02.10.2026 Fachbereich Medizin vergibt erstmals ASCENT-Förderung

Dr. Fanni Geibl-Henrich und Dr. Niklas Gremke ausgezeichnet

zwei Forschende im Medizinerkittel
Foto: Hanna Berger-Santangelo
Die ausgezeichneten Mediziner*innen Dr. Niklas Gremke und Fanni Geibl-Henrich

Mit dem Programm ASCENT („Accelerating Success for Clinician Scientists“) stärkt der Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg exzellente Ärztinnen und Ärzte beim Übergang in die wissenschaftliche Unabhängigkeit. Ziel der neu geschaffenen Förderung ist es, herausragende Clinician Scientists und Clinician Trialists beim Aufbau einer eigenen, unabhängigen Nachwuchsgruppe zu unterstützen. Finanziell ermöglicht wird dieser wichtige Baustein der Nachwuchsförderung durch die P. E. Kempkes-Stiftung.

Im Rahmen der Erstausschreibung des Förderprogramms im Jahr 2026 wurden nun zwei herausragende Forschungsprojekte aus den Neurowissenschaften und der gynäkologischen Onkologie für die Förderung ausgewählt.

Wechselwirkungen zwischen Lungeninfektionen und Parkinson-Verlauf

Dr. med. Fanni Geibl-Henrich widmet sich in ihrem mit 189.928 Euro geförderten Projekt einer zentralen klinischen Beobachtung: Warum führen schwere Lungeninfektionen bei Patientinnen und Patienten mit Parkinson-Krankheit häufig zu einer plötzlichen und teils irreversiblen Verschlechterung der motorischen Symptome?

Mithilfe eines neu entwickelten präklinischen Modells, das eine Parkinson-typische Pathologie mit einer schweren, ARDS-ähnlichen Lungenentzündung kombiniert, untersucht ihre Arbeitsgruppe die Entzündungsprozesse in Lunge, Blut und Gehirn, die den neurodegenerativen Prozess beschleunigen. Langfristiges Ziel der Forschung ist die Identifikation neuer Biomarker und therapeutischer Ansatzpunkte, um Parkinson-Erkrankte künftig besser vor infektionsbedingten Schüben zu schützen.

Neue Wege gegen Therapieresistenzen bei Brustkrebs

Dr. med. Niklas Gremke, der als Clinician Trialist im Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum (MSNZ) Frankfurt-Marburg aktiv war, erhält für sein Forschungsvorhaben eine Förderung in Höhe von 70.000 Euro. Sein Projekt adressiert das Problem der Resistenzbildung bei hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem Brustkrebs – dem häufigsten Subtyp des Mammakarzinoms.

Auf Basis eines genomweiten CRISPR-Screens konnte Dr. Gremke eine mögliche „Achillesferse“ resistenter Tumorzellen identifizieren: Während der Resistenzentwicklung entsteht offenbar eine neue therapeutische Schwachstelle gegenüber der Ferroptose, einer speziellen Form des zellulären Tods durch oxidativen Stress. Im geförderten Projekt wird dieser Mechanismus in dreidimensionalen Tumormodellen genauer analysiert, um präzisionsonkologische Strategien zur Überwindung von Behandlungsresistenzen bei Brustkrebs zu entwickeln.

Über die ASCENT-Förderung

Die ASCENT-Förderung (Accelerating Success for Clinician Scientists) richtet sich an Ärztinnen und Ärzte aller klinischen Einrichtungen des Universitätsklinikums Marburg und des Campus Fulda, die ein Clinician-Scientist-Programm, ein Clinician-Trialist-Programm oder eine vergleichbare Qualifikation erfolgreich abgeschlossen haben. Die finanzielle Unterstützung soll den Forscherinnen und Forschern die nötigen Freiräume bieten, um eine eigenständige Nachwuchsgruppe zu etablieren und wegweisende medizinische Erkenntnisse aus der Forschung in die klinische Anwendung zu bringen.

 

Weitere Informationen
https://www.uni-marburg.de/de/fb20/forschung/nachwuchsfoerderprogramme/ascent-foerderung-fuer-clinician-scientists

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