22.10.2026 Disrupt from the Core: Mittelhessen bringt Innovation in die Umsetzung
Mehr als 300 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Start-up-Szene diskutierten in Marburg über KI, neue Geschäftsmodelle und die Zukunft der Wirtschaft
Wie können Unternehmen neue Technologien in die Praxis überführen? Über diese und weitere Fragen diskutierten am 20. und 21. Oktober mehr als 300 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Start-up-Szene beim Festival „Disrupt from the Core“ im Lokschuppen Marburg. Das von StartMiUp initiierte und gemeinsam mit LOVEDIS und dem Regionalmanagement Mittelhessen umgesetzte Festival setzte Impulse für die Transformation der Wirtschaft und zeigte, wie wichtig eine offene Innovationskultur und die Zusammenarbeit von Unternehmen, Forschung und Start-ups für diese sind.
Auf der StartMiUp Main Stage, der LOVEDIS Stage und in der Mittelhessen Lounge des Regionalmanagement Mittelhessens beleuchteten die Veranstalter unterschiedliche Perspektiven auf Innovation und Transformation. Das Programm reichte von Einblicken in die Innovationspraxis etablierter Unternehmen über neue KI-Anwendungen bis hin zu Fragen des Technologietransfers und der Start-up-Finanzierung.
Innovation braucht neue Denkweisen und konkrete Anwendungen
„Erfahrung bewahren, ohne an alten Gewohnheiten festzuhalten“ – mit diesem Gedanken brachte Dina Reit, Geschäftsführerin von SK LASER, eine zentrale Herausforderung für Unternehmen auf den Punkt. Weitere Beiträge zu KI-Anwendungen, Hackathons und Corporate Venturing beleuchteten, wie neue Technologien und Innovationsansätze in die Unternehmenspraxis überführt werden können. Den Bogen von der Forschung zur wirtschaftlichen Anwendung schlugen die Research Pitches: Sieben Forschende der Philipps-Universität Marburg, der Technischen Hochschule Mittelhessen und des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME präsentierten anwendungsorientierte Projekte – von Future Medicine bis zu KI-Anwendungen.
Auf der von LOVEDIS gestalteten Stage stand im Mittelpunkt, wie Unternehmen Künstliche Intelligenz strategisch einsetzen und ihre Organisationen auf den Wandel vorbereiten können. „KI ist Chefsache“, machte Microsoft-Deutschland-CIO Anna Kopp deutlich und stellte den Menschen ins Zentrum der KI-Transformation. Kristina Jeromin, Leiterin der Initiative Made in Germany 2030, beleuchtete die Zukunft des Industriestandorts Deutschland und die Rahmenbedingungen für neue Wertschöpfung. Wie KI dabei aus der Software in die physische Welt rückt, machten Beiträge zu Physical AI und humanoider Robotik greifbar. Dass Transformation im Mittelstand auch eine Generationenfrage ist, wurde im Nachfolge-Panel mit den Bauunternehmen FingerHaus und Lupp deutlich.
Mittelhessen setzt auf Vernetzung und Zusammenarbeit
Neben technologischen Entwicklungen ging es darum, wie Innovationen den Weg in die Praxis finden. In der Mittelhessen Lounge standen dabei das Zusammenspiel von Mensch und Technologie sowie Parameter für Innovation und Transformation im Mittelpunkt. Das Themenspektrum reichte von arbeitspsychologischen Aspekten über Wissensmanagement bis hin zu Technologietransfer, Cybersecurity und der Finanzierung von Start-Ups. Die Formate brachten regionale Akteure zusammen, um Wissen zu teilen und Kooperationen für die Umsetzung innovativer Ideen anzustoßen. Auch die Netzwerke "mittelhessen.digital" und "TeamMit" kamen zusammen.
Wie wichtig regionale Kooperationen für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft sind, betonte Jens Ihle, Geschäftsführer des Regionalmanagements Mittelhessen: „Mit Disrupt from the Core zünden wir eine neue Stufe der Kooperation und bringen Menschen aus Unternehmen, Hochschulen, der Finanzwelt und der Start-up-Szene in einem Format zusammen. Wir sehen das Festival als einen guten Anfang und freuen uns auf die nächste Edition.“
Dass die Zusammenarbeit über den Austausch hinausgehen soll, unterstrich auch Mara Steinbrenner, CEO von LOVEDIS: „Über KI reden gerade alle. Spannend wird es, wenn ein Unternehmen nach dem Festival mit einem Start-up einen Piloten startet. Genau dafür bauen wir bei LOVEDIS die Brücken zwischen Mittelstand und Start-ups.“
Eine Plattform für die nächste Stufe der Zusammenarbeit
Zwischen den Bühnenprogrammen und in den interaktiven Formaten bot das Festival Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kooperationen anzustoßen.
„Innovation entsteht nicht im Alleingang. Mittelhessen vereint eine starke mittelständische Wirtschaft, exzellente Forschung und eine vielfältige Start-up-Szene. Wenn wir diese Kompetenzen zusammenbringen, können aus neuen Ideen konkrete Anwendungen und Kooperationen entstehen. Mit Disrupt from the Core haben wir dafür eine gemeinsame Plattform geschaffen. Unser Dank gilt unseren Partnern LOVEDIS und dem Regionalmanagement Mittelhessen sowie allen Mitwirkenden, die das Festival mit ihrem Engagement und ihren Impulsen möglich gemacht haben“, sagte Patricia Kuhr, Geschäftsführerin von StartMiUp.
Über StartMiUp
StartMiUp ist der Verbund der Philipps-Universität Marburg, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen für Gründung und Innovation. Ziel ist es, das Gründungs- und Innovationspotenzial der drei Hochschulen zu stärken, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Anwendung zu bringen und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Start-up-Szene auszubauen. Durch gemeinsame Angebote und Netzwerke unterstützt StartMiUp Gründungsinteressierte dabei, innovative Ideen weiterzuentwickeln und in die Praxis umzusetzen.
Weitere Informationen
„Disrupt from the Core“ wird von StartMiUp gemeinsam mit dem Regionalmanagement Mittelhessen und LOVEDIS umgesetzt und von der Europäischen Union kofinanziert.
Kontakt
Joana Dietz
Tel.: 06421 28-26784
Mail: joana.dietz@wirtschaft.uni-giessen.de
StartMiUp – Innovations- und Startupcampus Mittelhessen