsstrukturen ermöglichen eine schnellere Überführung in die Praxis. Als langfristig angelegte, gleichberechtigte Partnerschaften von Hochschulen, Universitätskliniken und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Ressortforschungseinrichtungen bieten die Deutschen Zentren hierfür wesentliche Voraussetzungen.

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