11.03.2024 Statement der Philipps-Universität zum Diskurs um den Krieg in Nahost und jüngste Presseberichte

Kein Platz für Antisemitismus und Rassismus auf unserem Campus

Die Universität Marburg ist ein Ort des wissenschaftlichen Diskurses. Hier werden unterschiedliche Sichtweisen ausgetauscht, abgewogen und kontrovers diskutiert. Antisemitismus, Rassismus und grundsätzlich sämtliche Formen einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sind keine wissenschaftliche Position und haben keinen Platz an unserer Universität. Sie sind mit unseren wissenschaftlichen Werten, mit unserer Verpflichtung zum empathischen Handeln und unserem Willen zur Solidarität unvereinbar.

An der Universität Marburg wollen wir Menschen Impulse geben, damit sie die Welt von morgen positiv gestalten. Wir erwarten deshalb von den Mitgliedern der Universität, dass sie für ein friedliches, freies und achtsames Zusammenleben, für Demokratie, Weltoffenheit, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander, d.h. für unsere gemeinsamen Werte, einstehen – auf dem Campus ebenso wie abseits des Campus. 

Antisemitische Haltungen verachten die Angst und die Trauer jüdischer Menschen und führen dazu, dass sie sich in unserer Universität nicht sicher fühlen. Gleichzeitig gefährden diese Haltungen die Aufmerksamkeit für und den klaren Blick auf die Angst und das Leid der palästinensischen Menschen in unserer Universität. So unzweifelhaft wie die israelischen Geiseln unverzüglich aus der Gefangenschaft der Hamas entlassen werden müssen und die Sicherheit Israels durchgesetzt werden muss, so unzweifelhaft muss auch der Zivilbevölkerung im Gazastreifen sofort humanitär geholfen und müssen Unschuldige geschützt werden.

Die Universität hat nach dem 7. Oktober 2023 früh ihre Haltung klar gemacht – sowohl in einer gemeinsamen Mahnwache mit der Stadt Marburg und dem Runden Tisch der Religionen als auch der gemeinsamen Erklärung von Stadt und Universität. Unser Mitgefühl galt und gilt allen Menschen, die von den Folgen des terroristischen Angriffs betroffen sind, ihre Angehörigen verloren haben oder um sie bangen – überall auf der Welt und in Marburg.

Wenn Sie ganz persönlich vom 7. Oktober 2023 und/oder dem Krieg in Nahost betroffen sind und Hilfe benötigen, wenn Sie antisemitischen oder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sind oder wenn Sie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit beobachten, wenden Sie sich bitte an unsere Stabstelle Antidiskriminierung und Diversität. Weitere Informationen und Anlauf-, Melde- und Beratungsstellen sowie und Unterstützungsangebote finden Sie auf unserer Homepage

https://www.uni-marburg.de/de/universitaet/profil/universitaetundgesesellschaft/internationale-krisen/krieg-in-nahost