12.05.2026 Angehende Notfallsanitäter absolvieren Abschlussübung in Marburg
Großschadenslage auf dem Uni-Gelände
Presseinformation DRK Rettungsdienst Mittelhessen
Ein Gefahrstoffaustritt in einem biochemischen Labor und ein Verkehrsunfall mit anschließendem Brand in einer Industriehalle – mit zwei anspruchsvollen Szenarien haben angehende Notfallsanitäterinnen und -sanitäter des Bildungszentrums des DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) ihre Ausbildungsabschlussübung absolviert. Am 9. Mai stellten sich die Teilnehmenden auf dem Gelände des Bereiches Chemie der Universität Marburg gemeinsam mit der Feuerwehr der Stadt Marburg einer realitätsnahen Großschadenslage.
Die Auszubildenden stammen aus den Reihen des RDMH, des DRK Kreisverbands Frankenberg sowie der Johanniter-Unfallhilfe Regionalverband Mittelhessen. Sie befinden sich kurz vor dem Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung zum Notfallsanitäter bzw. zur Notfallsanitäterin. Die Abschlussübung ist keine Prüfung, sondern eine bewusst realitätsnah gestaltete Gelegenheit, das erlernte Wissen und Können unter Beweis zu stellen.
„Die Abschlussübung ist ein bedeutender Moment in der Ausbildung. Sie zeigt, was die angehenden Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter in drei intensiven Jahren gelernt haben – fachlich, taktisch und menschlich. Alle Beteiligten können stolz auf ihre Leistung sein", betont Jens Dapper, Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen.
Auch Landrat Jens Womelsdorf war gekommen, um sich einen Eindruck von der Übung zu machen. „Als Rettungsdienstträger ist uns eine gute Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals im Rettungsdienst sehr wichtig. Dazu tragen auch realitätsnahe Übungen bei. Wesentlicher Faktor solcher Übungen ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren in der Gefahrenabwehr, damit die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen trainiert werden kann und im Ernstfall dasRettungssystem wie ein gut aufeinander abgestimmtes Uhrwerk läuft – zum Wohle der Patientinnen und Patienten, die in diesem Moment auf professionelle Hilfe angewiesen sind!“
Szenario 1: Gefahrstoff im Universitätslabor
Am Vormittag wurde ein Zwischenfall in einem biochemisch-pharmakologischen Labor der Universität Marburg simuliert: Ein vermeintlicher Gefahrstoffaustritt hatte zehn Personen verletzt. Die Einsatzkräfte mussten die Lage zunächst erkunden, die Gefährdung einschätzen und anschließend unter Einhaltung der Gefahrstoffschutzmaßnahmen die Verletzten versorgen. Neben den Rettungsmitteln des RDMH und der Kooperationspartner waren der Gefahrstoffzug und der Einsatzleiterdienst der Feuerwehr Marburg im Einsatz.
Szenario 2: Verkehrsunfall und Brand
Am Nachmittag folgte das zweite Szenario: Ein Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Pkw hatte einen Brand in einer Industriehalle ausgelöst. Zehn verletzte Personen mussten versorgt, teilweise aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. Mehrere Feuerwehreinheiten aus Wehrda, Moischt und Bauerbach sowie der Einsatzleiterdienst unterstützten die Rettungskräfte.
„Zwei so unterschiedliche Lagen an einem Tag zu bewältigen – das ist einsatztaktisch sehr anspruchsvoll. Die Auszubildenden mussten schnell umschalten, klare Strukturen aufbauen und eng mit der Feuerwehr zusammenarbeiten. Das haben sie sehr gut gemacht", erklärt Thomas Kriebel, Lehrkraft im Bildungszentrum des RDMH und dort auch verantwortlich für die Planung und Durchführung der Übung.
Jedes eingesetzte Rettungsteam wurde während der Übung von erfahrenen Praxisanleitenden begleitet. In einer abschließenden Einsatznachbesprechung wurden die Leistungen gemeinsam reflektiert und ausgewertet. Organisiert und durchgeführt wurde die Übung durch das Bildungszentrum des DRK Rettungsdienst Mittelhessen in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Beteiligte Fahrzeuge und Organisationen:
- 2 RTW DRK Rettungsdienst Mittelhessen
- 1 RTW DRK Kreisverband Frankenberg
- 1 RTW Johanniter-Unfallhilfe Regionalverband Mittelhessen
- 2 NEF DRK Rettungsdienst Mittelhessen
- OLRD und LNA
- Gefahrstoffzug der Feuerwehr Marburg
- Feuerwehr Wehrda, Moischt und Bauerbach
- Einsatzleiterdienst der Feuerwehr Marburg
- DRK Bereitschaft Stadtallendorf (Verpflegung der Einsatzkräfte)
Kontakt
DRK Rettungsdienst Mittelhessen