20.05.2021 Unterstützung der europäischen Mobilität

Philipps-Universität entwickelte Werkzeugkoffer für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Erasmus-Servicestellen

Foto von Studierenden mit Globus
Foto: Rolf K. Wegst
Erasmus+ ist zu einem Lebensgefühl geworden - bei der Planung ihres Auslandsaufenthalts erhalten Studierende Unterstützung vom Dezernat für Internationale Angelegenheiten und den Erasmus-Beauftragten in den Fachbereichen der Philipps-Universität (das Foto wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen).

In den vergangenen Jahren wurde Erasmus+ immer beliebter. Für viele Studierende bedeutet das europäische Austauschprogramm nicht nur eine finanzielle Unterstützung und die reibungslose Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen – es ist zu einem Lebensgefühl geworden. Doch auch wenn die bürokratischen Hürden vor einem Auslandsaufenthalt über Erasmus+ vergleichsweise gering sind, müssen sie genommen werden. Die Studierenden werden dabei von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Büros für internationale Beziehungen und anderen verwandten Einrichtungen unterstützt, wie beispielsweise dem Dezernat für Internationale Angelegenheiten und den Erasmus-Beauftragten in den Fachbereichen der Philipps-Universität. Damit nehmen die entsprechenden Servicestellen eine Schlüsselrolle in der erfolgreichen Umsetzung der Mobilitätsprogramme und Internationalisierungsstrategien ein. Durch die Beliebtheit des Programms steigt auch das Arbeitsaufkommen für die Beratungsteams rapide – Erasmus+ und die Mobilitätsregelungen der teilnehmenden Länder verändern sich stetig. Um die beruflichen Kompetenzen der Beraterinnen und Berater zu stärken, startete die Philipps-Universität 2018 das Projekt „Framework für Erasmus Staff Competences“ (FESC). Am Dienstag, 11. Mai 2021, wurden die Ergebnisse des Projektes in einer internationalen Abschlusskonferenz vorgestellt.

„Die stetigen Veränderungen der Erasmus-Prozesse und Regularien und die damit verbundenen kontinuierlichen Anpassungen in den Hochschulen sind eine Herausforderung, der wir mit diesem Projekt begegnen“, sagt Petra Kienle, Leiterin des Dezernat VI - Internationale Angelegenheiten und Familienservice der Universität Marburg. „Für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den entsprechenden Servicestellen ist es nicht leicht, immer auf dem neuesten Stand zu sein und eine qualitativ hochwertige Unterstützung anzubieten. Um die Mobilität der Studierenden weiterhin sicherzustellen, ist es sehr wichtig, die Arbeits- und Problemfelder der Beratungs-Teams zu kennen, vorhandenes Wissen nachhaltig verfügbar zu machen und neue Kolleginnen und Kollegen durch Schulungen und Methoden zur Selbstprüfung schnell mit dem erforderlichen Know-how auszustatten“, sagt Kienle. 

Als FESC-Projektpartner beteiligt sind die Ghent University, die University of Warsaw, die University of Latvia, die Hanzehogeschool Groningen sowie die European University Foundation. Assoziierte Partner sind die University of Saint-Petersbourg, das UNICA - Network of Universities from the Capitals of Europe, das European Network of Erasmus Coordinators in Political Science, International Relations, Public Administration and Management (ENEC) sowie das International Relations Offices Forum. „Um die europäischen Qualitätsstandards zu gewährleisten, denen wir uns mit der Erasmus Charter für Hochschulbildung verpflichtet haben, bedarf es dieses transnationalen Ansatzes“, sagt Christina Bohle, Referentin für Europäische Bildungsprogramme und Leiterin des Projektes. Aus einer umfassenden transnationalen Analyse relevanter Fähigkeiten und Fachkompetenzen sowie der Prozesse zum Erwerb des erforderlichen Know-hows konnten weitreichende Qualitätskriterien für Schulungen und Selbstprüfungen definiert werden. „Wir geben den Erasmus-Servicestellen einen Werkzeugkoffer mit wichtigen Tools und Richtlinien an die Hand, mit denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre eigenen Kompetenzen erkennen und verbessern können“, sagt Bohle. Darüber hinaus hat das Projekt einen Vorschlag zur Einrichtung eines europäischen Rahmens für die professionelle Zertifizierung von Beraterinnen und Beratern erarbeitet.

Mit der erfolgreichen Umsetzung der Projektziele bestätigt die Philipps-Universität ihre starke Position im Bereich der europäischen Bildungsprogramme. „Im Förderjahr 2019 war die Universität laut DAAD im Bereich der Mobilitätsprogramme bundesweit auf Rang 13 und an erster Stelle im hessischen Vergleich. Ich freue mich sehr, dass wir uns mit dem FESC Projekt auch im Bereich der Kooperationsprojekte stark aufgestellt haben“, sagt Kienle. Neben der Beteiligung an unterschiedlichen Projekten auf zentraler und Fachbereichsebene koordiniert die Universität Marburg mit „NORM 2019“ und „In-Cops 2020“ zwei weitere Strategische Partnerschaften im Rahmen des Erasmus+ Programms. „Damit beweist die Philipps-Universität ein breites Spektrum an Engagement und Expertise im europäischen Bildungsraum“, ergänzt Kienle.

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